Fit wie ein Vogel

Unser Furggi kam letzte Woche in den Genuss, des Gleitschirmpiloten- Daseins. Wie Du, lieber Leser, seinem Blogpost entnehmen kannst, fühlte er sich dabei “Frei wie ein Vogel”…apropos Vogel:

Der einheimische Gleitschirmpilot Chrigel Maurer ist auch bekannt als „Adler von Adelboden“. Er gewann die Red Bull X-Alps vier Mal in Folge. Dieser internationale Wettkampf gilt als der härteste Gleitschirm- Wettkampf der Welt da er über mehrere Tage ohne Pause und Erholung geht. Der Wettbewerb hat den Status einer “inoffiziellen Weltmeisterschaft”.

Auf der Seite von Adelboden Tourismus, gibt der trainingserfahrene Maurer, seine Fitnesstipps weiter. Für euch, liebe Blogleser, habe ich seine vier erwähnten Trainingsmethoden ausprobiert:

  1. Einbeinstand (eine neue Dimension des Zähneputzens)
  2. Rumpfmuskulatur (Planking vor dem Fernseher)
  3. Winterwandern / Joggen (Meine Empfehlung: Wanderweg entlang der Engstligen ins Unter dem Birg oder auf dem Vita Parcours ins Bärgläger
  4. Erholung (toller Tipp – auf zum Wellness im Solebad im Parkhotel Bellevue)

Die Bewegungstipps in voller Ausführung und mit Bildern findet ihr bei Adelboden Tourismus

Geschickt eingefädelt

Gestern habe ich mit einem Torposten diskutiert. Er achtete beim Weltcup-Slalom vom letzten Sonntag darauf, dass die Athleten die Tore korrekt durchfahren und nicht einfädeln. Also schon im Normalfall eine Herkules-Aufgabe, wenn sich Kristoffersen, Hirscher & Khoroshilov duellieren. Der Nebel vom Wochenende machte die Sache jedoch noch einmal kniffliger. Dazu sind die Anweisungen der FIS ebenfalls herausfordernd. So heisst es in der Internationalen Skiwettkampfordnung (IWO) etwa: «Jede von einem Torrichter gemachte Aussage muss klar und unparteiisch sein. Der Torrichter muss den Fehler nur angeben, wenn er überzeugt ist, dass ein Fehler begangen wurde.»

Ganz schön schwierig, im Nebel innert Sekundenbruchteilen zu entscheiden, ob man jetzt wirklich überzeugt ist oder nicht … Und wenn man schliesslich doch überzeugt ist und einen Einfädler disqualifiziert, macht man sich auch keine Freunde. Niemand fädelt gerne ein. Das gilt für Nadel und Faden, das gilt fürs Einfädeln bei der Autobahnauffahrt, und das gilt eben auch für die Tore beim Slalom.

Gibt es nun eine Möglichkeit, die Torposten zu entlasten, die Rennfahrer nicht zu drangsalieren und dennoch auf der Weltcup-Piste ein Rennen zu veranstalten? Die Lösung liegt auf der Hand: Man nimmt das Chuenisbärgli einfach in der Woche vom 18. bis 23. Januar in Angriff. Dann steht die legendäre Strecke nämlich für jedermann offen. Und weil jeder für sich fährt und es dabei keine Weltcup-Punkte zu verlieren gibt, kann mein Torposten für einmal ausschlafen. Das hat er sich auch verdient.

Frei wie ein Vogel

Wenn Chrigel Maurer, der Adler von Adelboden, über dem Chuenisbärgli seine Runden dreht ist wieder Weltcup angesagt. Dieses Wochenende werden er und sein Bruder Michael vor den Läufen ihr Können im Gleitschirmfliegen unter Beweis stellen.  Letzte Woche konnte ich das Gefühl des Fliegens selber erleben. Zuerst gings mit der Bahn auf die Tschentenalp und danach zu Fuss weiter zum Startplatz. Der Aufstieg war kurz aber intensiv. Ich hatte im Vergleich zu meinem Pilot einen einfachen Weg, dieser trug nämlich einen riesigen Rucksack auf dem Rücken. Oben angekommen wurde zuerst die Aussicht genossen und wir schauten anderen Piloten beim Start zu. Der Rucksack wurde vom Piloten ausgepackt und der Gleitschirm ausgebreitet. Danach kontrollierte er die Leinen und mir wurde das Gurtzeug befestigt, in welchem ich vor dem Piloten sitzen werde. Nun wurde ich instruiert wie ich mich beim Start zu verhalten habe. Langsam aber sicher bekam ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Als der Schirm nach oben gerissen wurde, waren wir nach wenigen Metern laufen in der Luft. Meine Nervosität legte sich schnell und ich konnte die Welt von oben geniessen. Das Gefühl frei zu fliegen war unbeschreiblich, der Ausblick auf das Tal atemberaubend und ich bin mir sicher, dass meine Jauchzer auch in der Lenk gehört wurden. Von unten habe ich mir das Gleitschirmfliegen immer sehr langsam vorgestellt, wir waren aber beinahe mit 40 km/h unterwegs. Was für ein Gefühl! Der Pilot fragte mich, ob ich gerne ein paar Drehungen machen würde. Kaum hatte ich ja gesagt, ging es in einer Spirale abwärts. Unglaublich, welche Kräfte beim Drehen wirken! Ich wurde regelrecht in mein Gurtzeug gedrückt und konnte nach wenigen Sekunden weder rechts noch links unterscheiden. Kaum war mein Kopf wieder bei Sinnen, waren wir schon im Landeanflug. Mit seinen beiden Steuerleinen landete der Pilot uns federleicht auf einer grossen Matte. Trotz weichen Knien war ich überglücklich über dieses Erlebnis. Gleitschirm-Tandemflüge werden von der Flugschule Cloud7 durchgeführt. Aber Vorsicht, dieser Sport kann süchtig machen!

 

Das Jahr startet mit Bestnote 6

2016 ist nicht nur eine Zahl, die aktuelle Endung 6 steht zugleich für viele Neuerungen im Tal. Ich brauche mich nur mal kurz umzusehen, und die Ziffer 6 springt mich eigentlich überall wie von selbst an. Nehmen wir nur die Engstligenalp: Da hat es momentan 60 Zentimeter Schnee, und 6 von 6 Anlagen sind geöffnet.

Oder schauen wir einmal, wie sich 2016 zahlenmässig im Dorf Adelboden auswirkt: Am 6.1. startet im Kino Rex der Film «Schellen-Ursli». Gut 6 Millionen Franken hat dessen Produktion gekostet. Tags darauf wird «Die Peanuts» gezeigt – in diesem Streifen gehts um eine 6-köpfige Rasselbande. Neu gibt es auch mehr Abendfahrten auf die Tschentenalp, und ja, die Bergbahn fährt dabei Mittwoch bis Samstag ab 6 Uhr abends.

Und dann erst der Weltcup: Das 60-Jahre-Jubiläum findet natürlich wieder auf der bis 60 Grad steilen Piste am Chuenisbärgli statt. Dabei darf der Glückszahl ebenfalls vertraut werden: 1966 standen beim Riesenslalom mit Willy Favre und Edmund Bruggmann schliesslich grad zwei Schweizer auf dem Podest. Sie sehen: Auch hier ist die 6 einfach grandios vertreten.

Schlussendlich wage ich auch noch den Blick talabwärts Richtung Tropenhaus Frutigen: Hier hat gerade «Moringa» Saison, das ist der sogenannte Meerrettichbaum. Unnötig zu erwähnen, dass das exotisch-gesunde Gewächs jeweils 6 Prozent Protein und Vitamin A enthält. Degustieren sorgt also für Muskeln und schöne Haut. Das trifft sich gut: Die 6 wird in der Mathematik nämlich auch «Kusszahl» genannt.