Im Land der Talismane

Mein Name bedeutet übersetzt «Sohn des Glücks». Insofern mache ich mir nie gross Sorgen, vom Pech verfolgt zu werden. Das muss aber auch niemand in Adelboden oder Frutigen. Hier wimmelt es nämlich nur so von Glücksbringern. Beispiele gefällig?

  • Da wäre einmal das vierblättrige Kleeblatt, das auf den hiesigen Weiden üppig gedeiht. Es soll besonders Reisende schützen, und es heisst, dass sein Besitzer ein Stück vom Paradies besitze. Na, wenn das nicht mal zwei schlagende Argumente für eine Feriendestination sind!
  • Und dann die Marienkäfer: Nur schon als Larve fressen die Insekten bis 3000 Läuse oder Spinnmilben. Da freut sich doch die lokale Landwirtschaft. Ausserdem sind die Winzlinge so knuffig, dass es keine Rolle spielt, wenn der krabbelnde Talisman gleich wieder in die Alpenluft entfleucht.
  • Apropos frische Luft: Dafür sorgt der Kaminfegermeister, und so einer wohnt in Frutigen. Ein weiterer Grund, glücklich zu sein. Jetzt nur nicht unter seiner Leiter durchgehen!
  • Aber gegen das Wandern ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Hier begegnen einem momentan vielleicht der Fliegenpilz oder die Mistel – ebenfalls zwei heisse Anwärter, um Fortuna auf unsere Seite zu ziehen.
  • Und wo wir schon im Wald sind, können wir uns auch gleich nach einer Hasenpfote umsehen. Hier sind die Anforderungen allerdings hoch: Besonders glücksbringend ist die linke hintere Pfote, und Meister Lampe sollte den Löffel möglichst an einem Freitag bei Vollmond und Regen auf einem Friedhof abgeben. Eigentlich kein Ferienprogramm.
  • Einfacher präsentiert sich die Sache da bei den Hufeisen: Wer sich eins über die Türe hängen will, soll sich einfach ans Pferdezentrum Frutigen wenden.

So, das wärs in etwa. In Sachen Glücksschwein empfehle ich noch ein Schnitzel auf Silleren. Nicht dass ich das nötig hätte. Aber so schmeckt das Glück eben.

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