Gegen den fiesen Föhn

Wir wollen gerade Schnee, Kälte, Windstille und gehobene Stimmung. Doch was ist der Föhn? Ein trockener, warmer Fallwind. Also genau das Gegenteil. Eine Spassbremse, ein luftiger Spielverderber. Doch es gibt Trost in dieser stürmischen Stunde:

  1. Im Skigebiet Elsigen-Metsch wurden am letzten Wochenende immerhin bereits die ersten Kurven im Schnee gezogen. Das war kein Winter-Intermezzo, sondern ein Startsignal.
  2. Der Föhn sorgt zumindest für ausgeprägte Fernsicht, da weniger Schwebeteilchen die Atmosphäre trüben.
  3. Warme Luft ist weniger dicht. Dadurch wird das Licht vermehrt abgelenkt, und die Berge erscheinen grösser, als sie tatsächlich sind. Man muss kein Physiker sein, um zu erkennen, dass das wenigstens gute Werbung ist.
  4. Wir sind auf jeden Fall nicht alleine mit dem fiesen Föhn: In Kärnten gibt es den «Jauk», in Ecuador den «Chanduy» und in den Rocky Mountains den «Chinook».
  5. Die Bise ist auch nicht besser. Denn dieser Wind ist zwar bitterkalt, dafür ebenso trocken und zuweilen stürmisch.
  6. Wer nach dem Ausgang mit Kopfschmerzen erwacht, kann immer noch der Wetterlage die Schuld geben.
  7. Und zu guter Letzt: Jeder Föhn hat ein Fenster. Und Fenster lassen sich auch wieder schliessen.

“Italianità” an der Dorfstrasse – einkaufen und geniessen mit Aussicht!

An diesem wunderbaren, sonnigen Herbstmorgen ist der Vogellisi Blog zu Besuch an der Dorfstrasse 69, auf der wohl schönsten Sonnenterrasse Adelboden, mit dem wohl besten Kaffee Adelbodens. Aber wir befinden uns nicht etwa in einer Bäckerei oder einem Restaurant, wie man jetzt vielleicht denken könnte – nein, wir befinden uns mitten in einem Modegeschäft.

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Wer jetzt denkt, wie ich gedacht habe, dass Mode, Wohnaccessoires und Kaffee und Schoggikuchen nicht in einem Raum Platz vereinbar sein kann, denn will ich nun eines Besseren belehren: Ich stehe in der Mitte des grossen Raums. Links und rechts von mir sind Hosen, T-Shirts, sowie Gurte, Schals und andere Accessoires liebevoll und gekonnt arrangiert.  Der Übergang von Kleidung zu den Wohnaccessoiren ist fliessend, in das grosszügige Geschäft strömt viel Licht und überall sind Elemente aus Holz zu entdecken, diese natürlichen Materialien umrahmen das Konzept des Raumes und geben ihm die wohlige und warme Atmosphäre  

Ich stehe mitten im „burn living“ und vor mir eines seiner Highlights – die Sonnenterrasse, welche mit unverbaubarer und unverkennbarer Sicht auf Chuenisbärgli, Fitzer, Wildstrubel, Lohner und Co. zu beeindrucken vermag. Gerade an diesem schönen Herbsttag mindestens einen Kaffee wert und so nehmen, je älter der Morgen wird, immer mehr Gäste auf der Terrasse Platz.img_0968

Unter dem Motto: „Einkaufen und geniessen mit Aussicht“ verwöhnt die Gastgeberin Désirée Burn Gäste und Kunden mit viel Passione und Amore und ist stets auf das Wohl des Kundes bedacht. In den ruhigen Minuten habe ich sie mit Fragen gelöchert und dabei verraten bekommen, dass es schon immer ihr Traum war, ein „Käffeli“ zu eröffnen und diesen Raum mit dieser Terrasse musste ich einfach ausnutzen – für ihr Café setzt sie dabei auf eine kleinere Karte, dafür auf gute Qualität. „Guter Kaffee musst du haben, wenn du am Ende des Dorfes bist“. Die Kleidungsstücke und Accessoires wählt Désirée Burn selbst aus – ganz nach ihrem Gusto und stets nur, was ihr persönlich gefällt. „Ich wähle immer Marken, die nicht so verbreitet sind – grosse und bekannte Namen bekommst du auf der ganzen Welt, dann müssen sie nicht auch noch in Adelboden vorhanden sein“. Zum Dekorieren der Schaufenster und Arrangieren der Kleider im Laden lässt sie sich von anderen Geschäften, Bildern und dem Internet inspirieren. „Professionell gelernt habe ich das nie und glaube mir: das Dekorieren dauert Stuuuunden“. 

Preislich variieren die Kleidungsstücke, und obschon im „burn living auch exquisite Einkäufe getätigt werden können, vermittelt Désirée und auch die Erscheinung des „burn livings“ authentische und ehrliche Bodenständigkeit. Bodenständig ist dann auch ihre Antwort auf meine Frage, warum ein Gast den unbedingt ihr Geschäft besuchen sollte, wenn er in Adelboden ist: „Niemand muss, wenn er nicht will – aber ich will nicht Werbung machen für mich selber, so bin ich nicht, ich habe freue, wenn es Kunden und Gästen bei mir gefällt“.

img_0971Diese Gastfreundschaft ist spürbar und so verwundert es nicht, dass es vor allem der Kontakt mit Menschen und die vielen Geschichten, welche man dadurch erzählen könnte, sind, für welche Désirées Herz schlägt.

 

Das „burn living“ –  bodenständig, authentisch und spürbare Herzlichkeit. Italianità, die Adelboden gut tut – und damit vom VogellisiBlog wärmstens empfohlen.  

 

 

 

Vogellisichopf vam Wintermanet: Anja Zurbrügg

In unserer Serie “Dr Vogellisichopf vam Manet” stellen wir jeweils eine spannende Persönlichkeit vor, welche entweder aus Adelboden kommt, mit dem Dorf verwurzelt ist oder in einer anderen Form unser Bergdorf prägt. Heute lest ihr bereits den zweiten Teil:

Sie ist ein junges, kreatives Gesicht: die Adelbodner Fotografin Anja Zurbrügg. Nach der Ausbildung zur Fotofachfrau in Adelboden folgte sie ihrer Leidenschaft und liess sich noch zur Fotografin ausbilden. Nach Lehr- und Wanderjahren in der ganzen Schweiz, hat Anja sich mit jungen 26 Jahren selbstständig gemacht und ist zurück in ihren Heimatort gezogen. Die Freiheit und Unabhängigkeit welche diese Selbstständigkeit bietet, bedeuten für Anja Lebensqualität. Selbständigkeit bedeutet aber auch „selbst ständig“, sprich, selber für sich verantwortlich zu sein, selber für sich zu schauen und sich seine Zeit selber einzuteilen.201608-usa-1912_1

Als waschechtes “Vogellisi” ist die junge Fotografin seit einem Jahr mit ihrem Können hinter der Kamera auch für den Bärner Meitschi Blog tätig.

Chälistii: “Anja bist du denn nun mehr Bärner Meitschi oder Vogellisi?”

Anja: “Das kommt ganz darauf an, wo ich gerade bin. An einem Ort schimmert immer etwas vom anderen durch – diese Mischung macht es meiner Meinung nach aus”.

Chälistii: Denkt man an Selbstständigkeit, wird dies oft mit Homeoffice assoziiert, dein Büro befindet sich auch in deiner Wohnung, wo holt man sich als Fotografin die Inspiration, wenn man viel zuhause sitzt?”

Anja:”Ich bin gar nicht so viel zuhause, wie viele denken. Höchstens zum Bearbeiten der Bilder. Oft bin ich unterwegs, ich habe viele Aufträge ausserhalb der Region, komme so an viele verschiedene Orte, treffe spannende Personen. So ist nie eine Woche gleich, wie die nächste. Plane ich Sonntags die neue Woche, werden diese Pläne spätestens am Montag Morgen über den Haufen geworfen.”

Chälistii: “Was war die grösste Umstellung zur Selbstständigkeit?”

Anja: “Bei mir war es ein schleichender Prozess, da ich meine vorherige Stelle von Jahr zu Jahr prozentual reduzieren konnte. Die grösste Umstellung war, dass ich offener geworden bin für Kreatives, ich habe einen ganz anderen Rhythmus, andere Zeiten, muss flexibler sein und trotzdem bereites es mir sehr viel Freude. Ich habe keine Vorgaben mehr, kann arbeiten wann und wo ich will”.

Chälistii: “Diese Umstellung brauchte aber auch Mut?”

Anja: “Klar, ich habe auch Zweifel. Kann ich alle Rechnungen bezahlen, habe ich genügend Kunden, genüge ich selbst? Das Business in einer Zeit, in der jeder sich “Fotograf” nennt – ist es schwierig sich von der Masse abzuheben”.

Chälistii: “Das tust du aber, deine Bilder haben Wiedererkennungswert!”

Anja: “Ich bin immer noch daran, meinen Stil weiterzuentwickeln. Mit der Zeit lernst du, was dir gefällt und was nicht. Mit diesem Prozess bin ich aber noch lange nicht fertig. Für mich ist ein Bild schön, wenn es Emotionen auslöst – das zugleich Schwierigste als Fotografin: Emotionen hervorrufen.”

Chälistii:” Du bist sehr selbstkritisch und perfektionistisch”

Anja: “Muss man sein, es gibt immer bessere Fotografen und es ist ja auch das Ziel sich stetig zu verbessern. Und ja der Perfektionismus – er und ich haben schon etwas einen Kampf zusammen. Irgendwann musst du einfach abdrücken, ob wohl du weisst, dass der noch “perfektere” Moment vielleicht kommen könnte. Aber eigentlich finde ich mich gar nicht perfektionistisch, eher chaotisch.

Chälistii: “Was ist eigentlich dein Lieblingssujet oder -Ort in Adelboden?”

Anja: “In Adelboden bin ich aufgewachsen, hier bin ich zuhause. Ich liebe es, andere Blickwinkel zu zeigen, mit mir bereits bekannten Sujets zu spielen und so meine Heimat neu zu entdecken. So habe ich also kein eigentliches Lieblingssujet, suche dieses aber am liebsten in der wunderschönen Natur unseres Ortes.

Anja ist stets auf der Suche nach dem perfekten Moment vor und hinter der Kamera, auf der Suche nach beruflicher und privater Herausforderung. Dabei den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, braucht Mut, viel Durchhaltevermögen und eine grosse Portion Passion, für das was man tut und man will, Anjas Geheimnis dabei: “Ich habe es noch nie bereut, aber hinterfrage es oft!”

Besuche Anja auf ihrer Homepage oder auf ihrem Instagram Channel https://www.instagram.com/anjazurbruegg/.

Warum die Bösen Schlange stehen

Nach vier Eidgenössischen Kränzen und dem Schwingerkönigstitel hat sich Matthias Glarner nun ja noch einen Sponsoring-Vertrag mit der Mineralquellen Adelboden AG geholt. Da fiel mir sofort wieder Christian Stucki ein, der im Juni erst für die Eröffnung der Globi-Bahn auf die Engstligenalp Pate stand. Es scheint, als würde das Lohnerdorf die Bösen geradezu magisch anziehen. Aber wieso?

Am Schwingercharakter an sich kann das nicht liegen, der ist bei Stucki und Glarner recht unterschiedlich. Der eine hat spektakulär verloren, als er seinen Gegner küsste. Der andere hat unspektakulär gewonnen, als er in Estavayer nüchtern triumphierte. Der eine ist lustiger Botschafter für einen blauen Spassvogel, der andere steht stolz für ein klares Getränk.

Das Produkt, wofür die Schwinger werben, kann eigentlich auch nicht die einzige Erklärung für die Wahl der beiden sein. Schliesslich wohnt Glarner an der Blümlisalpstrasse in Heimberg. Daneben arbeitet er als Personalbetreuer bei den Bergbahnen Meiringen Hasliberg. Das alles hätte eher für die Engstligenalpbahnen gesprochen als fürs Mineralwasser. Globi-Götti Christian Stucki wiederum gehört zum Seeländischen Schwingerverband und könnte in seinem Beruf als Lastwagenchauffeur gut auch Adelbodner Wasser transportieren. Und doch hat er den Berg und nicht den Talboden auserkoren.

Warum die Bösen also das Lohnerdorf lieben? Was weiss ich. Vielleicht liegt die Lösung ja in den vielen Holzbetrieben, wo Sägemehl en Masse produziert wird. Vielleicht liegt es an den vielen Quellen, wo man sich dieses Sägemehl nach dem Kampf wieder abwaschen kann. Und vielleicht können Glarner und Stucki einander hier auch einfach einmal auf die Schulter klopfen, ohne vorher in den Ring zu steigen.