Die Wüste lebt im Engstligtal

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ja nicht gerade für ihre Schneesicherheit bekannt. Das mag eine Erklärung sein, warum immer mehr Touristen aus den Golfstaaten im Berner Oberland anzutreffen sind. So weit, so gut. Nun soll aber vor Dubais Küste ein Ferienresort entstehen, zu dem auch eine Schweizer Motto-Insel gehört. Mit Schnee, Fondue, Alpine-Spa und Volksfesten bei 40 Grad im Schatten. Manche werden jetzt sagen: Kein Grund zur Sorge. Diese schnöde Imitation wird sowieso nie ans Original heranreichen.

Aber Vorsorgen ist besser, sagen andere: Wenn die Scheichs schon die Schweiz kopieren, imitieren wir eben auch die Emirate. Das können wir schon lange. Nur mit einem Halal-Frühstück im Berghotel ist es dann künftig allerdings nicht mehr getan. Einige raten vielleicht sogar dazu, den Sahara-Staub, den der Föhn bringt, zu künstlichen Dünen aufzuschütten, statt Villiger-Stumpen  vermehrt Shisha am Skilift zu rauchen und einige Schlitten von Kamelen gen Berg ziehen zu lassen.

Wer jetzt einwendet, dass Stammgäste hier aber keine Exotik wünschen, sondern alpine Authentizität, hat vermutlich recht. Ausserdem wirkt unsere Ursprünglichkeit ja gerade exotisch für Gäste aus dem Orient. Halten wir es also echt und einfach. Oder wollten Sie auf ihrer Arabienreise unbedingt die Schweizer Insel vor Dubai besuchen? Ich jedenfalls nicht.

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