Kräutersammeln für Dummies

Was das alte Vogellisi kann, kann ich schon lange. Gut, ich verfüge über kein mentales Lexikon für Heilpflanzen. Ich habe keine Ahnung, wie Johanneskraut, Beifuss oder Giersch eigentlich aussehen. Ich würde Echtes Labkraut nicht einmal erkennen, wenn es bis zu meiner Wohnung im zweiten Stock hinauf wuchern würde. Aber das muss ich auch gar nicht. Manchmal sind es banale Unkräuter, die einem weiterhelfen.

So fehlt mir auf Vogellisis Spuren zum Beispiel die Kondition der rüstigen Dame – zack, schon zwickt’s im Bein. Da hilft das krampfstillende Gänseblümchen am Wegesrand. Kurze Zeit später stösst mir das Frühstück sauer auf – der Frischkäse war doch nicht mehr so frisch. Gut, wirkt die Brennnessel an der Böschung auch bei Magen- und Darmproblemen. So, jetzt wird die Kräuterexpedition aber richtig anstrengend. Der Atem rasselt, die Kehle brennt. Immerhin windet sich dort Efeu die Tanne hinauf: Nützlich bei Katarrhe der Luftwege und entzündlichen Bronchialerkrankungen. Es wird Abend, und am Waldrand stürzen sich die Mücken auf mich. Da kommen nun zerriebene, abschwellende Blätter vom Spitzwegerich zum Einsatz.

Wieder zu Hause, scheine ich dem Vogellisi ein ganzes Stück nähergerückt. Jetzt nur noch einen Schafgarbentee gegen meine furchtbar geschwollenen Füsse. Und dann ein bisschen Radio RaBe hören.

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