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Der Vorteil des Südens

Ich bin fremdgegangen. Zumindest ferientechnisch. Treulos über die Gemmi habe ich mich Richtung Leukerbad verdrückt. Dort sass ich dann also mit schlechtem Gewissen in der örtlichen Sportarena und ass Pommes – was mich natürlich gleich wieder an Adelboden erinnerte. Nicht wegen des langsamen Service-Personals im Oberwallis. Sondern weil mich das langsame Service-Personal zwang, den Curling-Spielern unten in der Halle zuzusehen. Mit Stein und Besen sind die EngstligtalerInnen ja stark. Und als ich länger durch das Plexiglas-Fenster blickte, verschwand auch mein schlechtes Gewissen.

Dann bin ich halt fremdgegangen. Es gibt ja noch andere BernerInnen, die für den Sport das Wallis auserkoren haben. Es gibt die Adelbodner Curlerin Céline Koller, die mit dem Oberwalliser Team Stern gerade Schweizermeisterin geworden ist (siehe Bild). Zehn Siege in Serie, Gold, Weltmeisterschafts-Ticket, voilà: Dafür hat sich der südliche Ausflug doch gelohnt. Und schliesslich ist die Gemmi eine Verbindung, die während des ganzen Jahres in beide Richtungen funktioniert. Anders gesagt: Nur der kann erfolgreich heimkommen, der vorher in die Fremde gegangen ist. Da muss sich keiner rechtfertigen. Und letztlich waren die Pommes unter dem Daubenhorn ja auch ganz lecker.

Vogellisichopf vam Christmanet: Simon Gempeler alias Gempi

Alles begann 1999, als Simon Gempeler damals von Björn Inniger gefragt wird, ob er wohl das Schülercurlingturnier spielen möchte. Nach der Zusage packte Gempi (so der Spitzname) das Curling Fieber. Doch was in Kinderschuhen startete, besteht bis heute!
Das ist mittlerweile 17 Jahre her und immer noch ist Gempi der Randsportart Curling treu. Heute tourt er mit seinem Team Adelboden durch die Welt(China, Kanada, Schottland usw.) und nimmt an der verschiedensten Tournieren teil. Sie messen sich mit den Besten der Besten (dies mit Erfolg!) und gehören zu den besten Schweizer Elite Teams.
Obwohl seine Mitspieler (Marc Pfister, Enrico Pfister und Raphael Märki) alle samt nicht von Adelboden kommen, spielen Sie für den Curling Club Adelboden. Gempi schätzt, dass man im CC Adelboden stets kameradschaftlich miteinander umgeht und dass der ganze Club hinter seinem Team steht und es unterstützt.

team-adelboden

Simon (beinahe geht sein richtiger Name vergessen) ist gelernter Informatiker und arbeitet heute in dieser Funktion fürs Licht- und Wasserwerk in Adelboden. Jedoch in einem eingeschränkten Pensum, da er während der Saison nicht allzu oft im Lohnerdorf anzutreffen ist.

In den letzten 17 Jahren konnte Gempi einige Erfolge verbuchen:

2013                      Europameister
2013 & 2016        Schweizermeister
2014                      8. Rang Olympische Spiele in Sochi
2014                      EM Bronze

Und weitere sollen dazu kommen. Das nächste grosse Ziel des Teams sind die Olympischen Spiele 2018 in Südkorea und im gleichen Jahr die Weltmeisterschaft in Las Vegas. Für die gesetzten Ziele drücken wir dem Team Adelboden alle Daumen!

Natürlich habe ich Gempi auch einige Fragen zu seiner Heimat gestellt:

Welcher ist dein Lieblingsort in Adelboden und warum?

Rägepöli. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht auf das ganze Tal. Dies ist mein persönlicher Ort der Ruhe und Kraft, an dem ich mich im Sommer und Herbst gerne aufhalte.

Was bedeutet Adelboden für dich in 3 Worten?

Heimat, Verbundenheit, Bergwelt

Sommer oder Winter?

Winter

WC Bar oder Berna?

WC Bar

Bärgrächnig oder Märit?

Märit

Lohner oder Strubel?

Lohner

Schlitteln oder Skigiblen?

Schlitteln

Ski oder Snowboard?

Ski

Alle weiteren Infos zum Team Adelboden findest Du auf ihrer Webseite www.teamadelboden.ch und auf Facebook wirst Du von ihnen ebenfalls auf dem neuesten Stand gehalten (Curling Team Adelboden Veriset).

Wer weiss, vielleicht packt ja auch Dich das Curling Fieber! 🙂

 


 

 

 

Ein Batzen für Stein und Besen

Das Curlingteam Adelboden Veriset will an den Schweizermeisterschaften 2015/16 sowie an den Olympischen Spielen 2018 ganz vorne mitmischen. Das geht natürlich nur mit viel Unterstützung. Aber wer genau greift den vier Jungs auf dem Eis denn unter die Arme? Und wo sind die Gemeinsamkeiten, die Firmen und Curler beim Sponsoring motivieren? Ich habe mich für Sie da einmal schlau gemacht:

Da wäre erstens Hauptsonsor Veriset (klar, darf die Küchenfirma dabei auch ihren Namen prominent platzieren). Der Luzerner Betrieb ist auf Einzelausführungen, Sonderanfertigungen und Schnellaufträge spezialisiert – Fähigkeiten, die eigentlich auch auf dem Eis ganz nützlich sind. Denn damit der Curlingstein im Haus sitzt, muss der einzelne Spieler schliesslich ebenfalls jede besondere Spielsituation schnell antizipieren.

Es folgt Sponsor Axians, zuständig für Informations- und Kommunikationstechnik. Es geht hier um Mobilität, Sicherheit und Networking – ebenfalls Attribute, die unsere Curler gut gebrauchen können. Sponsor Pfister steht dann für Möbel und Einrichtung – da wären wir wieder bei den Steinen, die perfekt ins Haus passen sollen. Edox wiederum produziert Uhren: Timing ist auch auf der Spielbahn zentral. Sponsor Fischer wiederum baut Spindeln für Werkzeugmaschinen, mit Fokus auf «hohen Drehzahlen, höchster Präzision und starker Leistung»… noch Fragen zu möglichen Parallelen? Es folgt die axxeva Gruppe – die spezialisierte Personaldienstleister vermitteln Fachkräfte und Spezialisten – so wie etwa einen Curling-Skip?

Etwas schade, wird Adelboden-Frutigen erst ganz zum Schluss auf der Webseite der Curler aufgeführt – immerhin ist es der einzige Sponsor, bei dem ich mir nicht das Hirn zermartern muss, wo denn die Gemeinsamkeiten liegen könnten. Denn sie liegen auf der Hand – und auf dem lokalen Eis.