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Mit dem Green versöhnt

Ich hielt mich schon für ziemlich hip als Cross-Golfer. Als Urban-Golfer. Als Offroad-Golfer. Zusammen mit drei Kollegen hatte ich mir zuvor ein altes 6er-Eisen gekauft, einige Bälle beim nächsten Golfplatz geklaut und mir eine technische Schnellbleiche verpasst. Und dann wollten wir die weissen Kugeln fliegen lassen – in der Kiesgrube, im Wald, auf dem Fussballplatz, im Steinbruch oder auf der Schafweide. Ich hielt mich schon für ziemlich alternativ, weil wir mit den geschniegelten Spielern der etablierten Golfplätze so wenig gemeinsam hatten: Kein Dresscode, kein vorgegebenes Loch, kein Handicap und keine Ahnung, wie man richtig abschlägt.

Die Jahre vergingen, und bald war ich der einzige unserer Gruppe, der noch gelegentlich zum 6er-Eisen griff. Dafür weitete ich meinen Aktionsradius aus und probierte, wie sich Golf in den Bergen anfühlt. Die Bälle wurden nun mit immer noch miserabler Technik vom Weg aus abgeschlagen. Wenn dabei ein Wanderer auftauchte, drehte ich meinen Schläger um und tarnte ihn so als Spazierstock (weil ich dachte, «so etwas macht man in den Alpen nicht»). Item. Vom Jura ins Innereriz, über die Rosenlaui-Schlucht und die Grosse Scheidegg bis ins Engstligtal führte mich meine einsame Cross-Golf-Route. Und dort, auf der Engstligenalp, entdeckte ich schliesslich, dass ich nicht alleine bin. Und dass die Golfspieler auf der Hochebene wissen, wie man zwischen Felsen und Bächen richtig abschlägt. Und dass sie es einem sogar zeigen. Und schliesslich, dass es in Ordung geht, vor dieser Kulisse an seinem Handicap zu arbeiten.*

*Am 10. September gehts wieder los mit Golfmountain auf der Engstligenalp.

Die Stimmung steigt

Ich singe gern beim Wandern. Wenn der Weg weit ist, gibt er auch der Musik viel Raum. Zudem wandere ich gern alleine – falsche Töne bleiben also meist ungehört. Gut, beim Aeugi-Lowa-Weg vom Hahnenmoospass zur Engstligenalp musste ich öfters leer schlucken, und das Singen ging wohl eher Richtung Stossgebet. Ja, ich gebe es zu: Sobald der Wanderweg blau-weiss und allzu ausgesetzt wird, könnte sich ab zu und zu eben ein Zittern in meine Stimme schleichen.

Aber das ist noch gar nichts. Denn das Ganze lässt sich ja beliebig steigern: Man kann in Adelboden schliesslich klettern statt wandern, man kann in grosser Gruppe klettern statt alleine, man kann in grosser Gruppe im Dunkeln klettern statt am Tag, und man kann sogar in grosser Gruppe im Dunkeln zu lauter Musik klettern statt zu singen. Die letzte Variante dürfte einigen schon bekannt sein: Sie findet am 22. August auf Silleren statt und heisst Höi-Turm-Party. Im Dunkeln in grosser Gruppe zu lauter Musik klettern – wenn hier einer der männlichen Gäste leer schluckt, liegt es aber vielleicht eher an DJ Tanja la Croix. Die lief früher schliesslich als Model auf internationalen Laufstegen. Wohl ohne zu zittern.

Ein Reiseblog aus dem Lohnerdorf

Sommerzeit ist Ferienzeit. Anlass genug, mich in Buchhandlungen in die Ecke der Reiseführer zu begeben, stets auf der Suche nach Inspiration. Auch wenn im Lohnerdorf Hochsaison herrscht, der Tourismusstudent in mir lebt, die Ferne ruft, unzählige, neue Orte warten darauf, entdeckt zu werden.

Eben, Inspiration ist gefragt…ratlos stehe ich vor den Reiseführern.Wer kennt es nicht, das beklemmende Gefühl, sich nicht entscheiden zu können, wartet doch garantiert überall ein Abenteuer?!

Doch Rettung naht, “World wide Web” sei Dank. Besser gesagt Simon & Fränzi sei Dank. Die beiden betreiben die Website “Um die Weltreise”. Mit im Gepäck: über 1500 Tage Backpackererfahrung auf Welt- und Langzeitreisen (zur Erinnerung, das sind mehr als 4 Jahre! ). Sie geben ihre Begeisterung und Freude am Reisen weiter, versorgen ihre Leserschaft mit Bildern, die einem träumen lassen, etlichen Tipps zu Ausrüstung und Reiseplanung und vor allem mit persönlichen Impressionen anderer Kulturen und Erlebnissen. Totales Reisefieber und Begeisterung aus Vogellisis Federn (Simon ist Adelbodner) eben, in den Post jeweils förmlich spürbar…

Thema Inspiration: gesucht, gefunden! Die Ferne ruft, merci: “um die Weltreise”!

Check it out: www.umdieweltreise.ch oder auf Facebook.

 

 

 

“Dr Himmel brennt” – Sonnenaufgang auf dem Bunderspitz!

“Man muss durch die Nacht wandern, wenn man die Morgenröte sehen will” – Khalil Gibran (1883-1931)

Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund. Goldig ist auch der Anblick eines Naturspektakels, das Adelboden immer und immer wieder zu bieten hat: der Sonnenaufgang auf dem Bunderspitz, zwar längts kein Geheimtipp mehr, aber dennoch, immer und immer wieder atemberaubend.

So schwer die Beine morgens um Vier sind, so kalt die Nase vom frischen Morgenwind auch sein mag, die Genugtuung, auf dem Gipfel zu stehen und zu bestaunen, wie sehr der Himmel brennt, entschädigt jegliche Strapazen und die Überwindung aufzustehen.

Darum,weil es so schön ist: bitte immer und immer wieder!

Raclette im Sommer!?

Fast zuhinterst im Tal steht es, das beschauliche Alphüttli. Es duftet nach frischem Gras, warmem Sommerregen, nach Wald. Ruhig, abgeschieden und friedlich erscheint die Kulisse, man hört das Rauschen des Baches und der Bütschifälle. Die letzten Sonnenstrahlen lassen die Felswände glühen. Die perfekte Location also, für einen Sommerabend “am Bärg”. Für einen Freitagabend, der aufs Wochenende einstimmen soll. Für einen Racletteabend.

Nichts könnte besser zu einem solchen Abend passen, als ein Raclette. Dass ich dies jemals selbst behaupten würde, hätte ich wohl vor einer Woche noch nicht unterschrieben, doch ich wurde gänzlich vom Gegenteil überzeugt:

Nach ganz urtümlicher Art wurde das Raclette zubereitet. Der frische Käselaib wurde halbiert und so nahe ans offene Feuer gelegt, dass dieser langsam zu schmelzen begann. Da bei wird er nicht nur geschmolzen, sondern gleichzeitig auch geräuchert und gegrillt.

So entstand der unverwechselbare Geschmack eines “echten” Raclettes, der kaum besser in diese unvergleichbare Kulisse gepasst hätte.

Fazit: So authentisch mir Adelboden an diesem Abend auch vorkam, so sehr stellte ich auch fest, dass das Vogellisi in mir noch nicht ausgelernt hat.