Runde Sachen braucht das Tal

Rund 6000 Jahre ist es her, dass das Rad erstmals für den Transport eingesetzt wurde. Heute ist es auch aus dem Lohnerdorf nicht mehr wegzudenken. Ohne Reifen und Lenkrad und Drehkolben an Autos und Bussen fänden nur vereinzelte Wanderer zum Abschluss des Engstligtals. Der Zug käme ohne Räder gar nicht erst bis Frutigen. Und selbst wenn die Frühlingsskifahrer es bis zu den Liften schafften: Ohne die unzähligen Schwung- und Zahnräder sowie die Umlenkrollen der Bergbahnen blieben die meisten Pisten in Adelboden unbenutzt. Zudem könnte der Ratrac diese ohne Antriebsrad eh nicht präparieren. Die Rotoren der Drohne auf Tschenten stünden natürlich ebenfalls still.

Da warteten die Besucher nun verloren an der Dorfstrasse. Sie würden gar nicht bemerken, wie die Zeit vergeht. Die Zeiger der Kirchenuhr könnten sich ja nicht drehen. Es wäre beängstigend still. Auf den Baustellen höben die Kräne keine Gewichte. Ohne Trommel, Treibscheibe oder Umlenkrolle führe kein Hotellift. Keine Waschmaschine würde waschen, die Zählwerke für Wasser- und Gas stünden ebenfalls still. Dann endlich würde es Nacht und damit stockfinster. Ohne die Schaufelräder der Kraftwerk-Turbinen gäbe es schliesslich auch einen Strommangel.

Es bliebe uns nichts, als Däumchen zu drehen und auf den Sommer zu warten. In der Zwischenzeit könnte man ja zumindest eine Runde an der Hotelbar bestellen. Spätestens mit der Schneeschmelze müsste man das Rad aber wieder einführen. Segway, Trottinett, Bike & Co. werden es uns danken.

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