Strohmann bin ich gerne

Vor zwei Monaten habe ich ein Hohelied auf das Heu gesungen. Jetzt ist das Stroh dran. Gut, die Idee klingt jetzt buchstäblich etwas abgedroschen, aber hey – dafür sind der kommende Herbst und die Erntezeit ja da. Stroh – das ist für mich eben mehr als der geflochtene Hut, der mir die letzten Wochen Schatten spendete, mehr als die Zielscheibe, auf die ich einst mit Pfeil und Bogen zielte. Stroh schliesst den Kreislauf, und damit meine ich nicht nur als Einstreu für Kühe. Zu Ballen gepresst, hat das Material schliesslich schon manchem Chilbi-Besucher als Sitzunterlage gedient, und vielleicht wurde darauf auch der eine oder andere Korn getrunken. Eben, der Kreis schliesst sich. Ein anderes Beispiel: Ich war solange allergisch auf Stroh, bis ich einige Jahre neben einem Bauernhof gewohnt habe. Ich verbrachte viel Zeit im Stall, und so wurde aus der Strohallergie ein Strohfeuer – schnell verklang das Leiden.
Und wenn dann der letzte Korn getrunken, der Hut abgezogen und das Feuer erloschen sind, wäre es doch strohdumm, die Nacht nicht gleich auf den wärmenden Halmen zu verbringen. Auf der Alp «Laueli» oder in Bonderlen gibt es dafür auch im Herbst noch Gelegenheit.

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