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Ein Thron auf der Piste 3

Ist es wirklich schon zwei Jahre her, dass ich über meine letzten Nachtschlittel-Aktionen berichtet habe? Unglaublich. Und höchste Zeit, nach Posts zu Ski und Snowboard auch noch dem Gefährt mit den zwei Kufen die Ehre zu erweisen. Ich war nämlich wieder zu später Abendstunde auf der Piste unterwegs. Und ich habe dazugelernt:

  • Nein, diesmal habe ich in weiser Voraussicht keinen Skigibel gewählt (vor zwei Jahren im dichten Schneetreiben nachts eine schmerzhafte Angelegenheit …). Sondern einen normalen, schweren, zuverlässigen Schlitten.
  • Nein, ich habe mich weder nur auf den Vollmond noch auf die Pistenbeleuchtung verlassen. Stattdessen sorgte ich mit einer Stirnlampe für meine eigenen Scheinwerfer.
  • Nein, ich liess keine Kollegen an mir vorbeiziehen. Diesmal war ich derjenige, der überholte.
  • Nein, ich wurde kein Opfer mehr von Tiefschnee-Tauchern und klammen Fingern. Gute Kleidung und vorsichtige Fahrweise hielten mich warm und unfallfrei.
  • Und ja, dieser Bericht mag vielleicht weniger abenteuerlich klingen als der vor zwei Jahren. Aber ich bekam dafür mehr Spass und weniger blaue Flecken. Das hätte selbst dem Jungspund eingeleuchtet, der ich damals war. Vor langer Zeit auf Tschenten.

Folge dem Licht!

Als ich kürzlich mit zwei Kollegen abends in Frutigen unterwegs war, stellte ich dreierlei fest: Erstens ist es schon so dunkel, dass man sich an den wenigen, hellen Punkten am Horizont orientieren muss. Das kann ein Himmelskörper sein oder auch die hochgelegene Station einer Bergbahn. Zweitens ist es schon so kalt, dass die Kühe und Esel im Stall sind und sich dort um die Futterkrippe drängen. Drittens haben in nächster Zeit einige Kinder in meiner Verwandtschaft Geburtstag, denen sollte ich wohl noch ein Geschenk besorgen.

Hm. Fassen wir noch einmal zusammen: Drei Typen irren nachts umher, lassen sich von Sternen leiten und haben nichts als Geburtstagsgeschenke für Kinder im Kopf? Das erinnert mich irgendwie an eine andere, alte Geschichte, die man sich bald wieder erzählen wird. Ihr wisst schon. Advent. Drei Könige und so. Aber keine Angst, ich reite jetzt nicht darauf herum. Die Frage ist nur, ob ich mir bei denen vielleicht noch was abgucken könnte. Blaublütler werden? Adelstitel kann man mittlerweile ja kaufen, aber das lasse ich doch lieber sein. Meinen kleinen Nichten Myrrhe und Weihrauch schenken? Kommt wohl auch nicht so gut an.

Aber dem Licht in der Dunkelheit folgen, das ist und bleibt ein guter Plan. Da lohnt es sich, die drei Könige zu imitieren. Hinter dem nächsten, hell erleuchteten Fenster wird demnächst wohl eine erste Kerze an der Wärme angezündet, dieses Ziel kann so verkehrt also nicht sein. Und wer das Licht weiter oben am Horizont anpeilt, landet vielleicht auf Silleren oder Elsigen. Auch gut – dieses Wochenende werden dort ja schliesslich die ersten Pisten eröffnet.