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Scharfe Kurven auf dem Kreisel

Ich wollte eigentlich auf die Engstligenalp, um zu golfen. Das kann man dort ja noch bis Ende Oktober. Jedenfalls musste ich dafür natürlich bei der neuen, hölzernen Vogellisi-Figur beim Oey-Kreisel vorbei. Zweieinhalb Meter Legende mitten auf der Strasse. Da fiel mir ein Zitat aus einem Zeitungsartikel ein, den ich kürzlich gelesen hatte: «Die Figur am Dorfeingang sieht echt scharf aus», sagte der dafür Verantwortliche in der «Aargauer Zeitung». Hanspeter Vock, so heisst der in Wohlen (AG) wirkende Künstler, habe die Skulptur deshalb extra noch einige Male mit der Harley umrundet.

Das alles hat mich etwas verwirrt. Darf man Kräuterfrauen in Zeiten von #MeToo noch «scharf» nennen und mit dem Motorrad einkreisen? Nun war die Vogellisi-Geschichte schon immer zu komplex für einfache Antworten. Ich tendiere hier trotzdem zu einem vorsichtigen Ja. Immerhin hat die Regierungsrätin und damalige Ständeratskandidatin Beatrice Simon nach der Einweihung der Figur im Sommer ebenfalls geschrieben, sie werde sich «das Ganze schon bald genau ansehen». Ob sie das später im Rahmen des Wahlkampfs tatsächlich gemacht hat und ob sie dafür ebenfalls eine Harley im Kreisverkehr verwendete, ist mir nicht bekannt.

Die Golfpartie auf der Engstligenalp hat meine Grübeleien letztlich unterbrochen. Für einen weiten Abschlag braucht man einen freien Geist. Jawohl.

Ein Countdown zum Schaukeln

Ich habe es wieder einmal verschwitzt. Schon vor Wochen wollte ich über die Giant Swing, die Riesenschaukel auf der Tschentenalp, schreiben. Damals präsentierte sich der Himmel zwar eher verhangen, doch es hatte mich trotzdem hoch zur Anlage gezogen. Beim Schwingen im dichten Nebel stellte ich dann fest, dass das alpine Erlebnis nicht nur von der Höhenlage beflügelt wird, sondern auch von der speziellen Aufhängung: Die fünf Meter langen Seile sind schliesslich am Drahtseil des Skilifts befestigt. Das sorgt für eine Art Federung, die dem Schaukeln noch einmal eine zusätzliche Komponente verleiht.

Item, in der anschliessenden Spätsommer-Phase hatte ich anderes zu tun als zu bloggen. Und nun, da ich endlich meinen Post verfasse, blicke ich vom Bürofenster aus auf den abgedeckten Schneehaufen unter der Tschentenalp. Im Rahmen des Projekts Snowfarming wird daraus bald wieder eine herbstliche Trainingspiste erstellt. Dann läuft der Skilift für die ersten Sportler an – und die Giant Swing muss ihnen wohl bis zum Frühling 2020 weichen. Wer also noch in den Genuss des Sitzes mit Federung kommen will, sollte bis zum 20. Oktober die Gondel nehmen. Ich sehe da noch einige Sonnentage kommen – aber mit Nebel klappt es ja auch prima.

Geschenkideen vom Vogellisi…

Liebe BlogleserInnen, jetzt seid wieder ihr gefragt: Nach einem langen und warmen Herbst soll in den nächsten Tagen nun der langersehnte Schnee fallen, die Advents- und Weihnachtszeit naht bald, in fünf Wochen steht bereits Weihnachten vor der Türe. Mit der besinnlichsten Zeit des Jahres kommt aber oft der Päcklistress.

Deshalb will der Vogellisiblog dir die Päcklisuche mit einer Vogellisi-Geschenkideenliste etwas vereinfachen.

Und nun kommst du ins Spiel: Was bringst du jemandem aus Adelboden mit? Was schenkt man als Einheimischer einem Einheimischen? In welchen Geschäften verstecken sich die kreativsten und originellsten Geschenke? Wo kauft der Adelbodner in Adelboden ein? Und was muss unbedingt auf unsere Liste? Die Zielgruppe der / des Beschenken spielt dabei keine Rolle.

Wenn auch du eine Geschenkidee aus Adelboden hast, die unbedingt auf unsere Vogellisi-Liste soll, dann schreibe uns auf unserer Website, teile uns deine Ideen auf Facebook in einem Kommentar mit, oder schreib uns eine Privatnachricht.

Über viele kreative Ideen würden wir uns freuen…der Countdown bis Dezember läuft!

November Blue(s)

„Winter wo bleibst du?“, hört man momentan überall. Der November wird im Adelboden- Tütsch als „Wintermanet“ bezeichnet. Dieses Jahr aber, macht er seinem eigentlichen Namen gar keine Ehre. Bestes Herbst- und Wanderwetter, milde Temperaturen und Sonnenschein pur!

Für einmal macht nicht der “November Blues” die Runde, sondern der Himmel erstrahlt in kräftigstem November „Blue“. Und weil es so gut tut, einige Impressionen von Adelboden im goldigen Novembergewand:

 

 

Übrigens: markiert uns auf Instagram in euren schönsten Novemberfotos von Adelboden @vogellisiblog!

Kreatives Adelboden, Teil 2: Bäckerparadies und Geniesser-Adresse an der Dorfstrasse

Die Nebensaison meint es gut mit Adelboden: nebst Prachtswetter, dem Indian Summer gibt es diese Woche ein weiteres Highlight für Einheimische und Gäste und wer denkt, Adelboden lege sich im November schon mal vorzeitig in den Winterschlaf, der irrt: Die Pforten der Bäckerei Schmid sind aufgegangen. „O gugg – ds Tearoom Schmid isch umhi offe“ , ziert als Slogan die neue Speise- & Getränkekart. Der Vogellisiblog hat für Dich, lieber Leser, den wiedereröffneten und neugestalteten Bäckertempel erkundet und den Besitzern Nadja Bieri und Marc Schmid ein Wenig über die Schultern geschaut und auf den Zahn gefühlt:

Ein kühler, klarer November Morgen in Adelboden. Die Sonne versteckt sich noch hinter dem Lohner, doch auf der Dorfstrasse herrscht schon reges Treiben. So auch in der Bäckerei Schmid. Nach monatelangen Bauarbeiten und einem intensiven Endspurt, wurde diese Woche die Ladentüre wieder aufgemacht. Für die Besitzer Nadja und Marc eine Genugtuung.

Ein sattes, warmes Orange, welches sich durch das ganze Lokal zieht, prägt das Design und ist ein wahrer „Eyecatcher“, der förmlich dazu einlädt, in die Bäckerei hereinzutreten. Gekonnt wurde die moderne Ausstattung mit nostalgischen Elementen ergänzt, der rustikale Charme sollte etwas erhalten bleiben, und so entstand ein Mix zwischen modernstem Design und rustikalen Elementen, wie einer alten Kommode für Marcs Whiskeysammlung oder einem Werkbank, auf dem hausgemachte Güetzli und andere Köstlichkeiten ihren Platz gefunden haben.

Ich setze mich in einen der orangen Ledersessel, der neu vorhandenen Lounge Ecke. Beste Aussicht auf das morgendliche Geschehen im Dorf. Bald strömen die ersten „Gelben“ bereits zum Znüni ins Tearoom, Einheimische treffen sich zum Kaffeeschwatz, an der Ladentheke hat man alle Hände voll zu tun und auch viele neugierige Bekannte kommen mit Glückwünschen vorbei. Nadja und Marc sind sehr gefragt an diesem Morgen, dennoch nehmen sie sich Zeit, ihre Passion mit dem Vogellisiblog zu teilen.

Was hat geändert? Was bleibt?

Weiter Bestandteil ihres Tearooms bleibt die eigene hausgemachte Kaffeemischung, welche immer noch nach Rezept von Marcs Urgroßvater geröstet wird. Das Brotsortiment wurde erweitert: nebst Basler- Walliser-, Tessiner- und vielen weiteren Brotsorten bietet er fort zu auch eine saisonale Kreation aus der Backstube an. Momentan aktuell: ein herbstliches Marronibrot. Auch will er, ein Teil seines Handwerkes von der Backstube ins Ladenlokal verlegen, gegen die Adventszeit werde es vermutlich die Lebkuchenproduktion sein. „So hat unsere Kundschaft einmal die Möglichkeit, zu sehen, wie viel Handarbeit und Zeit ins „Läbchüechelä“ investiert wird“.

Ein weiterer Hingucker: Das Teeregal mit einer riesen Auswahl an offenen Teemischungen. Das neu umgebaute Tearoom Schmid lädt zum Verweilen ein, sei es für ein ausgiebiges Frühstück, ein Mittagessen oder einen Aprés-Ski-Drink in gemütlichem Ambiente: bei Nadja und Marc und ihrem rund 10-köpfigen Team sind Jung und Alt herzlich willkommen.

Was ich unbedingt noch erwähnen solle, frage ich die beiden. Natürlich, die offizielle Wiedereröffnung, welche am Samstag 14. November gefeiert wird. Auf die Gäste warten viele Attraktionen, wie frischgebackenes Holzofenbrot und die Möglichkeit einem Kaffeeröster über die Schultern zu schauen.

Gross ist das Funkeln in den Augen der Beiden, wenn sie von ihrem „neuen“ Juwel sprechen, beeindruckt von so viel Leidenschaft und Enthusiasmus verlasse ich das Ladenlokal.

Goldig ist der angebrochene Tag im Spätherbst, der Vogellisiblog wünscht den beiden mit Jungunternehmern eine ebenso goldige Zukunft und alles Gute an der Dorfstrasse 45. Oder wie Nadja und Marc selber sagen: „Wir sind nun in der vierten Generation da und wollen versuchen, unseren Platz an der Dorfstrasse neu zu beleben“.

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