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Die Kunst der Verfremdung

Ach ja, die Kreativität in Adelboden. Man nehme alltägliche Materialien und stelle sie in einen unerwarteten Rahmen – et voilà: schon haben wir eine künstlerische Aussage im Dorf. Die grossen Namen sind dabei ja schon lange Programm. Aus Alteisen entstand etwa Basil Luginbühls «Feuervogel» auf Tschenten. Mit psychedelischen Farben schickte Maler Björn Zryd seine Kuhporträts in eine andere Dimension. Die zieren jetzt unter anderem das Büro von Nationalrat Albert Rösti. Es gibt aber auch die Stuhlinstallationen vor der «Alten Taverne». Es gibt die mannshohen Adler der Holzschnitzerei Trummer. Und es gibt dieses Motorrad aus Kunststoffrohren, mit dem die Marc Germann AG am Risentensträssli für ihre sanitären Installationen wirbt.

Und wo bitte ist dabei jetzt die künstlerische Aussage? Ich will es mal so sagen: Klar haben all diese Werke trotz Verfremdung noch eine Funktion – aber welche genau, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Und genau solche Momente machen eine Gemeinde lebendig.

Mit ihm macht Kaviar Spass

Er hat im «Nebelspalter» Cartoons veröffentlicht. Er hat Kinderbücher geschrieben. Er hat einen Berner Verlag samt Druckerei geleitet. Er hat die Kindersendung «Spielhaus» im Schweizer Fernsehen moderiert. Er hat Teppiche, Skulpturen, Plakate, Uhren und Briefmarken gestaltet. Er hat ein eigenes Restaurant und ein sogar eigenes Museum.

Haben Sie ihn wiedererkannt? Das waren einige der wichtigsten Lebenswerke des Künstlers Ted Scapa. Er wurde dafür mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Und seit einem Monat hat er nun sogar einen eigenen Kaviar: Scapa gestaltete nämlich die 2. Edition «CaviArt» im Tropenhaus Frutigen. «Bei früheren Aufenthalten in Russland und im Iran bin ich erstmals mit Kaviar in Berührung gekommen. Da wurde der Kaviar mit Suppenlöffeln serviert», wurde Scapa in einer Tropenhaus-Medienmitteilung dazu treffend zitiert. Die aktuelle Fischei-Kunst hat allerdings ihren Preis: Eine 125-Gramm-Dose schlägt mit schlappen 385 Franken zu Buche. Da müsste ich dann doch noch einige Posts mehr bloggen, bis ich mir den wieder mal gönnen würde.

Gut, Sie müssen zum Glück kein Kaviarliebhaber sein, um dem Künstler auch sonst näher zu kommen. Am nächsten Wochenende wird er im Rahmen des Wintermärits nämlich sowieso erneut im Tropenhaus Frutigen weilen. Sein Workshop heisst «Spass mit Ted Scapa». Vielleicht lässt er einen ja dabei zum Spass auch von seinem Kaviar naschen. Lecker ist der halt schon.