Rennen beidseits des Ozeans

Ach, was schwappt nicht alles von Übersee zu uns hinüber, bis ganz nach hinten ins Engstligtal. Ich darf mich ja nicht beschweren. Der Austausch über den Atlantik hat mir schon viel Stoff für Blogposts beschert. Es begann mit dem amerikanischen Hickory-Holz für die ersten professionellen Ski im Tal, es setzte sich fort mit 600 notgelandeten US-Fliegern, die im Zweiten Weltkrieg in Adelboden strandeten. In letzter Zeit gab etwa der Besuch von US-Botschafterin Suzi LeVine Anlass zum Bloggen oder auch der «Adelboden Second»-Videoclip, in Anlehnung an Trumps «America First»-Slogan.
Es gibt aber auch Menschen, die den umgekehrten Weg beschreiten, so wie der Frutiger Autorennfahrer Simon Trummer. Der 28-Jährige hat beschlossen, der Langstrecken-Weltmeisterschaft den Rücken zu kehren und neu in den USA zu fahren. Warum das? «Dort erlebt man noch richtigen Rennsport», sagt Trummer in einem Interview mit der «Jungfrau Zeitung». Er schätze die «open spaces» und «open minds» drüben. Sport sei in den Staaten Religion, «in der Schweiz wird dies nicht so angesehen».
Nun liebäugelt Trummer sogar mit einer Auswanderung ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Statt immer zu importieren hätten wir so einen wichtigen Export am Start. Immerhin hat der Frutiger im Interview auch erzählt, er fahre gerne in Adelboden Ski. Für diese Art Rennen dürfte er wohl immer wieder gerne nach Hause kommen.

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