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In eigener Sache

Eine Tradition weiterzuführen, ist schön. So verstehe ich jeden Beitrag in diesem Blog auch als Fortsetzung der Vogellisi-Saga –  ich blogge hier schliesslich bereits seit (da staune ich selbst!) 2014. Und ich bin ja nicht der einzige, der das Erbe der Kräuterfrau seit Längerem pflegt. Anfang Juli singen ihr zu Ehren wieder zahlreiche Künstler am 11. Vogellisi-Festival, und Ende Juli findet der Vogellisi-Berglauf bereits zum 16. Mal statt. So weit, so etabliert.

Stellt sich nur die Frage, ob zu viele Köche nicht den Brei verderben. Denn die Reihen der Vogellisi-Sympathisanten werden immer breiter. Die Bergbahnen Adelboden AG etwa hat gerade die neue Marke Vogellisi-Berg lanciert und darunter alle Sommerangebote zusammengefasst (Motto: «Komm hoch und träume»). Daneben tickt der Countdown zur Eröffnung des Vogellisi-Erlebniswegs am 13. Juli – notabene organisiert von «Vogellisis 50 besten Freunden». So weit, so überbordend?

Dann aber besinne ich mich, wie ich vor 6 Jahren den Vogellisi-Blog mit folgenden Worten vorgestellt habe: «Die Legende ist in jedem Mund, weil jeder Mund die Geschichte anders erzählt. Diese Plattform soll ebenso vielfältig und vieldeutig sein wie das Lisi selbst.» Das gilt nach wie vor und auch über den Blog hinaus. In diesem Sinne beleben mehr Akteure die Saga – weil ihr jeder eine neue Deutung hinzufügt. Es lässt sich halt einfach nicht in eine Schublade stecken, das Lisi. So weit, so rätselhaft.

Das Fenster zu fremden Welten

Die Welt des Films hat mich schon immer fasziniert. Eigentlich will ich gar nicht so genau darüber nachdenken wie viel Lebenszeit ich nicht in meiner, sondern in einer anderen, viel spannenderen, lustigeren, dramatischeren Realität verbracht habe. Die Antwort könnte ich wohl nicht guten Gewissens sagen. Und doch bereue ich, von einigen schlechten Filmen mal abgesehen, keine einzige Minute davon. Über die Jahre hat meine Begeisterung für dieses Medium nur noch weiter zugenommen. Doch ihren Ursprung hat diese Faszination zweifellos in Adelboden gefunden – genauer an der Landstrasse 18, wo seit über 50 Jahren das Ciné Rex steht.

Ich verbinde so viele Erinnerungen mit diesem Ort. Wie neidisch ich immer auf meine Freundin war, die während der Schulzeit dort gearbeitet hat und deshalb jeden Film gratis sehen konnte. Ich hingegen hortete unzählige kleine gelbe Kinogutscheine, die ich immer von meinem Grosseltern zum Geburtstag und Weihnachten bekam. Jedesmal musste sorgfältig abgewogen werden für welche Filme ich sie ausgeben wollte. Und wenn eine Investition als gut befunden wurde ging man am nächsten Tag gleich nochmal in den selben Film. Wie verwegen wir uns immer gefühlt haben als wir, statt auf den roten Samtsesseln, ganz hinten auf dem “Bödeli” neben dem Projektorraum Platz genommen haben. Denn eigentlich war es ja nicht erlaubt, das wurde zumindest immer getuschelt. Aber man konnte dort liegen, sich ausbreiten und das ganze Kino überblicken. “The best seat in the house” sozusagen!

Heute bevorzuge ich die weichen Sitze, denn um ehrlich zu sein war der “Bödeli-Boden” doch ganz schön hart. Und auch wenn ich heute Filme lieber in der Originalfassung schaue und deshalb eher selten hier bin, fühlt es sich für mich jedes mal an wie nach Hause kommen. Ich habe bereits viele Kinos gesehen, aber keines gefällt mir so gut wie das gute alte Rex. Vielleicht ist es Nostalgie, vielleicht auch nur die Airbrushabbilder berühmter Schauspieler, die einem jedes mal willkommend zulächeln, aber dieser Ort strahlt Persönlichkeit aus. Wer also dem schlechten Wetter, der Hitze, oder einfach nur für ein paar Stunden der Realität entfliehen möchte sollte sich hier eine Kinokarte kaufen.

Bildcredit: http://cine-rex.ch/

Raclette im Sommer!?

Fast zuhinterst im Tal steht es, das beschauliche Alphüttli. Es duftet nach frischem Gras, warmem Sommerregen, nach Wald. Ruhig, abgeschieden und friedlich erscheint die Kulisse, man hört das Rauschen des Baches und der Bütschifälle. Die letzten Sonnenstrahlen lassen die Felswände glühen. Die perfekte Location also, für einen Sommerabend “am Bärg”. Für einen Freitagabend, der aufs Wochenende einstimmen soll. Für einen Racletteabend.

Nichts könnte besser zu einem solchen Abend passen, als ein Raclette. Dass ich dies jemals selbst behaupten würde, hätte ich wohl vor einer Woche noch nicht unterschrieben, doch ich wurde gänzlich vom Gegenteil überzeugt:

Nach ganz urtümlicher Art wurde das Raclette zubereitet. Der frische Käselaib wurde halbiert und so nahe ans offene Feuer gelegt, dass dieser langsam zu schmelzen begann. Da bei wird er nicht nur geschmolzen, sondern gleichzeitig auch geräuchert und gegrillt.

So entstand der unverwechselbare Geschmack eines “echten” Raclettes, der kaum besser in diese unvergleichbare Kulisse gepasst hätte.

Fazit: So authentisch mir Adelboden an diesem Abend auch vorkam, so sehr stellte ich auch fest, dass das Vogellisi in mir noch nicht ausgelernt hat.

Wenn man beim Joggen kurz zum Gärtner wird…

Eigentlich war ich fest überzeugt, dass ich den Hörndliweg doch nun schon lange genug und eigentlich in- und auswendig kenne, bis ich gestern Abend Folgendes entdeckte: Auf der Holzterrasse eines Stafels (kleine Berghütte) oberhalb des Dorfes stehen rote, grosse Topfpflanzen. Nichts Aussergewöhnliches, oder? Nun, das dachte ich im ersten Moment auch, bis ich zwischen den Blättern und Blüten eine kleine Giesskanne mit folgender Aufschrift entdeckte: „Bitte Blumen giessen“.

Schmunzelnd bin ich diesem Rat gefolgt, habe die Kanne am nebenstehenden Brunnen neu aufgefüllt und gut sichtbar am selben Ort für den nächsten “Gärtner” wieder platziert.

Wer auch immer auf diese erfrischende Idee gekommen ist, die Blumen werden es ihm oder ihr während den andauernden Hitzetage mit Sicherheit danken.

Die Oase von Adelboden

In den letzten Tagen profitierte ganz Adelboden vom heissen Sommerwetter. Auch dem Panorama – Schwimmbad Gruebi spielte das Hoch Annelie in die Hände: das Vollmondschwimmen vom letzten Donnerstag war sehr gut besucht, und die aussergewöhnlich angenehmen Temperaturen erlaubten noch am späten Abend einen Sprung ins erfrischende Nass. Besser hätte der Anlass nicht datiert sein können. Die Stimmung war ausgelassen, es wurde getanzt, gejasst und natürlich gebadet.

Das traditonsreiche und bekannte „Schwimpi“ wie es die Adelbodner nennen, lädt nicht nur zum Schwimmen und Plantschen ein, sondern soll Begegnungsort sein und hat den ganzen Sommer über ein vielfältiges Programm, und somit für jede und jeden etwas zu bieten: Von Jumping- Fitness Kursen, über Zumbaevents, Weindegustationen, Raclette- und Fondueabenden bis hin zu einer 1. August-Feier.

Neulich entdeckten wir eine aufgehängte Skizzierung im Schwimmbad, die verrät, dass das Gruebi bald renoviert und ausgebaut werden soll. Das Becken soll von 25 Meter wieder auf die ursprünglichen 50 Meter vergrössert werden und Zukunft werden die ganz Mutigen auch wieder vom Sprungturm jumpen können. Die Skizze zeigt auch, dass der altehrwürdige Pavillon, wie wir ihn von Plakaten aus ganz frühen Zeiten kennen, wieder seinen Platz finden wird.

Das Gruebi- die Oase von Adelboden- war einst Strandbad und ist heute Treffpunkt für Jung und Alt, Gäste und Einheimische und wie ich finde, wichtiger Bestandteil unserers Dorfs. Die Investition in unser Schwimmbad ist zugleich eine Standortaufwertung und Investition in die Zukunft. In eine Zukunft als Destination wie auch Zukunft unseres Dorflebens.