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Gegen den fiesen Föhn

Wir wollen gerade Schnee, Kälte, Windstille und gehobene Stimmung. Doch was ist der Föhn? Ein trockener, warmer Fallwind. Also genau das Gegenteil. Eine Spassbremse, ein luftiger Spielverderber. Doch es gibt Trost in dieser stürmischen Stunde:

  1. Im Skigebiet Elsigen-Metsch wurden am letzten Wochenende immerhin bereits die ersten Kurven im Schnee gezogen. Das war kein Winter-Intermezzo, sondern ein Startsignal.
  2. Der Föhn sorgt zumindest für ausgeprägte Fernsicht, da weniger Schwebeteilchen die Atmosphäre trüben.
  3. Warme Luft ist weniger dicht. Dadurch wird das Licht vermehrt abgelenkt, und die Berge erscheinen grösser, als sie tatsächlich sind. Man muss kein Physiker sein, um zu erkennen, dass das wenigstens gute Werbung ist.
  4. Wir sind auf jeden Fall nicht alleine mit dem fiesen Föhn: In Kärnten gibt es den «Jauk», in Ecuador den «Chanduy» und in den Rocky Mountains den «Chinook».
  5. Die Bise ist auch nicht besser. Denn dieser Wind ist zwar bitterkalt, dafür ebenso trocken und zuweilen stürmisch.
  6. Wer nach dem Ausgang mit Kopfschmerzen erwacht, kann immer noch der Wetterlage die Schuld geben.
  7. Und zu guter Letzt: Jeder Föhn hat ein Fenster. Und Fenster lassen sich auch wieder schliessen.

Der Lenz machts möglich

Der März, der hat was. Die Landschaft wird zwar gegensätzlicher, aber ich finde da auch viele Parallelen. Oben wachsen Iglus auf der Engstligenalp, unten spriessen Veilchen und Primeln. Oben läuft meine Nase wegen dem Fahrtwind, unten wegen der Haselblüte. Oben stäubt der Pulver, unten Stäubt der Staub. Oben wird auf der Piste Adrenalin ausgeschüttet, unten sorgen auf der Sonnenterasse Serotonin und Dopamin für Hochgefühle. Oben neigt sich der Winterschlaf des Murmelis dem Ende zu, unten setzt bei der Hauskatze schon die Frühjahrsmüdigkeit ein. Oben hängt das Eis von der Dachrinne, unten zergeht das Eis auf meiner Zunge. Oben landet die Kuhmilch im Fondue, unten sehnen sich Kühe nach dem Alpaufzug. Auf der Elsigenalp flirtet man auf dem Skilift, auf dem Thunersee auf dem Dampfschiff «Blümlisalp». Oben herrscht sowieso Weitsicht, aber auch unten werden die Fenster geputzt.

Auf und ab, hin und her, kalt oder warm: Der Lenz verändert viel im Frutigland, aber er erhöht auch die Möglichkeiten. Denn als Brücke zwischen Winter und Sommer bedient der März beide Seiten perfekt. Oben oder unten? Suchen Sie sich was aus.