Happy birthday, Transporter!

Früher nannte man den Tourismus ja noch Fremdenverkehr. Heute sind aus Fremden Freunde geworden – Adelboden-Frutigen kann auf seine Stammgäste vertrauen. Was bleibt, ist der Verkehr. Den gibt es nach wie vor, den braucht es nach wie vor, damit Einheimische und Besucher ins Engstligtal gelangen. Und daran wird in diesem Jahr gleich mehrfach erinnert:

  • Bis 1913 war das historische Bahnhofsgebäude in Frutigen in Betrieb. Ab 1. April wird es nun als neues BLS-Besucherzentrum wiedereröffnet.
  • 1917 wurde die Automobilverkehr Frutigen – Adelboden AG gegründet. Auch dieses 100-Jahr-Jubiläum soll 2017 mit diversen Anlässen zelebriert werden.
  • Noch nicht ganz so alt ist der Lötschberg-Basistunnel. Nach 10 Jahren Neat stehen natürlich trotzdem diverse Festivitäten auf dem Programm.

Ich als Pendler und bekennender ÖV-Fan reihe mich gerne in die Schar der Gratulanten. «Freundenverkehr» ist eine Erfolgsgeschichte, weil dahinter eine Symbiose steckt: Touristen kommen (wieder), wenn sie im Transportwesen auf eine solide Infrastruktur zählen können. Und Transporteure haben umgekehrt auch was zu transportieren. Und Gastgeber Gäste.

Frühling fürs Risotto

Ich hatte bereits nach dem letzten Post Hunger. Und nun blühen die Krokusse in Adelboden. Wussten Sie, dass diese Blümchen zur Pflanzenordnung der Spargelartigen gehören? Spargel! Und das ist noch nicht alles: Aus einer Krokus-Art wird auch der goldgelbe Safran gewonnen. Paella, Risotto!

Gut, die hiesigen Blümchen würde ich jetzt nicht mit Reis zusammen in die Pfanne hauen. Aber nur 30 Kilometer Luftlinie entfernt, in Naters, am Südhang des Lötschbergs, wird seit 600 Jahren Safran angebaut. So nah! Da stellt sich schon die Frage, ob wir das teuerste Gewürz der Welt nicht auch bei uns abbauen könnten. Für ein Kilo Safran muss man 200’000 Blüten von Hand pflücken – das würde also erst noch Arbeitsplätze in der Zwischensaison schaffen.

Alles, was es für die gelbe Pracht bräuchte, sind die richtige Höhenlage, Licht und Wasser. Die Höhe über Meer haben wir bereits. Fehlen noch Energie und Flüssigkeit zum goldenen Gewinn. Und jetzt raten, Sie mal, wie man das Licht- und Wasserwerk Adelboden auch noch nennt: «Die Gälbe». Noch Fragen? Ich bin dann mal im Krokus-Beet.

Schön satt statt Hauptstadt

Ich mag die Metaebene. Sonst würde ich ja nicht über Adelboden schreiben, sondern einfach dort sein. Das Lustige an dieser übergeordneten Sichtweise ist aber, dass man immer noch eine weitere Ebene hinzufügen kann. Schreibt mir zum Beispiel jemand einen Kommentar zu einem Post (nur immer zu!), wandere ich in der Ebenen-Hierarchie nach unten. Das ist ok. Umgekehrt kann schliesslich auch ich kommentieren, wenn jemand über Adelboden berichtet.

So wie die «Bärner Meidschi». Diese Lifestyle-Bloggerinnen aus der Hauptstadt haben das Lohnerdorf letztes Wochenende kulinarisch getestet. Das machen sie öfters im Oberland unter dem Motto «Wir sind deine Versuchskaninchen, deine Wochenendplaner und deine Vorkoster – und das mache mir gärn!» Und gerne blogge ich jetzt über die Bloggerinnen, schreibe über die Schreiberlinge, schichte eine Metaebene über die Metaebene.

Also: «Bärner-Meitschi» Sandra (ganz rechts im Bild) residierte mit einer Freundin in «The Cambrian» und probierte auch sonst so einiges. Crèmeschnitte auf Tschenten? «Wirklich eine Wucht!» Eiersandwich im Hotel? «Ich sage nur: Spiegelei!» Steak in der «Alten Taverne»? «Mir läuft immer noch das Wasser im Mund zusammen!» Fazit 1: Eine Bernerin mehr, die in Adelboden «Places to be» (wieder-)entdeckt. Fazit 2: Ich habe Hunger. Und das nicht auf der Metaebene.

Der Spiegel meiner Natur

Wie Chälistii in diesem Blog bereits einmal zeigte, ähnelt Adelboden mit seine fünf Tälern von oben einer Hand. Doch dieser Vergleich ist nur die Spitze des Hausbergs. Die Landschaft ist auch sonst in jedem Detail viel menschlicher, als wir meinen. Ich stapfe durch die unberührte Wildnis, aber die Natur zeigt mir nur, was ich in sie hineinlege.

Es beginnt bereits unten in der Talsohle, am Fuss der Berge, entlang der Flussarme. Schon denke ich in menschlichen Extremitäten. Es ist zwar nicht meine Sohle, mein Fuss oder mein Arm, aber durch diese Beschreibung wird mir die Umgebung dennoch vertraut. Es ist, als hätte ich den nächsten Schritt bereits gemacht und den Felsen vor mir schon immer berührt.

Der Blick schweift weiter, vom Bachbett hinauf zu den Baumschulen an der Niesenkette, zu den Wolkentürmen und der Mondsichel. Schon beschreibe ich das Engstligtal mit menschlichen Produkten. Ich habe in diesem Bett nicht geschlafen, weder diese Schule besucht noch diese Kette geschmiedet oder jenen Turm gemauert. Dennoch mache ich mir das Tal zu eigen, wenn ich diese Worte wähle.

Es gäbe noch zig andere Beispiele wie Gletscherzungen, Föhnfenster, Nagelfluh und Frauenmantel. Diese Zunge muss nicht schmecken, dieses Fenster nicht schliessen, jener Nagel nicht stecken und der Mantel nicht passen. Das ist auch gar nicht nicht nötig im Berner Oberland. Wir suchen die Wildnis und finden uns selbst.

Oniborg gut essen im Skigebiet – „Gran Masta Bar”

„Gran Masta Bar” – keine „08/15“-Skihütte

Auf in eine neue Runde im „Skihütten-Test“ mit Hüehnersädel. Diesmal in der „Gran Masta Bar“, der Skihütte inmitten des Gran Masta Parks, auch „GMP“ genannt, leicht unterhalb des Hahnenmoospasses.

An einem schönen Samstag mache ich mich auf den Weg in den „GMP“. Dabei muss ich gestehen, besucht habe ich den Park schon einige Zeit nicht mehr, was wahrscheinlich an meinem fehlenden Talent liegt, die Kickers, Rails, etc. erfolgreich meistern zu können. ABER – Es gibt allemal einen Grund den Freestyle-Park zu besuchen, auch wenn man – wie ich – seine Künste nicht auf der präparierten Parkanlage ausüben will:

Die „Gran Masta Bar“.

 

 

Ob jung oder alt, als Paar, mit der Familie oder mit Freunden, jeder ist willkommen sich der Atmosphäre – dem „Vibe“ – der Bar hinzugeben. Dazu möchte ich speziell die Events an den kommenden Wochenenden empfehlen: „Oldschool Day’s“ vom 04. bis 05. März oder das „Vollmondfondue“ am 11. März, um nur zwei zu nennen. Weitere finden sie hier.

Denn dieser „Vibe“ ist definitiv nicht 08/15, Aprés-Ski-Gaudi sucht man vergebens. Der Ton wird durch eine Mischung aus Hip-Hop, Reggae und Deep-House bestimmt, kombiniert mit einem familiären, ungezwungenen Umgang. Diese Kombination würde ich als Beat Jungen’s Geheimrezept nennen. Er führt die Bar nun in der vierzehnten Saison und erzählt nostalgisch von den Anfängen, als er die Getränke-Kisten noch per Ski vom Hahnenmoos zur Bar transportieren musste. Doch dies ist heute Vergangenheit, im Jahre 2007 kam zu einer kleinen, ehemaligen Weidehütte eine grössere Hütte hinzu, welche Platz für ca. 30 Personen, einer WC-Anlage und einem Ausschankbereich bietet.

In meiner Hand ein „Monster Dog“ (ähnlich dem amerikanischen Hot-Dog, jedoch mit Bratwurst und Gemüse), dazu ein kühles Blondes und der Sound des Live-DJ’s in den Ohren, so lässt sich ein sonniger Skitag gut ausklingen.

Dieser „Vibe“ – kombiniert mit der preiswerten, schmackhaften Verpflegung, der atemberaubenden Aussicht und dem regen Treiben im Freestyle-Park – Oniborg ä guetä Grund zum verbiiguggä.