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Das Echo im Bütschi

Das Vogellisi kommt nach Hause – bereits zum zweiten Mal. Nach der Derniere des gleichnamigen Theaters in Steffisburg richten sich die Augen wieder Richtung Engstligtal. Dort erhält der Originalschauplatz der Geschichte im Adelbodner Bütschi nun mehr Aufmerksamkeit. Einige der insgesamt 19000 Besucher der beiden Theater-Spielsaisons möchten nun sicher auf einer geführten Wanderung erfahren, wie die wahre Kulisse der Legende aussieht. Die Melodie, die unterwegs pfeifen, dürfte dabei dieselbe bleiben: Das Vogellisi-Lied wurde schliesslich bereits bei der letzten Vorstellung vom Publikum angestimmt.

Warum das Lied so gut zur Gegend passt? Ich habe mir die Partitur noch einmal angesehen und dabei erstaunlich Wechselwirkungen zwischen Noten und Text festgestellt. So kommt das Wort «Adelboden» zweimal vor. Einmal beschreibt die Melodie in G-Dur einen Bogen mit den Noten G-A-H-A-G. Für Musik-Muffel: Es geht hier hinauf und wieder hinab. Es geht vom Grundton vorwärts und zurück. Es geht zu Berg und wieder zu Tal. Eigentlich genau das, was eine Rundwanderung im Bütschi ausmacht. Eigentlich tönt es also genau so, wie die Landschaft aussieht. Beim zweiten «Adelboden»  im Liedtext verharrt die Melodie dann allerdings vier Achtel lang auf dem oberen D. Für Musik-Muffel: Das ist der höchste Ton im gesamten Lied, der da auf einer Linie gehalten wird. Es ist, als ob hier das das Hochplateau der Engstligenalp musikalisch dargestellt würde. Es klingt wie der Berggrat Richtung Ammertenspitz oder der Hahnenmoospass.

Genug der Theorie. Wer das Vogellisi-Lied im Bütschi trällert, kann sich jedenfalls auf eines verlassen: Das Lied findet dort nicht nur ein Echo am Berg, sondern ebenso der Berg im Lied. Und das klappt auch ohne Theater.

 

 

Auf Spurensuche im Bütschital!

Trotz typisch wechselhaftem Alpenwetter, wurde bei mir letzte Woche die Wandersaison eröffnet.

Da die Möglichkeiten fast grenzenlos sind, entschied ich mich (inspiriert durch diesen Blog) auf den Spuren des Vogellisis zu wandern. Erster Tipp für eine sorglose Wanderung im Engstligtal: Wandern Sie morgens los, Nachmittags kehrt das Wetter meist sehr schnell!

Los ging es via Aebi auf den Sillerenbühl, dem Blumenweg entlang zum Hahnenmoos, hoch zum Luegli und schliesslich abwärts ins Bütschital. Heute viel durchwandertes Gebiet, soll hier einmal das Vogellisi gewohnt haben.

Die Engländer nannten das Bütschital „Silent Valley“. Und sie hatten recht: So ruhig, wie das Bütschi, ist es sogar im Engstligtal selten. Wohl auch deshalb, hat sich das menschenscheue Lisi dorthin zurückgezogen.

Doch stille Wasser sind tief und so überrascht mich das Bütschi immer wieder: Fast unberührt sind Flora und Fauna, Murmeltiere (weniger menschenscheu als das Vogellisi), die Blumenvielfalt, die zwei ausgetrockneten Seen und schliesslich, der imposante Bütschifall, welcher das Tal abschliesst und eine imposante Steilwand hinuntertost.

Vom Regen durchnässt (befolgen Sie unbedingt meinen Tipp), aber zufrieden, machen sich die Beine bemerkbar; ja, auch Spurensuche hinterlässt Spuren.

 

Mehr Wandertipps gibt’s auf Adelboden Tourismus