Beiträge

Chunnt na der schönschte Zyt im Jahr, ä strenga Wintertag derhaar?

Nach dem etwas verfrühten Wintereinbruch von letzter Woche, hat sich der goldene Herbst diese Woche noch einmal eindrücklich zurück gemeldet.

Bereits ist es etwas stiller geworden in Adelboden, die meisten Bergbahnen haben sich letzten Sonntag in die Pause vor der Wintersaison verabschiedet, Zeitumstellung und Nebensaison stehen schon wieder vor der Türe.

Auch der Winter ist zum Greifen nah, daher hier ein paar Tipps aus dem Vogellisiland, um die letzten Herbsttage nochmals auszukosten:

  • Am Sonntag ein letztes Mal auf den Tschenten brunchen gehen
  • Biketour aufs Hahnenmoos machen (das Trottiland ist geschlossen und somit kein Gegenverkehr)
  • (Schadenfreudig) Das Nebelmeer auf der Tschentenegge geniessen
  • Frühschwimmen im Parkhotel Bellevue ist am schönsten, wenn die Sonne ennet der Talseite aufgeht und das Wasser schön glitzert
  • Eine Runde Golf auf der Engstligenalp
  • Ein letztes Mal das Chuenisbärgli schneefrei erwandern
  • Ein wärmendes Fondue im Käsestübli der Alten Taverne erfreut Gaumen und Seele

Und weil der Herbst in den Bergen so schön ist:

Herbscht (aus Hiimatbrief Nummer 76, Sept. 2015)

Ä stili Rue ligt uberem Land

Äs zigt sig jitz I nüuwem Gwand

Het ächt ä Maler syner satte

Farbe vertiilt, uf Wald u Matte?

 

Was wyt äwägg –zumGryffe naa

Ä sone Sicht hescht süscht nie gha

Der Himel blau u d’Matti grüe,

U zriggsum ds Glütt va dyne Chüe

 

D Büüm trage Frücht, si hange schwer

AM Ascht, u lade zum Verzehr

Ob jitz ol erscht zurWinterszyt

We d Gärte blutt sy u verschnyt

 

U giit ä tola Luft dur ds Land

Verliere d Büüm das Feschttagsgwand

U d Bletter tanze- aber gälb

Sy d Lerche; d Matti warden älb

 

Im Gliichgwicht sy nug Nacht u Tag

Va wytem ghörscht ä lysi Chlag:

Chunnt na der schönschte Zyt im Jahr

Ä strenga Wintertag derhaar?

 

Mehr Infos und die Geschichte zum “Hiimatbrief” erfährst du nächste Woche auf dem Vogellisiblog!

 

 

 

 

3600 Sekunden? Geschenkt

Kaum zu glauben — ist es wirklich schon ein halbes Jahr her, als ich mich über die Zeitverschiebung im Frühling ausgelassen habe? Naja, diesmal werde ich mich nicht beschweren. Schliesslich gewinnen wir ja eine Stunde, weil wir die Zeiger zurückdrehen. Eine Stunde. Was man in dieser Zeit alles anstellen könnte …

Ich könnte vom Sillerenbühl zum Hahnenmoospass schlendern, das käme in etwa so hin. Oder ich könnte auf der Driving Range auf der Engstligenalp um die 300 Bälle abschlagen. Das hingegen wäre ziemlich ambitioniert. Ich könnte auch die Folge von «SRF bi de Lüt» nochmals schauen, die sich ums «Wunderland im Engstligental» dreht. Mit Werbepausen auch etwa 60 Minuten. Oder wie wäre es mit einer Ganzkörpermassage im Wellnessbereich des Parkhotels Bellevue? Oder mit einer Führung durchs Tropenhaus unter dem Motto «Spezifische Energiethemen und Nutzung»? Dauert beides auch zirka 3600 Sekunden.

Hmm … Aber vielleicht drehen Sie sich am 25. Oktober ja lieber noch einmal um in ihrem weichen, warmen Hotelbett. Eine Stunde länger schlafen hat ja auch seinen Reiz. Und seine Zeit.

Rätselhafte Erzählungen

Heute wieder mal ein bisschen Denksport: Welche der folgenden beiden Kurzgeschichten gefällt Ihnen besser? Und worum geht es dabei eigentlich?

1. Eine schöne Sicht bot sich von dieser Matte aus. Wie in einem Garten Eden glitzerten Kristalle auf den Steinen, ein Adler kreiste unter der Sonne und schickte seinen Alpengruss hinunter zum rustikalen Waldhaus. Hier, wo einst auch Bären Zuflucht unter Schermtannen fanden, kreuzen auch heutige Herbstbesucher noch das national höchst bedeutende Gebiet.

2. Der birkengesäumte Gartenweg im Zentrum war bereits ein Juwel, wo es im Spätsommer nach Lavendel und Alpenveilchen roch. Doch auch am Waldrand fand sich eine friedliche Ecke auf der Sonnenseite. Ob unter einem Regenbogen, bei einem grossen Stein oder im Abendrot – an diesem schönen Flecken war es nun die Bergdohle, die ihr Abendlied anstimmte.

Lösung: In der ersten Geschichte verstecken sich 15 Hotelnamen in Adelboden-Frutigen, in der zweiten die Namen von 15 Ferienwohnungen. Wenn Ihnen also eine der Storys mehr zugesagt hat, dann verfügen Sie nun bereits über eine intuitive Entscheidungshilfe, wo Sie Ihre nächsten Ferien verbringen könnten. Und wenn Sie jetzt noch alle 30 verborgenen Namen richtig bestimmen können, gewinnen Sie… Naja, mal ehrlich: Ist eine gemütliche Unterkunft über dem Hochnebel nicht bereits Belohnung genug?

Im Zentrum der Welt

Sie stehen Wanderwegen entlang, thronen auf Bergipfeln oder sind festgeschraubt an Hauswänden. Die (in der Schweiz) meist orangen Helferchen haben jedem schon einmal gedient. Ein ganz spezieller Wegweiser findet sich im Boden: Quasi vor der Wildstrubelkulisse steht er und viel Fernweh kommt auf, wenn man vor ihm steht. Grosse Namen von noch grösseren Städten sind zu lesen. Die Kilometerzahlen gigantisch und kaum vorstellbar. Doch dank der heutigen Technik und Globalisierung, ist man in wenigen in fernen Ländern am anderen Ende der Welt. Mit Blick auf die Beschilderungen scheint die Welt so riesig und klein zu gleich.

Hamburg, New York, Peking, Honolulu…ein Kontrast der kaum grosser sein könnte: Adelboden im Zentrum der Welt. Ob in diesen Städten Adelboden auch ausgeschildert ist? Welche Abenteuer dort wohl warten würden? Ob man in diesen grossen Städten das kleine Lohnerdorf auch kennt?

Und für welche Richtung würdest du dich entscheiden?

Ein wahrlich erfrischender Anblick

Ich erinnere mich daran, als ob es gestern gewesen wäre! Man hält die Spannung kaum aus. Nervosität macht sich breit. Am liebsten, möchte jeder Einzelne aufspringen und aus dem Schulzimmer stürmen. Alle waren wir aus dem Häuschen jeden 1. Donnerstag im Oktober. Denn an diesem Tag findet der alljährliche „Adelboden-Märit“ statt. Ein Highlight für gross und klein. Und wir „arme Tröpfe“ mussten noch bis elf Uhr in der Schule ausharren.
Auch diesen Donnerstag ist es wieder soweit: Der „Herbstmärit“ steht vor der Tür bei wunderbarem Wetter, so Meteo. An den Ständen, die verschiedener nicht sein könnten, findet mal allerlei Schönes, weniger Schönes, Wertvolles, weniger Wertvolles, Nützliches, weniger Nützliches und und und. Was man auf jeden Fall findet ist jede Menge Gesprächspartner. So ist der „Märit“ für die Einheimischen auch eine Möglichkeit sich zu treffen, gemütlich zusammen durch die Strasse zu schlendern und den Abend gemütlich bei einem Gläschen ausklingen zu lassen. Auch dafür hat man verschiedenste Möglichkeiten. Ob in der „Weltcupbar“, im „Rösi“, im „Time out“, vor der Metzgerei „Gempeler“, vor „Rüedi’s Kiosk“ oder vor dem Hotel „Bären“. Wie man früher eine Tour durch die Stände unternommen hat, unternimmt man heute eine „Bar-Tour“. Auch die Zahlungsbereitschaft für kleinen Schnick-Schnack und jegliche Süssigkeiten, für welchen man als kleines Kind sein ganzes „Sackgeld“ hingeblättert hat, nimmt mit den Jahren ab. So sieht man die ältere Generation eher selten mit „Chügelipistolä“, farbigem Haarspray und dementsprechend gefärbten Haaren, Prinzessinenkrönchen oder was Kinder halt so gerne mögen. Trotzdem ist die Dorfstrasse doch meist sehr gefüllt und man muss sich seinen Weg durch die Menge geschickt bahnen. Der Duft des frischen „Marroni“ lässt Herbststimmung aufkommen. Ein wahrlich erfrischender Anblick so ein gefülltes Dorf, wenn es in Richtung Zwischensaison geht! 
Ich weiss ja nicht wie es Ihnen geht aber ich freue mich unheimlich auf den Anlass. Schliesslich ist es schon ein ganzes Jahr her. Ich hoffe, dass auch Sie sich den „Herbstmärit“ nicht entgehen lassen. Und wenn Sie arbeiten müssen, verpassen Sie auf keinen Fall die „Märit-Afterparty“. Freinacht! Am Freitag fit zu sein wird sowieso überbewertet! 😉