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Das blühende Leben

Eine wunderliche Welt im Wechsel ist der Sommer. Da werden in Adelboden Tunnel geputzt, Häuser renoviert oder gleich abgerissen und neue Bergbahnen gebaut. Wer die Aufbruchsstimmung etwas natürlicher mag, sollte seinen Blick aber lieber mal auf die Wiesen und Matten der Region werfen. Die Frühlingsflora wartet dort mit Gewächsen auf, deren Blütenpracht nur noch von den lieblichen Namen übertrumpft wird. So gedeihen am Wegesrand etwa das «Tausendschönchen», das «tränende Herz», der «Elfenschuh» oder das «Frühlings-Adonisröschen». So schön, so gut.

Doch die Natur kann auch ganz anders. Deutlich merkwürdiger klingen nämlich bereits Blumennamen wie die «Forellenlilie», die «Teppich-Golderdbeere» oder der «Wunderlauch». Auch der «kriechende Günsel» schafft es wohl nicht in die Top 10 der wohlklingendsten Pflanzenarten. Wenn schliesslich gar abstossende Namen wie «filzige Pestwurz», «Warzenwolfsmich» oder «Fieberklee» fallen, wünscht sich manch einer wohl den Schnee zurück, um diese widerlichen Auswüchse aus dem Blickfeld zu tilgen. Dabei sind doch eigentlich nur die Bezeichnungen widerlich, die Blumen selbst wären eine Augenweide. Die spinnen halt, die Botaniker.

Wenn man beim Joggen kurz zum Gärtner wird…

Eigentlich war ich fest überzeugt, dass ich den Hörndliweg doch nun schon lange genug und eigentlich in- und auswendig kenne, bis ich gestern Abend Folgendes entdeckte: Auf der Holzterrasse eines Stafels (kleine Berghütte) oberhalb des Dorfes stehen rote, grosse Topfpflanzen. Nichts Aussergewöhnliches, oder? Nun, das dachte ich im ersten Moment auch, bis ich zwischen den Blättern und Blüten eine kleine Giesskanne mit folgender Aufschrift entdeckte: „Bitte Blumen giessen“.

Schmunzelnd bin ich diesem Rat gefolgt, habe die Kanne am nebenstehenden Brunnen neu aufgefüllt und gut sichtbar am selben Ort für den nächsten “Gärtner” wieder platziert.

Wer auch immer auf diese erfrischende Idee gekommen ist, die Blumen werden es ihm oder ihr während den andauernden Hitzetage mit Sicherheit danken.

Die Oase von Adelboden

In den letzten Tagen profitierte ganz Adelboden vom heissen Sommerwetter. Auch dem Panorama – Schwimmbad Gruebi spielte das Hoch Annelie in die Hände: das Vollmondschwimmen vom letzten Donnerstag war sehr gut besucht, und die aussergewöhnlich angenehmen Temperaturen erlaubten noch am späten Abend einen Sprung ins erfrischende Nass. Besser hätte der Anlass nicht datiert sein können. Die Stimmung war ausgelassen, es wurde getanzt, gejasst und natürlich gebadet.

Das traditonsreiche und bekannte „Schwimpi“ wie es die Adelbodner nennen, lädt nicht nur zum Schwimmen und Plantschen ein, sondern soll Begegnungsort sein und hat den ganzen Sommer über ein vielfältiges Programm, und somit für jede und jeden etwas zu bieten: Von Jumping- Fitness Kursen, über Zumbaevents, Weindegustationen, Raclette- und Fondueabenden bis hin zu einer 1. August-Feier.

Neulich entdeckten wir eine aufgehängte Skizzierung im Schwimmbad, die verrät, dass das Gruebi bald renoviert und ausgebaut werden soll. Das Becken soll von 25 Meter wieder auf die ursprünglichen 50 Meter vergrössert werden und Zukunft werden die ganz Mutigen auch wieder vom Sprungturm jumpen können. Die Skizze zeigt auch, dass der altehrwürdige Pavillon, wie wir ihn von Plakaten aus ganz frühen Zeiten kennen, wieder seinen Platz finden wird.

Das Gruebi- die Oase von Adelboden- war einst Strandbad und ist heute Treffpunkt für Jung und Alt, Gäste und Einheimische und wie ich finde, wichtiger Bestandteil unserers Dorfs. Die Investition in unser Schwimmbad ist zugleich eine Standortaufwertung und Investition in die Zukunft. In eine Zukunft als Destination wie auch Zukunft unseres Dorflebens.

 

Das Hoch ist weiblich

«Annelie» heisst das Hoch, welches das Oberland diese Tage schwitzen lässt. Warum «Annelie»? Weil Hochdruckgebiete in ungeraden Jahren weibliche Namen tragen und Tiefdruckgebiete männliche. «Xenia», «Yoko» und «Zoe» hiessen also die vorhergehenden Hochs 2015, «Bigi», «Clara», «Dietlinde» und «Eva» werden in den nächsten Monaten folgen. Und hoffentlich nicht «Reinhard» oder «Siegfried» – denn so heissen wahrscheinlich die nächsten Tiefdrucklagen.
Und wer ist für diese Namentaufe verantwortlich? Sie. Seit 1954 kann man beim Berliner Institut für Meteorologie nämlich eine Namens-Patenschaft für Wetterlagen beantragen. Zeitungen, Radio- und Fernsehwetterberichte übernehmen dann die ausgewählten Namen. International. Wenn Sie also auf dem Hahnenmoospass die Sommersonne geniessen, könnte es bald schon Ihr Name sein, der dem aktuellen Hoch gehört. Dann können Sie sich quasi an sich selbst sonnen – es sei denn, Sie sind männlich: Dann rate ich Ihnen, sich erst nächstes Jahr zu bewerben. Erst dann gehört das Hoch nämlich wieder Ihnen.

Dr Summer chunnt!

Eeeeeeeendlich: pünktlich zu Beginn der Sommerferien hält der Sommer auch in den Alpen Einzug. Warme Tage stehen uns bevor,die Wetterprognosen sind vielversprechend: von 11 und mehr Sonnenstunden pro Tag und bis zu 27 Grad sprechen die Wetterpropheten.

Dass solche Hitzetage auf 1350 Meter ü. M. aussergewöhnlich sind, muss wohl nicht angefügt werden.

Erfreulich für alle (einheimischen) Sonnenanbeter, Wandervögel, Bergbahnen und alle Glacéverkäufer im Dorf, wenn die Temperaturen in die Höhe klettern.

Folgende Spots sind ideal für ein “Cool down”:

 

  • Kurze Wanderung zur Cholerenschlucht
  • Ein kühles Rotkäppchen im Café Haueter
  • Ein hausgemachtes Jogurt-Glacé im Des Alpes
  • Sprung ins eiskalte Dossenseeli
  • Frühmorgendlicher Aufstieg zum Bunderspitz
  • Abendliches Dolce far niente auf dem wunderschönen Dorfplatz

 

Der Sommer hat ja so viel zu bieten, und Adelboden noch viel mehr!