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Das Unvermeidbare

Man nennt uns Panda, Brillenbär oder ganz einfach unvorteilhaft gebräunte Ski- oder Snowboardfahrer. Wer kennt sie nicht, die verflixten Ski- und Sonnenbrillenabdrücke, die das Gesicht wunderbar zweifarbig erstrahlen lassen. Oder auch lästige Verbrennungen nach dem Mittagsschläfchen im Liegestuhl… Solches zu vermeiden, ist meiner Meinung nach einfacher gesagt, als getan…

1. Sonnencrème: Wenn man noch nicht ganz so organisiert ist, wie die eigene Mutter und nicht immer alles dabei hat, was man im äussersten Notfall eventuell brauchen könnte wenn man nicht noch dies und jenes dabei hat, kann es durchaus einmal vorkommen, dass die Sonnencrème vergessen geht. Wenn man sie tatsächlich eingepackt hat und man eigentlich nur noch das Gesicht einzustreichen braucht, kann dies eine sehr grosse Anstrengung darstellen oder auch einfach so vergessen gehen.

2. Liegestühle: Nach dem Mittagessen… voller Magen. Zu träge um sich schon wieder auf die Piste zu begeben. Sonne. Müdigkeit. Freie Liegestühle. Wenn Sie eine solche Situation vorfinden, habe ich einen guten Tipp für Sie: Vermeiden Sie die Liegestühle. Sie können Ihnen zum Verhängnis werden. Und falls Sie doch darauf rein fallen, werden Sie beim Aufwachen und vor allem beim Blick in den Spiegel an meine Worte denken!

3. Ski- oder Sonnenbrille: Sehr lästig sind auch die wunderbaren Abdrücke der Sonnen- und Skibrillen. Am liebsten möchte man sie vermeiden, sprich: Ohne Brille Skifahren und ohne Brille in die Sonne liegen. Jedoch ist gerade das Skifahren ohne etwas zu sehen, da die im Schnee reflektierten Sonnenstrahlen doch sehr stark blenden, eher gefährlich. Sich in der Sonne baden ohne Sonnenbrille ist auch nicht das Angenehmste, das es gibt. Sogar durch die geschlossenen Augen brütet die Hitze und es blendet. Die amüsierenden Abzeichnungen sind also quasi unumgänglich.

Egal was man versucht… Irgendwie werden Brillenbären, Pandas und verbrannte Gesichter wohl immer existieren. Doch etwas Positives hat das Ganze: Man geniesst wunderschöne Tage und jetzt im März auch wunderschöne Pistenverhältnisse! Deshalb jetzt erst recht: Raffen Sie sich auf und begeben Sie sich in die Berge!

Der Lenz machts möglich

Der März, der hat was. Die Landschaft wird zwar gegensätzlicher, aber ich finde da auch viele Parallelen. Oben wachsen Iglus auf der Engstligenalp, unten spriessen Veilchen und Primeln. Oben läuft meine Nase wegen dem Fahrtwind, unten wegen der Haselblüte. Oben stäubt der Pulver, unten Stäubt der Staub. Oben wird auf der Piste Adrenalin ausgeschüttet, unten sorgen auf der Sonnenterasse Serotonin und Dopamin für Hochgefühle. Oben neigt sich der Winterschlaf des Murmelis dem Ende zu, unten setzt bei der Hauskatze schon die Frühjahrsmüdigkeit ein. Oben hängt das Eis von der Dachrinne, unten zergeht das Eis auf meiner Zunge. Oben landet die Kuhmilch im Fondue, unten sehnen sich Kühe nach dem Alpaufzug. Auf der Elsigenalp flirtet man auf dem Skilift, auf dem Thunersee auf dem Dampfschiff «Blümlisalp». Oben herrscht sowieso Weitsicht, aber auch unten werden die Fenster geputzt.

Auf und ab, hin und her, kalt oder warm: Der Lenz verändert viel im Frutigland, aber er erhöht auch die Möglichkeiten. Denn als Brücke zwischen Winter und Sommer bedient der März beide Seiten perfekt. Oben oder unten? Suchen Sie sich was aus.

Eskimo entdeckt Oberland

Kunvaktok staunte nicht schlecht, als er das Iglu betrat. Er gehörte zum Stamm der Kalaallit, einer grossen Inuit-Familie aus Grönland, aber diese eisige Konstruktion hier kam ihm fremd und zugleich vertraut vor. Die Schneekuppel schien deutlich grösser als die arktischen Exemplare und verzweigte sich in verschiedene Kammern und Gänge. Das mussten Tausende Kubikmeter sein, die hier verbaut worden waren. Die Felle auf den Sitzplätzen erinnerten ihn an zu Hause, aber der Rest? Kerzen und Laternen erhellten das gewaltige Gewölbe im Innenraum, fremdartige Ornamente und Reliefs zierten die Wände, Eis-Skulpturen schmückten reich gedeckte Tische, und auf diesen dampfte eine gelbliche Masse in einem Topf über kleiner Flamme. Der Grönländer schnupperte – das roch weder nach Robbentran noch nach Narwal-Leber. Aber trotzdem irgendwie verlockend. Kunvaktok griff nach einem stählernen Gegenstand, der wie eine kleine Harpune aussah, und spiesste damit einen kleinen, weichen Würfel neben dem geheimnisvollen Brei auf. „Angiyok!“, rief er nach dem ersten Bissen aus – was in der Sprache der Inuit für „super“ steht …

Zugegeben, Kunvaktok hat das Fondue-Iglu auf der Engstligenalp in Wirklichkeit noch nicht besucht. Aber wenn er es täte, dürfte er ruhig sein Handy zücken, um seinen anderen 199 Kalaallit-Kumpels Bescheid zu geben. Denn so viele Sitzplätze stehen hier zur Verfügung.