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Hallo Trinknachbar!

Letzten Monat habe ich gelobt, die Diskussion rund um Sportler und Mineralwasser noch einmal aufzunehmen. Daran erinnert hat mich gestern eine Arbeitskollegin, die gerade aus den Ferien in Bayern zurückgekommen war und  an einer Flasche heimischen Wassers nuckelte. Aber halt, bei genauerem Hinsehen stand da gar nicht «Adelbodner Mineral», sondern «Adelholzener Alpenquellen»! Es zeigte sich, dass ihr Durstlöscher von einer deutschen Firma im Chiemgau stammte, die genau wie unser Unternehmen verschiedene Getränke vermarktet. Und die Gemeinsamkeiten erstrecken sich auf diverse weitere Gebiete.

  • Geschichte: Die Adelbodner Mineral- und Heilquelle wurde 1559 entdeckt. Das bayrische Pendant soll gar vor über 1700 Jahren von einem römischen Legionär und Einsiedler aufgespürt worden sein.
  • Sport: Über Adelbodner und die gesponserten Schwinger muss ich ja nichts mehr schreiben. Interessant ist aber, dass auch die Chiemgauer Stars verpflichten: Fussballer des FC Bayern München wie Thomas Müller, Joshua Kimmich und Leon Goretzka trinken im TV Adelholzener.
  • Geografie: Das Adelbodner Mineralquelle entspringt nach mehrjähriger Reise durch die Gesteinsschichten der Bergwelt. Dito das Adelholzener Mineralwasser: Es wird aus 140 Metern Tiefe gefördert, wo es eine 40 Meter dicke Tonschicht schützt.
  • Wohlfahrt: Die Adelholzener Alpenquellen gehören zur Kongregation der «Barmherzigen Schwestern», die mit den Erlösen soziale Projekte finanziert. Das erinnert an das 2014 lancierte Vives-Mineralwasser aus dem Berner Oberland, womit gemeinnützige Projekte in Afrika unterstützt wurden.

Hm, jetzt habe ich mehr verglichen als diskutiert. Und viel mehr Platz lässt mir dieser Blogpost nicht. Je nun, einen Schluck Mineral haben wir uns trotzdem verdient. Oder wie sagen die in Bayern: «O’zapft is!»

“Bergführer aus Leidenschaft” – dr Vogellisichopf vam ugstä

Im Dezember Skilehrer, Reiseführer in Patagonien im Januar. Februar und März auf Skitouren. Im Mai Bergführer in den umliegenden Alpen. Anfangs Juni Ausbildner und den Rest des Sommers Wander-, Kletter- und Bergführer. Oktober und November Leiter von Expeditionen nach Nepal oder Kapverden. Dazwischen rekognoszieren und organisieren bevorstehender Reisen. So ungefähr sieht ein Jahresverlauf von Peter Schmid aus – Bergführer als „Fulltime-Job“.

Der gelernte Elektriker widmet sich seit 1977 vollumfänglich dem Beruf als selbstständiger Bergführer, wobei dies für Peter Schmid ein weiter Begriff ist. Wandern, Klettern, Bergsteigen, Skitouren, Skibegleitungen, Skiunterricht, Trekkings, Expeditionen oder Reisen in ferne Länder –  sein Angebot ist gross. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth führt er das Unternehmen „International Mountaineering“.

Es ist seine Leidenschaft – sein Traumberuf. Eine Möglichkeit die gesamte Welt sehen zu können. Peter Schmid strotzt nur so von Abenteuerlust und ist noch lange nicht müde. Er erzählt von seiner ersten Erklimmung des Mt. McKinley als Bergführer oder seiner „schwierigsten“ Besteigung – dem Alpamayo in Peru. Nicht fehlen darf der Shishapangma mit einer Höhe von 8046 M.ü.M im Himalaya. Nicht minder leidenschaftlich berichtet er von seinen Expeditionen in Island, Kenia oder den Nordlichtern in Norwegen. Auf allen 4000-er der Alpen war er und bis auf Ozeanien, mehrmals auf jedem Kontinent.

Alpamayo, Peru

Alpamayo, Peru

Und doch, seine Heimat ist Adelboden. Unzählige Male war er auf dem Wildstrubel, jeden Winter verbringt er als Skilehrer auf den Pisten der Skiregion. Adelboden – sein Rückzugsort.

„Muesch chönä verzichtä u wes passt – muesch zueschlaa“ (Man muss verzichten können und wenn`s passt – muss man zuschlagen), antwortet er auf die Frage, wie er auf die Gefahren am Berg eingeht. Seine Entscheidungen kann er vertreten, die anderer Personen am Berg jedoch nicht. So ist nicht etwa die Natur die grösste Gefahr, sondern wir Menschen und unsere individuellen Entscheidungen.

 

Peter Schmid – Bergführer aus Leidenschaft, familienmensch und vielseitig.

 

Einige Fragen zum Schluss:

Kochen oder Essen?

„Essen – ich bin nicht der Kocher“

 

Strubel oder Lohner?

„Lohner – er ist technisch schwieriger, zudem ist der Strubel über die Jahre hinweg gefährlicher geworden“

 

Winter oder Sommersaison?

„Beruflich gesehen der Winter, der Sommer ist hektischer – Privat eher der Sommer“

 

Kapverden oder Kilimandscharo?

„Kilimandscharo –  in mir steckt nach wie vor Bergsteiger-Feuer“

 

 

 

 

Sommer on the rocks

Was habe ich die letzten Tage geschwitzt wegen der Hitze! Da hilft nur Eis. Blöd nur, wenn der Vorrat an gefrorenen Wasserwürfeln alle ist – und das gilt nicht nur fürs Gefrierfach.
Heute lese ich in der Zeitung, noch nie sei auf dem Wildstrubel um diese Jahreszeit so wenig Schnee gelegen wie 2017. Das gibt zu denken. Die letzten beiden Male, wo ich diesen Gipfel bestieg – einmal mit Steigeisen, einmal mit Schneeschuhen –, lag jedenfalls nicht wenig der weissen Pracht. Aber das ist auch schon eine Weile her.
Auch sonst hat sich die Eisdecke im Lohnerdorf ausgedünnt: 5 Spieler haben gerade das Kader des EHC Adelboden verlassen.
Und die Schmelze geht weiter. Drittens ist nämlich auch Marc Furrer, seines Zeichens Präsident von Swiss Ice Hockey, letzte Woche zurückgetreten. Immerhin besitzt der Solothurner meines Wissens noch eine Ferienwohnung in unserer Destination. Damit dürfte er dem Eis trotzdem noch die Treue halten. Swiss-Ice-Hockey-CEO Florian Kohler twitterte immerhin zu Furrers Abschied: «Danke für vier Jahre Zusammenarbeit, Marc. Bald darfst du hemmungslos den EHC-Adelboden-Schal tragen.» Gut gesagt. Bei diesen Temperaturen würde ich damit allerdings noch eine Weile warten …

Wir bleiben rustikal

Ich miete seit Jahren zusammen mit einigen Kollegen dieselbe Alphütte. Einige davon sehe ich eigentlich nur an diesem einen Wochenende. Dementsprechend viel wird geplaudert. Viele Alternativen dazu gibts dort ja nicht: Das Massenlager bietet nur wenig Privatsphäre. Im Schein der Petrollampen ist Lesen kein Vergnügen. Im Badezimmer verbarrikadieren ist unmöglich: Es gibt keine Dusche, nur ein Plumpsklo. Das Handy kann auch nicht lange beansprucht werden: Es gibt keinen Strom zum Laden. Also wird geplaudert und Holz gehackt – sonst kann man ja nicht einmal kochen.

Das Erstaunliche ist, wie wenig einen dieser Mangel an Komfort stört. Im Gegenteil, es ist ein wohltuendes Gegengewicht zum alltäglichen Luxus. Doch nun wurde uns mitgeteilt, dass die Alphütte dieses Jahr totalsaniert wird – es kommen Dusche, Strom, Heizung, Licht und WC-Spülung. Was nun? Einerseits würde es mich freuen, nicht mehr den grossen Petrolkanister oder den Schürhaken schwingen zu müssen. Andererseits fällt für mich ein grosser Teil des Charmes dieser Unterkunft weg, wenn er sich im Standard meinen sonstigen Zuhause annähert. Was solls, auf der Webseite von Adelboden Tourismus gibt es unter der Rubrik Unterkunft/Alphütten ja noch genügend Alternativen. Ich hätte da bereits einige Favoriten.

Der Spiegel meiner Natur

Wie Chälistii in diesem Blog bereits einmal zeigte, ähnelt Adelboden mit seine fünf Tälern von oben einer Hand. Doch dieser Vergleich ist nur die Spitze des Hausbergs. Die Landschaft ist auch sonst in jedem Detail viel menschlicher, als wir meinen. Ich stapfe durch die unberührte Wildnis, aber die Natur zeigt mir nur, was ich in sie hineinlege.

Es beginnt bereits unten in der Talsohle, am Fuss der Berge, entlang der Flussarme. Schon denke ich in menschlichen Extremitäten. Es ist zwar nicht meine Sohle, mein Fuss oder mein Arm, aber durch diese Beschreibung wird mir die Umgebung dennoch vertraut. Es ist, als hätte ich den nächsten Schritt bereits gemacht und den Felsen vor mir schon immer berührt.

Der Blick schweift weiter, vom Bachbett hinauf zu den Baumschulen an der Niesenkette, zu den Wolkentürmen und der Mondsichel. Schon beschreibe ich das Engstligtal mit menschlichen Produkten. Ich habe in diesem Bett nicht geschlafen, weder diese Schule besucht noch diese Kette geschmiedet oder jenen Turm gemauert. Dennoch mache ich mir das Tal zu eigen, wenn ich diese Worte wähle.

Es gäbe noch zig andere Beispiele wie Gletscherzungen, Föhnfenster, Nagelfluh und Frauenmantel. Diese Zunge muss nicht schmecken, dieses Fenster nicht schliessen, jener Nagel nicht stecken und der Mantel nicht passen. Das ist auch gar nicht nicht nötig im Berner Oberland. Wir suchen die Wildnis und finden uns selbst.