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Ein grosses Revier

Irgendwie hat sie es eilig, die Revier-Hotelgruppe. Nachdem das Unternehmen Ende 2017 die Revier Mountain Lodge in der Lenzerheide eröffnet hatte, wurde auch in Adelboden ein entsprechendes Projekt vorangetrieben: An der Dorfstrasse soll auf der «Alpenrose»-Liegenschaft bekanntlich das zweite Schweizer Revier-Hotel entstehen. Und nun lese ich gerade, dass im arabischen Emirat Dubai der Bau des «Revier Dubai Business Bay» voranschreitet. Noch ein Hotel also.

Adelboden und Dubai – dass die junge Hotel-Kette gerade auf diese beiden scheinbar so unterschiedlichen Orte setzt, hat sicher seine Logik. Tatsächlich weisen das Engstligtaler Chaletdorf und die arabische Millionenstadt viele Gemeinsamkeiten auf:

  • beide beweisen einen Hang zur Höhe: Dubai hat mit dem Burj Khalifa einen Wolkenkratzer der Superlative. Mit seinen gut 800 Metern sieht dieser neben dem Lohner (3049 m ü. M.) allerdings eher zierlich aus.
  • beide ziehen massenhaft Gäste an: Das gilt in Adelboden für den rekordverdächtigen Sommerbetrieb 2018 wie für den Januar, wo jeweils Zehntausende zum Weltcup pilgern. Dubai wiederum hat jährlich um die 15 Millionen Besucher …
  • beide lieben den Schneesport: Dubai verfügt über eine Skihalle mit fünf Abfahrten, die grösste davon ist 400 Meter lang. Gegen die 210 Pistenkilometer von Adelboden-Lenk sieht der grösste Indoor-Snowpark der Welt jedoch immer noch klein aus.
  • Muss ich noch erwähnen, dass beide Orte einen Greifvogel im Wappen haben, und dass die Reviergruppe in Dubai moderne Working Spaces plant, ähnlich dem Mountain Hub Adelbodens?

Die Liste der Gemeinsamkeiten liesse sich wohl endlos weiterführen. Vielleicht eines noch: beide Orte ziehen sich gegenseitig touristisch an. So kommen jährlich mehr arabische Reisende ins Oberland. Umgekehrt besuchen vor allem Schweizer Politiker die arabische Halbinsel. Bei Letzteren darf man sich zwar getrost fragen, ob das wirklich noch ihr Revier sein sollte. Aber davon vielleicht ein anderes Mal mehr …

Der Nachwuchs führt das Hotel

Es gibt eine sportliche Zwischensaison, begleitet vom Übergang von Schuhen und Rädern zu Kufen und Kanten. Und dann gibt es gleichzeitig eine schulische Zwischensaison. Bei Letzterer geht es um den Wechsel vom Klassenzimmer in die Arbeitswelt. Es ist eine wichtige Phase, geprägt von mutigen Entscheidungen und ersten Erfahrungen der Jugend.

Hierfür braucht es es allerdings Lehrbetriebe, die Einblick in ihre Geschäftspraxis ermöglichen. Letzte Woche fand so etwa an der Waren- und Gewerbeausstellung Spiez bereits ein Ausbildungsabend für 8-Klässler statt. Diese Woche folgt nun ein Adelbodner Pilotprojekt: Unter dem Motto «Wir führen ein Hotel» übergibt das Familienhotel Alpina das Zepter an OberstufenschülerInnen. Die Jugendlichen aus Grosshöchststetten werden dabei in verschiedene Hotel-Bereiche eingearbeitet, sodass sie in Adelboden gegen Ende der Woche richtige Gäste empfangen können – nämlich ihre Eltern.

Dieses Förder-Projekt in Kooperation mit dem Hotelier-Verein Berner Oberland und hotelleriesuisse hat Zukunft, und das aus mehreren Gründen. Erstens ist es für die Jung-Hoteliers ein spielerischer Weg, um mit verschiedenen Berufssparten in Kontakt zu kommen. Zweitens wird der Rollenwechsel mit einem Ortswechsel verbunden, was dem Ganzen Urlaubsflair verleiht. Drittens profitiert so auch der Gastgeberort Adelboden vom Besuch. Und zu guter Letzt kommen nach dieser Woche auch die Eltern auf ihre Kosten: Falls das liebe Kind noch länger im «Hotel Mama» bleibt, kann es dieses fortan wenigstens selbstständig führen.

Rätselhafte Erzählungen

Heute wieder mal ein bisschen Denksport: Welche der folgenden beiden Kurzgeschichten gefällt Ihnen besser? Und worum geht es dabei eigentlich?

1. Eine schöne Sicht bot sich von dieser Matte aus. Wie in einem Garten Eden glitzerten Kristalle auf den Steinen, ein Adler kreiste unter der Sonne und schickte seinen Alpengruss hinunter zum rustikalen Waldhaus. Hier, wo einst auch Bären Zuflucht unter Schermtannen fanden, kreuzen auch heutige Herbstbesucher noch das national höchst bedeutende Gebiet.

2. Der birkengesäumte Gartenweg im Zentrum war bereits ein Juwel, wo es im Spätsommer nach Lavendel und Alpenveilchen roch. Doch auch am Waldrand fand sich eine friedliche Ecke auf der Sonnenseite. Ob unter einem Regenbogen, bei einem grossen Stein oder im Abendrot – an diesem schönen Flecken war es nun die Bergdohle, die ihr Abendlied anstimmte.

Lösung: In der ersten Geschichte verstecken sich 15 Hotelnamen in Adelboden-Frutigen, in der zweiten die Namen von 15 Ferienwohnungen. Wenn Ihnen also eine der Storys mehr zugesagt hat, dann verfügen Sie nun bereits über eine intuitive Entscheidungshilfe, wo Sie Ihre nächsten Ferien verbringen könnten. Und wenn Sie jetzt noch alle 30 verborgenen Namen richtig bestimmen können, gewinnen Sie… Naja, mal ehrlich: Ist eine gemütliche Unterkunft über dem Hochnebel nicht bereits Belohnung genug?

Adelboden gehört ins Museum

Das letzte Mal war ich 2013 im Alpinen Museum, als der Schweizer Alpen Club sein 150-Jahr-Jubiläum mit einer Ausstellung feierte. Ich plauderte ein paar Sätze mit dem SAC-Geschäftsführer  und Kandersteger Jerun Vils und bestaunte die Installationen am Berner Helvetiaplatz. Das wars dann aber auch. Funkstille.

Nach zwei Jahren aber läuft mir das Alpine Museum nun gleich zweimal in zwei Tagen über den Weg, und beide Male wieder mit Berner Oberländer Beteiligung: Zum einen hat Daniela Schwegler dort letzte Woche ihr Buch «Bergfieber» vorgestellt. Darin porträtiert die Autorin zwölf Hüttenwartinnen in den Schweizer Alpen, darunter etwa auch die 79-jährige Betreiberin der Mutthornhütte. Zum anderen wird im Alpinen Museum vom 25. Juli bis 4. Oktober 2015 die Ausstellung «Biwak#13: Bikini in den Bergen» gezeigt. Dabei geht es um Bilder der Kunstanstalt Brügger Meiringen, die jahrzehntelang Schweizer Hotelanlagen und deren Pool-Landschaften fotografiert hat. Der Nachlass gehört nun zur Sammlung des Alpinen Museums. Und wird nun teilweise der Öffentlichkeit präsentiert. Und enthält natürlich auch nostalgische Fotos von Adelbodner Hotels und ihren Badelandschaften in den 70er- und 80er-Jahren. Das dürfte doch den einen oder anderen zum Helvetiaplatz locken: Vielleicht entdeckt er sich ja gar beim Fläzen auf einem der Schnappschüsse – in jugendlicher Frische, dafür mit merkwürdiger Badehose…