Beiträge

Auf zwei Rädern durch die Schweiz – Boxenstopp in Adelboden

Gestern bekam Adelboden Besuch auf zwei Rädern. Der Vogellisiblog traf Reto Fehr, Sportredaktor der Schweizer Onlinezeitung Watson, welcher sich zum Ziel gesetzt hat, per Rad jede einzelne der 2324 Gemeinden der Schweiz abzuradeln. Am Montag Abend war das Lohnerdorf Endstation der fünfzigsten (!) Etappe. Die Jubiläumsetappe führte von Zweisimmen via Kandersteg nach Adelboden; 130 Kilometer waren es. Durchschnittlich lege er 110 Kilometer am Tag zurück, rund zehn Velostunden täglich. Wahnsinn, Tour de France & Co können einpacken, denn was der – vermutlich sportlichste -Journalist weit und breit momentan leistet, ist schlicht weltklasse.

Ich treffe Reto Fehr in einem idyllischen Garten nahe der Engstlige, dort ist er bei Bekannten untergekommen. Von Strapazen oder Anstrengung keine Spur. Geschichten aus Vogellisis Nähkästchen will er hören, Geschichten aus dem Dorf, alte Sagen. Dass dies gar nicht so einfach ist, merke ich und die vier weiteren Einheimischen unserer Tischrunde sobald. Das Vogellisi, ja diese Sage kennen wir alle, oder doch nicht? Also, Kräuterfrau, menschenscheu oder hat man ihr nicht doch viele Männergeschichten nachgesagt? Die alte Leider, also lieber eine andere Anekdote aus dem Dorf, zum Beispiel jene vom Chälistii erzähle ich ihm natürlich sehr gerne.

Aber nun zurück zum Mittelpunkt diese Blogs: Die Tour dur d’Schwiiz mit Reto Fehr. Als ich ihn frage, was er bei der Planung am meisten unterschätzt habe, meint er nur: “Ich dachte, die kleine Schweiz sei gut in einem Monat abfahrbar”. Doch aus einem Monat werden nun vier (Reto Fehr ist bis Oktober unterwegs), aus einer Idee wurden circa 100 Etappen und 11’000 Kilometer. Ja, lieber Blogleser, 11’000 ist eine grosse Zahl, und noch grösser, wenn man bedenkt, dass diese Distanz bedeutet: einmal von Zürich nach Peking!

Diese Vorstellung sei schon komisch: “Ich könnte jetzt irgendwo in Kuwait sein, bin aber in Adelboden“, schmunzelt Fehr. Ganz einfach ist er unterwegs, das wenige Gepäck erstaunt mich, Probleme einen Schlafplatz zu finden habe er noch nie gehabt, das Mittagessen ergebe sich jeweils spontan und sowieso habe er bis jetzt extreme viele positive Rückmeldungen und eine tolle Gastfreundschaft erlebt. “So kommt es auch, dass mich fremde Leute zu sich nach Hause einladen und mir ein Bett anbeiten”.

 

Der Aufenthalt in Adelboden ist kurz, schon am nächsten Morgen geht wieder weiter, die nächsten Gemeinden warten, doch Fehr verlässt Adelboden nicht ohne Vogellisi-Powerriegel im Gepäck.

Was Reto Fehr im Vogellisidorf unternommen hat und er auf seiner Tour dur d’Schwiiz alles so erlebt und wo du ihn als nächstes empfangen kannst: alle Infos zu Route und Livetracking unter: watson.ch. Wer ihm auf Facebook folgen möchte: facebook.com /tourdurdschwiiz.