Es lebe der Zivilschutz

Wie jedes Jahr habe ich auch diesen Frühling wieder ein nettes, graues Couvert mit einem gelben Aufgebot bekommen. In einem Anfall geistiger Umnachtung hatte mich einst für die Kochbrigade des Zivilschutzes entschieden. Seither verbringe ich regelmässig Wochen in den stickigen Küchen anonymer Bunkeranlagen. Ohne Tageslicht und oft ohne zu kochen. Denn ein Grossteil der «Arbeit» besteht meist aus Abräumen, Abwaschen – und natürlich Warten.

Während meine Hände also gerade einen schmierigen Fettfilter des Dunstabzugs schrubben, sinniere ich über Sinn und Unsinn meiner Dienstleistung. Dabei wird mir bewusst, dass sich nicht alle Zivilschützer nur damit befassen, wie man Fertigsaucen unterirdisch korrekt anrührt. Am Weltcup in Adelboden etwa erbringt diese Organisation meist über 3000 Diensttage. Und obwohl  es noch zehn Monate bis zum nächsten Rennen sind, hat dieses Engagement durchaus seine Aktualität.

Letzte Woche hat der Grosse Rat nämlich mit einer überwältigender Mehrheit von 125:2 einen Verpflichtungskredit von 750’000 Franken für die Jahre 2016 bis 2020 genehmigt. Das sind bis 150’000 Franken pro Jahr für Zivilschutzeinsätze beim Adelbodner Rennzirkus. Nur zwei Grossräte haben indes gegen die Beiträge gestimmt, und die waren sicher nie Köche beim Zivilschutz. Denn diese würden einfach jede Chance nutzen, um nur einmal an die frische Luft zu kommen.

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