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Wenn ig nume wüsst, wo ds Vogellisi wär…ja, wo denn?

Das Vogellisi. Omnipräsent im Lohnerdorf. Weit über die Talgrenzen hinaus bekannt. Musikalisch verewigt. Sagenumwoben. All dies stellt das berühmte “Kräuterfraueli” dar. Jeder meint, die Geschichte zu kennen,  jeder kann die musikalischen Strophen wiedergeben und jeder hinterfragt singend ihre Herkunft, doch wo lebte sie wirklich, die Frau mit dem grossen Wissen über Heilkräuter? Letztes Wochenende begab ich mich wandernd auf Spurensuche und wurde dank einem Ortskundigen fündig: Das Haus vom Vogellisi. Weit unter der Tschentenfluh auf einer Lichtung mitten im Wald und hoch über dem Dorf steht es, das “Heimetli” in dem das Vogellisi angeblich gewohnt haben soll. Wie immer: Angeblich. Ich liess mir diese Aussage im Dorf zwar mehrmals bestätigen, allerdings jedesmal unter dem Vorwand: “also, ig ha gmiint” und “schiins”. Warum wissen wir so wenig über diese Frau, welche unser Dorf so prägt? Warum werden über sie tausend Geschichten erzählt und dennoch ist sich niemand einig?

Ob Wirklichkeit oder Sage, ungeklärt bleibt Vieles, doch wo wäre Adelboden ohne sein berühmtes Lisi?

Tagwach um 3.45 – der Gipfel ruft!

Einer der schönsten Plätze in oder besser gesagt über Adelboden erhielt diese Woche gleich doppelten Besuch vom Vogellisi. Der Bunderspitz bei Sonnenaufgang.

Wenn die Adelbodner und manchmal auch Gäste freiwillig mitten in der Nacht aufstehen, muss vermutlich eine grosse Entschädigung auf sie warten. Genau so war es auch diesmal wieder. Wie es zum sommerlichen Ritual eines Einheimischen gehört, machten sich auch Rägäpöli und Chälistii auf den Marsch, welcher mit Stirnlampe und dick eingepackt im Schwarz der Nacht beginnt, Richtung Gipfel auf 2546 Meter über Meer. Auf dem Gipfel erwartet einem Wind, Kälte, verschwitze Kleidung, ABER: Ruhe, schroffe Felswände und die aufgehende Sonne. So pur und unverfälscht erlebt man die Natur an kaum einem zweiten Ort im Tal. Die anfängliche Müdigkeit und Anstrengung ist schnell verflogen und bald schon geht es zurück ins Tal zum wohlverdienten Brunch. Wo, wie und was wir brunchen, und alles rund um feine Brunchmöglichkeiten in Adelboden werden wir euch bald auf unserem Blog verraten.

 

Happy weekend!

Alpenbaden

Der Sommer ist endlich auch im Lohnerdorf angekommen. Von überall her störmen wieder Wanderer ins Dorfzentrum, Rägäpöli fröhnt in der Mittagspause dem Alpentennis und ich finde mich beim „Alpenbaden“ beziehungsweise dem Frühschwimmen wieder. Nichts lieber als das! Der Sprung ins kühle Nass an den noch kühlen Morgen braucht zwar Überwindung, doch bei diesem Panorama im Schwimmbad Gruebi: Nichts lieber als das! Im Gegensatz zur morgendlichen Wassertemperatur lässt mich der Blick weit nach oben zum Wildstrubel nicht kalt. Ich glaube, von diesem Panorama können selbst wir Einheimische niemals genug bekommen. Der Strubel ist zwar noch schneebedeckt, allerdings findet diesen Samstag der berühmte Alpaufzug entlang der Engstligfällen auf das Hochplateau statt. Über 500 Tiere werden den steilen Aufstieg frühmorgens (05:00) auf sich nehmen und den Bergsommer in Adelboden definitiv einläuten.

Man sieht, egal ob Alpentennis, Alpenbaden Alpenpanorama oder Alpaufzug – Sommer in den Bergen ist oniborg ein Vergnügen!

Ä Gschicht vo Endi u Afang

 

D’ Adelbodner Bärga si i Chuerächt iitilt. Jedä Bärg bsitzt nämlig so viel Chuerächt, wie är Vieh dr Summer dür mag nährä. D’ Beständ vam Vieh vo dä Buurä si vo Summer zu Summer unterschidlig u no vor em Gang z’ Bärg unvertiilt. Genau um die rästligä Chuärächt wird am Fritig ar Bärgrächnig gfeilscht.

Drbi isch d Bärgrächnig, also dr Adelbodner Früehligsmärit, viel meh als numä ä Zämäkunft u Verhandlig vo dä Landwirtä. D Bärgrächnig setzt däm trischtä Ortsbild vor Zwüschäsaison äs Endi u eröffnet d’ Summersaison im Lohnerdorf.

Isch Bärgrächnig, herrscht im Schwand bis spat id Nacht äs munters Tribä, ä enormä Kontrascht wemä mit dä vorhärigä stillä Wuchi verglicht. Sie huucht Adelbodä umhi Läbä ii u let näd numä Chinderhärz höjer la schla. D’Bärgrächnig versetzt ds ganza Dorf inä usglasseni Stimmig, alls git a däm Tag ä chli ringer, jeda isch äs Bitzi entspannter. Ma trifft sig zum Zmittag, zum Ziveri ufnä no warma Berliner vam Houeter, idä Büro u Gschäft schmeckts nach brenntä Mandli u Nidläfäfeni u spetischtens nam Fyrabä gseht sig ganz Adelbodä bim Gempeler Fritz.

Dr Afang vom Summer söll gfyret wärdä, will ds Endi chunnt ganz gwüss u scho viel ds gli umi, Bärgrächnig isch am Fritig, 3. Brachet!

Adelboden am Eurovision Song Contest

Morgen Dienstag startet wiederum der Eurovision Song Contest, welcher dieses Jahr in Stockholm stattfindet. Mittendrin: Eine “Adelbodnerin” – okey,zugegeben “Fast-Adelbodnerin”. Die Kanada-Schweizerin Christina Maria Rieder wird mit ihrem Künstlernamen Rykka in Schweden an den Start gehen.

Die Schweizer Wurzeln sind aber omnipräsent: Rykkas Grossvater wanderte von Basel nach Vancouver aus, Rykkas Vater spielte Eishockey und wurde für eine Saison als kanadische Verstärkung zum Adelbodner Eishockeyclub geholt. In dieser Zeit wurde Rykka nach eigenen Angaben im Lohnerdorf gezeugt, kam aber dann Anfang 1986 in Vancouver zur Welt. Ihren 30. Geburtstag brachte sie zurück zu den Wurzeln ins Vogellisidorf.

Rykka tritt am Donnerstag, 12. Mai für die Schweiz im zweiten Halbfinale auf. Sendezeit: 21.00 SRF 2

Ein Vorgeschmack gibts hier:

Adelboden auf internationalem Parkett, das Vogellisi drückt Rykka die Daumen!