Russische Tage

Eben habe ich noch Doktor Schiwago im Fernsehen beobachtet, wie er episch durch den meterhohen Schnee der russischen Taiga stapft. Tja, Festtagsprogramm. Sowas konnte ich mir während der grünen Weihnachten nicht vorstellen. Und jetzt? Watteweiche Ruhe hat sich mit einem weissen Laken über die Landschaft gelegt, lautlos gleitet ein Wassertropfen einem Eiszapfen an der Dachrinne entlang, still kauert der Kolkrabe im überzuckerten Geäst. Minus 12 Grad. Tja, Doktor Schiwago, dazu muss ich nicht nach Sibirien reisen. Und so friedlich darf die Winterlandschaft bleiben. Bis eine fröhliche Kinderschar eine Schneeballschlacht entfesselt, bis sich endlich das Drahtseil des Skilifts aufwärts bewegt, bis der Schneepflug knirschend den Weg freiräumt – zur Piste, zur Loipe, zum Schlittenweg und zum Wanderweg. Und so lebendig darf es nun ebenfalls bleiben. Also nichts wie raus – die Fernbedienung meines Fernsehers ist vorhin ohnehin kaputtgegangen. Sorry, Doktor Schiwago, ich stapfe jetzt lieber selbst umher.

 

 

Vo Adelbodä

Die grosse Frage steht im Raum: Warum liebe ich Adelboden? Gute Frage! Warum komme ich jedes Mal wieder in dieses «Kaff» zurück um immer wieder dieselben Gesichter zu sehen? Um immer wieder in denselben Lokalen zu konsumieren? Eigentlich klingt es, wenn ich darüber nachdenke, tödlich langweilig. Nun, es hat schon seine Wahrheit. Eigentlich ist es immer dasselbe. Doch wie schlimm kann es sein? Denn es macht immer wieder Spass und es kommt immer etwas Neues dazu.

Aber das Schöne daran ist: Adelboden verbindet. Gerade in der Winterzeit trifft man sich hier wieder und man hat sich immer etwas zu erzählen, selbst die Einheimischen. Meiner Meinung nach ist Adelboden in vielerlei Hinsicht einzigartig. Doch finden Sie es selbst heraus!

Und nicht nur ich, auch das Vogellisi kommt ja «vo Adelbodä här». «Wenn i numä wüsst wo z Vogellisi wär…». Es ist ja schon fast weltbekannt, dass es sich irgendwo im schönen Adelboden befindet. Doch wo? Nun, ich habe sie schon erlebt die Anmut der Legende die unser Dorf verkörpert.

Finden Sie sie selbst.

 

 

Grüne Weihnachten

Erst wollte ich mir weissmachen, dass der rare Schnee in Adelboden-Frutigen ein Problem sei. Dann dachte ich über all die Wiesen und Tannen und Algen und Moose nach und erkannte: Grün ist eigentlich unproblematisch, mit Grün funktioniert es auch. Denn grünes Licht macht nicht nur an der Ampel Freude, sondern kann sich gar zur grünen Welle aufschaukeln. Also, alles im grünen Bereich: Gepflegter Rasen produziert mehr Sauerstoff als Wald. Eine grasgrüne Fläche von 500 m² beatmet so locker eine vierköpfige Familie. Alleine Kolumbien exportiert jedes Jahr Smaragde im Wert von 150 bis 400 Millionen US-Dollar.

Wer grüne Augen hat – und das sind nur etwa zwei elitäre Prozent der Weltbevölkerung –, kann sich mit Attributen wie «mutig», «leidenschaftlich», «geheimnisvoll» oder «gesellig» schmücken. Im Christentum schliesslich ist Grün die Farbe der Auferstehung, und Grün ist auch die Farbe des Islam sowie das chinesische Lebenssymbol.

In diesem Sinne: Grüne Weihnachten hat in vielerlei Hinsicht einiges zu bieten. Suchen Sie sich doch was aus.