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Ein Thron auf der Piste 3

Ist es wirklich schon zwei Jahre her, dass ich über meine letzten Nachtschlittel-Aktionen berichtet habe? Unglaublich. Und höchste Zeit, nach Posts zu Ski und Snowboard auch noch dem Gefährt mit den zwei Kufen die Ehre zu erweisen. Ich war nämlich wieder zu später Abendstunde auf der Piste unterwegs. Und ich habe dazugelernt:

  • Nein, diesmal habe ich in weiser Voraussicht keinen Skigibel gewählt (vor zwei Jahren im dichten Schneetreiben nachts eine schmerzhafte Angelegenheit …). Sondern einen normalen, schweren, zuverlässigen Schlitten.
  • Nein, ich habe mich weder nur auf den Vollmond noch auf die Pistenbeleuchtung verlassen. Stattdessen sorgte ich mit einer Stirnlampe für meine eigenen Scheinwerfer.
  • Nein, ich liess keine Kollegen an mir vorbeiziehen. Diesmal war ich derjenige, der überholte.
  • Nein, ich wurde kein Opfer mehr von Tiefschnee-Tauchern und klammen Fingern. Gute Kleidung und vorsichtige Fahrweise hielten mich warm und unfallfrei.
  • Und ja, dieser Bericht mag vielleicht weniger abenteuerlich klingen als der vor zwei Jahren. Aber ich bekam dafür mehr Spass und weniger blaue Flecken. Das hätte selbst dem Jungspund eingeleuchtet, der ich damals war. Vor langer Zeit auf Tschenten.

Der Doktor macht wohl Scherze?

Ich habe selber Mediziner in der Familie. Darum weiss ich dreierlei: Ein Arzt muss erstens verschiedene Rollen beherrschen. Weil die Klienten eben auch verschieden auf ihn reagieren. Ich weiss zweitens, dass das Berner Oberland manchmal leider viele Patienten liefert. Waldarbeiter. Gleitschirmflieger. Motorradliebhaber. Skifahrer. Hier ist Effizienz und Erfahrung bei der Behandlung gefragt. Drittens macht sich Humor trotz Krankheit gut. Es gibt in der Schweiz sogar einen Verein zur Förderung von Gesundheitsclowns (kein Witz!).

Nun will ich dem Spital Frutigen diesbezüglich nicht seine Kompetenzen absprechen. Aber es gibt einen Arzt, der diese drei Anforderungen perfekt erfüllt: der Komiker Fabian Unteregger. Der studierte Mediziner ist mit seiner One-Man-Show gerade mit dem Programm «Doktorspiele» unterwegs. Und macht am 2. Februar auf der Tschentenalp Halt. Dabei schafft er spielend den Spagat zwischen Schnee, Stethoskop und Mikrofon. Denn schon als Kind fand Unteregger beim Skifahren die Pistenrettung das Grösste. Doch die zweite Leidenschaft galt eben gleichzeitig der Parodie.

Rollenspiele sind zwar nichts Neues im Engstligtal: Man denke nur ans vielschichtige Vogellisi, an die nostalgischen Verkleidungen am «Horäschlittä-Renä» oder an die perfekte Tarnung der Birkhühner. Aber der Zürcher Stand-Up-Comedian legt hier noch einen drauf: 50 Promis von Baschi über Roger Federer bis Christoph Blocher kann der 38-Jährige imitieren. Und nach weit über 500 Soloshows weiss Unteregger, dass die Berner ein gutes Comedy-Publikum sind. Und dass es sich darum lohnt, aus einem Hausberg einen Humorberg zu machen. Fazit: Diese Diagnose lässt sich doch hören.

Tschenten meets Fabian Unteregger: Donnerstag, 2. Februar 2017, 18 Uhr

Brunchhotspots: Schlemmen auf Adelbodens Hausberg

Inspiriert von den Bärnermeitschis begeben nun auch wir uns unter die “frühstückenden” Blogger. Denn wie die Bundestadt, hat auch Adelboden eine Menge Brunch-Highlights zu bieten. Den Anfang machten wir im Bergrestaurant Tschentenalp. Im Sommer kann dort von 9.00 bis 11.30 geschlemmt werden. Leider erwischten wir einen nebligen und etwas trüben Sonntag, doch nach der kurzen fünfminütigen Bahnfahrt und dem Anblick des Buffets ging in unseren Schlemmerherzen die Sonne auf. Das Buffet des Tschentenbrunch bietet eine kleine, feine Auswahl an verschiedenen Borten, Gipfeli und Ankezüpfe, hausgemachte Marmeladen, Früchte und Fruchtsälfte und auch die Liebhaber deftiger Gerichte kommen mit Würsten, Fleisch und Käseplatte auf ihre Kosten.  Alles rund um das Ei kann bestellt werden und wird direkt in der Küche frisch zu bereitet. Ein Highlight waren der selbstgemachte Waldbeer- und Ananassmoothie. Auf der Tschentenalp steht Genuss und Gemütlichkeit im Vordergrund; hektisches Treiben oder gar Anstehen und Stau am Buffet sind hier Fehlanzeige.

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Unser Fazit: Alpiner Genuss in gemütlichem Ambiente mit bester Aussicht auf Adelbodens Bergwelt (ohne Nebel 😉 ), sehr aufmerksames Personal und Köstlichkeiten, welche mit viel Liebe hergestellt und aufgedeckt wurden. Das TschentenZmorge erfüllt alle Frühstückswünsche!

Das ist mein Bier

Es gibt mehrere Faktoren, warum der Griff zum Hopfentee gerade wieder angesagt ist. Da wäre einmal der Sommeranfang. Dass dieser momentan noch etwas verhalten wirkt, ist dabei kein Argument: Es ist erwiesen, dass Temperaturen über 28 Grad nur unnötig den Bierdurst schmälern. Da wäre dann zweitens der EM-Start. Dass in den Pausen der allgemeine Wasserverbrauch wegen unzähliger Toilettenspülungen etwa ums Doppelte in die Höhe schnellt, spricht für sich. Da wäre drittens der Saisonstart der Bergbahnen mit ihren Terrassen. Da wäre viertens die wachsende Nachfrage nach Craft-Bieren, also Getränken aus kleinen, kreativen Betrieben. Da wäre fünftens schliesslich die Zunahme der Braustätten: Vor 30 Jahren waren es 35 in der Schweiz, mittlerweile zählen wir über 574 davon.

Da sitze ich also auf Tschenten und nippe am untergärigen Hausbergbier aus der kleinen Berner Tramdepot-Brauerei. Bin ich nun ein typischer Craft-Bier-Hipster? Mal sehen: Männlichen Geschlechts? Check. Vollbärtig? Check. Tätowiert mit Karo-Hemd? Fail. Start-up-Gründer aus Zürich? Fail. Nein, man muss eben kein Craft-Spinner sein, um beim Barkeeper nicht einfach «ein Bier» zu bestellen. Man kann auch schlicht ein Geniesser sein, den es freut, wenn einheimische Getränke mit Charakter serviert werden. Und diese malzige Handwerkskunst ist zudem fast zu schade, um hastig während eines EM-Spiels vernichtet zu werden. Auf der Alp gilt eben besonders: Nimm dir Zeit. Es gibt für jede Situation das passende Bier.