Das blühende Leben

Eine wunderliche Welt im Wechsel ist der Sommer. Da werden in Adelboden Tunnel geputzt, Häuser renoviert oder gleich abgerissen und neue Bergbahnen gebaut. Wer die Aufbruchsstimmung etwas natürlicher mag, sollte seinen Blick aber lieber mal auf die Wiesen und Matten der Region werfen. Die Frühlingsflora wartet dort mit Gewächsen auf, deren Blütenpracht nur noch von den lieblichen Namen übertrumpft wird. So gedeihen am Wegesrand etwa das «Tausendschönchen», das «tränende Herz», der «Elfenschuh» oder das «Frühlings-Adonisröschen». So schön, so gut.

Doch die Natur kann auch ganz anders. Deutlich merkwürdiger klingen nämlich bereits Blumennamen wie die «Forellenlilie», die «Teppich-Golderdbeere» oder der «Wunderlauch». Auch der «kriechende Günsel» schafft es wohl nicht in die Top 10 der wohlklingendsten Pflanzenarten. Wenn schliesslich gar abstossende Namen wie «filzige Pestwurz», «Warzenwolfsmich» oder «Fieberklee» fallen, wünscht sich manch einer wohl den Schnee zurück, um diese widerlichen Auswüchse aus dem Blickfeld zu tilgen. Dabei sind doch eigentlich nur die Bezeichnungen widerlich, die Blumen selbst wären eine Augenweide. Die spinnen halt, die Botaniker.

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