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Der Stein kehrt zurück

Eigentlich wollte ich nur kurz schauen, woher der Schiefer eigentlich stammt. Ich hatte gehört, dass das Kandertaler Geschäft mit Naturstein nach der Baisse der 60er-Jahre wieder anziehe, wobei die letzte Schiefertafelfabrik in Frutigen ihr Material aber zumeist aus Italien importiere.

Nun gut, Italien ist nicht weit. Tatsächlich gibt es massig Schiefer im Piemont und in Ligurien. Schöne Gegenden, das. Nicht nur auf dem Gsürweg lässt es sich nämlich auf leicht bröckligem Untergrund wandeln. Dann habe ich den Fehler gemacht und historisch noch etwas weiter zurück geblickt. Unser schöner Schiefer entstand am Grund der Tethyssee am Penninischen Ozean. Was für Namen. Beide Wässerchen existieren längst nicht mehr und beschränken ihre Funktion mittlerweile darauf, Blogger bei der Recherche zu verwirren.

Item. Die alten Meere sind weg, aber die neue Nachfrage nach Schiefer bleibt. Was mich da immerhin passend deucht: Schiefer lagerte sich während der Kreidezeit am Meeresboden ab. Dieser Name sagt mir schon mehr zu. Vielleicht werden ja bald nebst Küchenplatten und Dächern auch wieder Schultafeln aus Schiefer gefertigt – und eine neue Kreidezeit bricht an …

Neues Bauen an der Urne

Das Schwimmbad ist ein «Leckerbissen für Freunde von Bauten aus den 1930er-Jahren. Dass es heute noch steht, ist nicht selbstverständlich.» Seine Sanierung «hat es möglich gemacht, dass nicht nur einzelne Gebäude erhalten blieben, sondern eine Anlage als Ganzes seine ursprüngliche Ausstrahlung wieder gewann und heute zu Recht unter Denkmalschutz steht.» Nein, diese Zeilen aus der Zeitschrift «Applica» betreffen nicht das Adelbodner Gruebibad. Es geht um das Schwimmbad in Heiden, das der Freiburger Architekt Beda Hefti im Jahre 1932 realisierte. Warum ich das obige Zitat dann hier einfüge? Weil es ebenfalls Beda Hefti war, der bereits 1931 das Gruebi bauen liess. Und weil Letzteres im Gegensatz zu anderen seiner Bauten noch der Sanierung harrt. Von 2000 bis 2002 wurde so etwa auch die Freibadanlage Burgdorf saniert – ebenfalls Heftis denkmalgeschütztes Werk aus dem Jahre 1929.

Über elf Schwimmbäder konzipierte Hefti, und die medialen Reaktionen zeigen den Wert seiner Arbeit: «Ohne Beda Hefti sähe in Freiburg heute vieles anders aus», schrieben etwa die «Freiburger Nachrichten» über den Ingenieur, der im Welschland das Schwimmbad Motta entwarf. Und im Buch «Mountains and Modernity: Bernese Modernist Buildings in its environement» heisst es über das 1930 unter Mithilfe Heftis gebaute Interlakener Strandbad: «Nicht nur eines der ersten modernen Bäder mit eindrucksvollen Dimensionen, sondern auch ein eigenständiges Statement von moderner Freizeit- und Sportarchitektur.»

Nun hat Adelboden noch einmal über die Sanierung des Gruebibads abgestimmt. 85,2 Prozent haben sich für das Projekt ausgesprochen. Gut: Dann kann ich wohl bald weitere ähnliche Zitate wie oben anfügen.

“Die Adelbodner sind leichtsinnig und nicht besonders arbeitsam!”

Heute etwas zum Schmunzeln: Neulich erzählte mir eine Kollegin von einem Kartenspiel, welches sie auf der Arbeit kennengelernt hat.

Einige Karten, mit Facts zu Schweizer Gemeinden. Das Ziel: Die Datierung, sprich die Jahrzahl der Geschehnisse erraten.

Wie es der Zufall will, stand auf ihrer Karte Folgendes:

“Die Berner Baudirektion verweigert den Bau einer Strasse nach Adelboden. Die Adelbodener seien “leichtsinnig und “nicht besonders arbeitsam” “.

Erratest du die Jahrzahl dieser Geschehnisse? Ich habe es nicht geschafft, die Lösung: Achtzehnhundertzweiundfünfzig.

Interessant dabei: Die Adelbodner liessen diese Unterstellung wohl nicht auf sich sitzen, den ab den 1870er- Jahren kam ein neuer Wirtschaftszweig und mit ihm vor allem Arbeit ins Tal: Der Tourismus. Das rasante Wachstum und auch die (noch heute) grosse Bekanntheit sprechen für sich…