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Feuer und Wasser

Ich habe am 1. August Geburtstag. Klar meinte ich als Kind, all die Feuer, Raketen und Vulkane des Nationalfeiertags würden einzig zu meinen Ehren angezündet. Mittlerweile ist zwar etwas Ernüchterung eingekehrt, die Faszination von Flammen und kleinen Knallern hält aber ungebremst an. Ich kann zwar die Nationalhymne nicht auswendig, bin aber ziemlich sicher, dass das «Sternenmeer» und das «Abendglühn» in den ersten beiden Strophen auch von Bengalos oder Böllern am Nachthimmel stammen könnten. Umso besser, hat das Regierungsstatthalteramt das generelle Feuer- und Feuerwerksverbot im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental wieder aufgehoben. Dank der starken Regenfälle dürfte die Bundesfeier so auch im Engstligtal nicht nur feucht-fröhlich, sondern auch heiss ausfallen.

Ich will die heftigen Niederschläge der letzten Tage nicht schönreden – haben diese doch gerade in Adelboden einigen Schaden angerichtet. Aus Sicht des Hobby-Pyromanen hingegen hat das Wasser aber halt auch sein Gutes: Paradoxerweise sorgt mehr nasses Wetter auch für mehr trockene Lunten bei den Feierlichkeiten in der Destination, und je mehr vorher runterkommt, desto mehr wird anschliessend wieder raufgeschossen. Feuer und Wasser – les extrêmes se touchent.
Und ich persönlich nehme mir jedes Jahr vor, kein Raketen mehr zu starten und mich einzig an die flüssige Verpflegung zu halten – bis mir jemand ein Feuerzeug in die Hand drückt mit den Worten: «Happy Birthday!»