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Immer cool bleiben

Es ist so eine Sache mit Klimaanlagen. Da planschte ich gerade noch in der Badi und betrete nun den auf gefühlte 8 Grad heruntergekühlten Laden. In mir regt sich plötzlich das Verlangen nach Glühwein, und der Sommertag endet mit Schnupfen.

Da sitze ich zweitens gerade im Zug, als die Klimaanlage den Geist aufgibt. Der Kohlendioxid-Pegel steigt bedrohlich an, als die Rentner-Reisegruppe im Abteil gierig die letzten Sauerstoffreserven einsaugt. Auf den dunklen Sitzen liessen sich nun Spiegeleier braten, und nein, die Fenster lassen sich schon lange nicht mehr öffnen.

Da schwitze ich drittens im Schlafzimmer, während mir ein lärmender Ventilator schale Luft um die Ohren bläst. Schliesslich schalte ich die Klimaanlage an. Nur um kurz darauf zu beobachten, wie das klebrige Kondenswasser den Putz von den Wänden schwemmt.

Da schreibe ich viertens einen Sommerpost im Wissen, dass ich ihn ohne Klimaanlage gar nicht veröffentlichen könnte. Denn irgendwo steht ein gut gekühlter Serverblock mit den nötigen Kapazitäten, damit User überhaupt „Vogellisi-Blog“ googeln können.

Es ist so eine Sache mit Klimaanlagen. Das beste Modell gibt es in den Alpen. Es nennt sich “Wanderweg”. Mit einem Grad pro hundert Höhenmeter stufenlos regulierbar. Zu 100 Prozent mit Bio-Energie betrieben. Und dabei so individuell: Der mit Schnupfen bleibt auf dem Talboden, der mit Wallungen kühlt sich an der Gletscherzunge. Go for it!

Unzeitgemässe Betrachtungen

Eigentlich paradox, dass ich hier blogge und dabei so wenig Ahnung von der digitalen Welt habe. Kürzlich wollte ich ein Dokument kopieren, und jemand meinte, ich solle es doch rasch mit dem Handy fotografieren. Ich zückte meine verstaubte Steinzeitwurzel, die knapp SMS in Keilschrift schreiben kann — und erntete grosses Gelächter.

Dabei können moderne Geräte wirklich schöne Bilder schiessen. Ich habe mich in die Tiefen des Internets begeben und sie dort gefunden: Aktuelle Fotos von Skilehrern auf dem Bundesplatz, von goldenen Lärchen, vom ersten Schnee und letzen Fliegenpilzen. Dazu werden dann Tausende Daumen in die Höhe gereckt, Dutzende Herzen vergeben und eifrige Kommentare geschrieben.

Wobei — so lange musste ich dann doch nicht im Web nachforschen. Schliesslich stammen alle diese Beispiele vom Adelbodner Auftritt auf Twitter, Instagram oder flickr. Ach ja, das wäre auch noch ein Grund für ein neues Handy. Mit meinem alten Knochen diese Internetplattformen zu besuchen, ist wie den Wildstrubel im Handstand zu erklimmen.