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Heu gehört auf die Bühne

Eigentlich nennt man erst den Juli den Heumonat. Aber ich habe sie natürlich schon jetzt wieder überall an den steilen Wiesen des Engstligtals gesehen. Die mit Sensen und Heugabeln Bewaffneten. Die da Gras mähen, zetten, zusammenrechen, wenden, trocknen und abtransportieren – notabene an Orten mit einer Hangneigung, wo andere bereits im Klettergurt den dritten Haken in die Wand schlagen. Ja, so steil ist das dort.

Und man muss kein Jungrind sein, um Heu zu mögen. So viele Möglichkeiten stecken in der Biomasse: Ich denke da zum Beispiel an romantische Nächte im Heu. Daneben haben ferner Spitzenköche diese aromatische Zutat entdeckt und bereiten nun Heusuppe und Lammkeule im Heumantel zu. Im Hausbau ist die Diskussion um Heu als Isolationsmaterial ebenfalls wieder aktuell. Im Wellness-Sektor lässt sich der betuchte Gast daneben gerne mit einer Heupackung verwöhnen.

Auch darum arbeiten die mit Sensen und Heugabeln also weiter in den Hängen. Auch darum wagen sie sich in so steile Wiesen, dass das knietiefe Gras ihre Nase kitzelt. Denn noch ist nicht genug Heu unten für alle.