Ä Gschicht vo Endi u Afang

 

D’ Adelbodner Bärga si i Chuerächt iitilt. Jedä Bärg bsitzt nämlig so viel Chuerächt, wie är Vieh dr Summer dür mag nährä. D’ Beständ vam Vieh vo dä Buurä si vo Summer zu Summer unterschidlig u no vor em Gang z’ Bärg unvertiilt. Genau um die rästligä Chuärächt wird am Fritig ar Bärgrächnig gfeilscht.

Drbi isch d Bärgrächnig, also dr Adelbodner Früehligsmärit, viel meh als numä ä Zämäkunft u Verhandlig vo dä Landwirtä. D Bärgrächnig setzt däm trischtä Ortsbild vor Zwüschäsaison äs Endi u eröffnet d’ Summersaison im Lohnerdorf.

Isch Bärgrächnig, herrscht im Schwand bis spat id Nacht äs munters Tribä, ä enormä Kontrascht wemä mit dä vorhärigä stillä Wuchi verglicht. Sie huucht Adelbodä umhi Läbä ii u let näd numä Chinderhärz höjer la schla. D’Bärgrächnig versetzt ds ganza Dorf inä usglasseni Stimmig, alls git a däm Tag ä chli ringer, jeda isch äs Bitzi entspannter. Ma trifft sig zum Zmittag, zum Ziveri ufnä no warma Berliner vam Houeter, idä Büro u Gschäft schmeckts nach brenntä Mandli u Nidläfäfeni u spetischtens nam Fyrabä gseht sig ganz Adelbodä bim Gempeler Fritz.

Dr Afang vom Summer söll gfyret wärdä, will ds Endi chunnt ganz gwüss u scho viel ds gli umi, Bärgrächnig isch am Fritig, 3. Brachet!

Bewegte Zeiten

Zeit ist relativ. Auch wenn es uns nicht einleuchtet: Sie vergeht nicht für alle gleich schnell. Wie schnell sie vergeht, hängt nämlich vom Beobachter ab, der die jeweilige Zeit misst. Ich will jetzt niemanden mit der speziellen Relativitätstheorie langweilen, aber diese Ausgangslage eröffnet in der Freizeitpraxis ungeahnte Möglichkeiten: Da bewegte Uhren tatsächlich langsamer gehen als unbewegte, können Sie Ihr Leben verlängern – indem Sie in Bewegung bleiben.
Für den den Start in die Adelbodner Sommersaison heisst das: Möglichst viel Zeit auf Rädern, auf flinken Beinen, unter Gleitschirmen oder in Bergbahnen verbringen. Auch wenn die Quanten-Effekte der Zeitkrümmung dabei nur minim sind: Am Ende des Tages haben Sie dennoch mehr zu erzählen. Und zwar absolut und nicht relativ. Probieren Sie es aus, die Zeit haben Sie.

Zwei musikalische Welten

Was für ein Zufall: Nach 16 Jahren findet der Kreismusiktag des Berner Oberländischen Musikverbandes wieder in Adelboden statt. Und ich habe nach 16 Jahren Abstinenz wieder einmal versucht, ein Musikstück ab Noten zu lernen. Das wärs aber auch schon mit den Parallelen zwischen mir und den Musikgesellschaften. Meine kläglichen Versuche lehrten mich nämlich zweierlei: Zum einen fiel mir dabei wieder ein, dass ich schon damals schlecht Noten lesen konnte. Beste Voraussetzungen für den Wiedereinstieg. Zum anderen hätte mir ein einfaches Werk den Zugang zur Welt der Notenschlüssel und -linien erleichtert. Aber nein, ich musste mir ja unbedingt einen berüchtigten Fingerbrecher als Partitur wählen, womit die Frustrationsgrenze innert Sekunden überschritten war.

Item, ich habe mich mittlerweile fast durchs gesamte Stück gequält. Es werden wohl schon über 60 Übungsstunden gewesen sein. Dann kam der Augenblick, als ich das Zwischenergebnis einem Kollegen vorspielen wollte. Das Resultat: Panik, Fehler, Aussetzer, Schweissausbrüche, Hektik, Blackout. Da fiel mir auch wieder ein, dass ich schon damals stets eine leichte Beute des Lampenfiebers gewesen war. Dabei hatte ich jetzt ja nur einen einzigen Zuschauer …
Kein Vergleich zu den Vorträgen am Kreismusiktag vom 28. und 29. Mai: Da spielen 16 Vereine, da lauschen Hunderte in der Curlinghalle, da taxieren kritische Experten die Konzerte, da werden unter anderem Lieder von Klassikern wie Antonín Dvořák oder Händel aufgenommen und locker variiert.

Fazit: Ich verschreibe mir ab sofort leichtere musikalische Kost und überlasse die Bühne den Vereinen. Der Mai soll schliesslich der Wonnemonat sein und kein Krampf nach Noten.

Das Globi Gedicht

Heute kann ich es nicht lassen,
muss den Blog in Reimen fassen.
Denn aus vielen guten Gründen
gilts im Vers rasch zu verkünden:

Spass hat nun neue Methoden –
Globi kommt nach Adelboden,
wo er bei den Sennen wohnt
und schon bald innig betont:

«Engstligenalp heisst dieser Ort,
schnell kam ich her, lang bleib ich dort
auf der Alp, da freuts mich sehr
zweitausend Meter über Meer.»

In die Gondel eingeladen,
oben raus zum frischen Baden,
zu den Tieren, zu den Sennen,
jeder muss einfach bekennen:

Das Hochplateau, das ist für Kinder,
für Abenteurer und Erfinder
ein Paradies hoch überm Tal
und mit Begleitung allemal

Denn – da geb’ mein Wort ich drauf –
auch Globi taucht persönlich auf,
um Kinderscharen zu begrüssen
und den Tag so zu versüssen

Weit am Firnament jedoch
schwebt ein Adler himmelhoch
und ruft: «Reimen kann ich schon lang»
– so schliesse ich meinen Gesang

Adelboden am Eurovision Song Contest

Morgen Dienstag startet wiederum der Eurovision Song Contest, welcher dieses Jahr in Stockholm stattfindet. Mittendrin: Eine “Adelbodnerin” – okey,zugegeben “Fast-Adelbodnerin”. Die Kanada-Schweizerin Christina Maria Rieder wird mit ihrem Künstlernamen Rykka in Schweden an den Start gehen.

Die Schweizer Wurzeln sind aber omnipräsent: Rykkas Grossvater wanderte von Basel nach Vancouver aus, Rykkas Vater spielte Eishockey und wurde für eine Saison als kanadische Verstärkung zum Adelbodner Eishockeyclub geholt. In dieser Zeit wurde Rykka nach eigenen Angaben im Lohnerdorf gezeugt, kam aber dann Anfang 1986 in Vancouver zur Welt. Ihren 30. Geburtstag brachte sie zurück zu den Wurzeln ins Vogellisidorf.

Rykka tritt am Donnerstag, 12. Mai für die Schweiz im zweiten Halbfinale auf. Sendezeit: 21.00 SRF 2

Ein Vorgeschmack gibts hier:

Adelboden auf internationalem Parkett, das Vogellisi drückt Rykka die Daumen!