Neues Bauen an der Urne

Das Schwimmbad ist ein «Leckerbissen für Freunde von Bauten aus den 1930er-Jahren. Dass es heute noch steht, ist nicht selbstverständlich.» Seine Sanierung «hat es möglich gemacht, dass nicht nur einzelne Gebäude erhalten blieben, sondern eine Anlage als Ganzes seine ursprüngliche Ausstrahlung wieder gewann und heute zu Recht unter Denkmalschutz steht.» Nein, diese Zeilen aus der Zeitschrift «Applica» betreffen nicht das Adelbodner Gruebibad. Es geht um das Schwimmbad in Heiden, das der Freiburger Architekt Beda Hefti im Jahre 1932 realisierte. Warum ich das obige Zitat dann hier einfüge? Weil es ebenfalls Beda Hefti war, der bereits 1931 das Gruebi bauen liess. Und weil Letzteres im Gegensatz zu anderen seiner Bauten noch der Sanierung harrt. Von 2000 bis 2002 wurde so etwa auch die Freibadanlage Burgdorf saniert – ebenfalls Heftis denkmalgeschütztes Werk aus dem Jahre 1929.

Über elf Schwimmbäder konzipierte Hefti, und die medialen Reaktionen zeigen den Wert seiner Arbeit: «Ohne Beda Hefti sähe in Freiburg heute vieles anders aus», schrieben etwa die «Freiburger Nachrichten» über den Ingenieur, der im Welschland das Schwimmbad Motta entwarf. Und im Buch «Mountains and Modernity: Bernese Modernist Buildings in its environement» heisst es über das 1930 unter Mithilfe Heftis gebaute Interlakener Strandbad: «Nicht nur eines der ersten modernen Bäder mit eindrucksvollen Dimensionen, sondern auch ein eigenständiges Statement von moderner Freizeit- und Sportarchitektur.»

Nun hat Adelboden noch einmal über die Sanierung des Gruebibads abgestimmt. 85,2 Prozent haben sich für das Projekt ausgesprochen. Gut: Dann kann ich wohl bald weitere ähnliche Zitate wie oben anfügen.

Oniborg gut essen im Skigebiet – Wunderbar

Das sonnige Osterwochenende zog die Massen in die Berge. Mittendrin auch das Vogellisi, beziehungsweise Furggi und Chälistii auf Mission: Oniborg gut essen im Skigebiet. Vor prächtiger Bergkulisse, direkt an der Piste Hahnenmoos-Geils liessen wir uns mit hungrigen Bäuchen nieder, angelockt von chilliger Musik und guter Stimmung. Die Wunderbar ist DER Treffpunkt im Skigebiet und hat für alle – Jung und Junggebliebene – etwas zu bieten. Auch kulinarisch gesehen ist für Jede und Jeden etwas dabei.

Furggi testete die Spezialität des Hauses: “Hot Wolf” – quasi ein Hot Dog für Grosse, sprich das Wienerli wird gegen eine Adelbodner Bratwurst eingetauscht. Weiter gab es Cheeseburger und Pommes, die Portionen grosszügig. Wer ein ebenso berühmtes Schnitzelbrot will, sollte die Mittagsrast möglichst früh einlegen, das Gericht ist, wie auch an diesem Wochenende, schnell vergriffen. Gegen den Durst emfpiehlt Chälistii einen Swizzly, leckerer Apfelcider mit Holunderblütensirup.

IMG_6425

 

Nach Speis und Trank gehört auch immer der wohlverdiente Mittagsschlaf in einem der begehrten Gratisliegestühle zum Besuch in der Wunderbar dazu. Vorausgesetzt, man ergattert sich einen freien Stuhl, wie immer bei schönem Wetter: kein einfaches Unterfangen und auch hier gilt: First come, first serve! 🙂

In der Wunderbar ist der Name Programm und deshalb: “Oniborg ä Grund zum verbiguggä!”

Mein Platz ist auf der Plattform

Wer sagt denn, der Höiturm auf Silleren sei im Winter geschlossen? Wer sagt denn, man müsse im Schnee immer in Bewegung bleiben? Nachdem ich in den vergangenen Wochen immer Snowboarding und Skifahren beworben habe, möchte ich es im heutigen Post einmal ruhig angehen lassen. Das Lob des Müssiggangs ist angesagt. Arbeit soll für einmal ebenso wenig verherrlicht werden wie exzessiver Sport. Nein, heute höre ich auf mein Bauchgefühl, und das fühlt sich eben äusserst entspannt an.

Ich gehöre bekanntlich zu denen, die nach der Sommersiesta, der Herbstmelancholie und dem Winterschlaf nahtlos in die Frühjahrsmüdigkeit übergehen. Und das ist auch gut so. Deshalb zog ich mir am Wochenende extra keine Skischuhe und -hosen an. In der Gondel gen Silleren war ich in Jeans zwar ein Exot. Als Belohnung wartete oben jedoch jede Menge Platz auf der Aussichtsplattform des Höiturms. Denn mit Skischuhen stellte die lange Treppe dort hinauf ein Mühsal dar, das nur wenige auf sich nahmen.

So thronte ich denn alleine über dem Mittagsgewusel und dem ganzen Skisalat. Beine hoch, Augen auf. Über mir wiederum führten Dutzende Gleitschirmflieger ein knallbuntes Luftballett am stahlblauen Firnament auf. In meinem Magen sorgte mittlerweile ein Schweinshalssteak mit Pommes für Blutleere im Kopf. Augen halb zu. Weit hinten beim Talausgang eine Ahnung von Hochnebel. Dorthin würde ich zurückkehren, mit den Wanderschuhen, die ich mir unten im Dorf noch kaufen sollte. Für später. Aber das hatte noch Zeit. Augen zu.

Oniborg gut essen im Skigebiet-Chumihütte

Bereits die Anreise zur «Chumihüttä», welche mitten im Skigebiet liegt, stellt sich sehr abenteuerlich dar. Sie ist vom Luegli oder vom Metsch-Stand an der Lenker Seite direkt zu erreichen. Und verpassen sollte man sie definitiv nicht.
Vor der Hütte stehen viele alte Tische mit noch viel mehr alten Stühlen. Der Anblick ist richtig «heimelig» und man will sich sofort hinsetzen. Ich setze mich hin und prompt werde ich auch schon von einer jungen Dame mit einer feschen «Chümihüttä»-Sonnenbrille bedient. Ich frage nach einem Glühwein, doch ein solcher ist leider nicht vorhanden. Stattdessen schlägt sie mir ein «Rägäpöli» vor. Eine hauseigene Kreation. Eine Mischung zwischen Glühwein und Jägertee. Ohne zu zögern bestelle ich gleich. Während ich warte schaue ich mich ein wenig um. Rund herum sind an allen Tischen Leute verschiedenen Alters. Die Stimmung wirkt sehr heiter und alle schienen gut gelaunt zu sein. Immer wieder fahren fleissige Ski- und Snowboardfahrer den steilen Hang herunter, an welchen man vom «Chumi» perfekt sieht.

IMG_3055
Da kommt auch schon mein «Rägäpöli». Vor lauter herumschauen, habe ich völlig vergessen, mir die Karte anzusehen. Gleich sticht mir das Highlandbeef ins Auge. Dies, lasse ich mir später vom Chef persönlich sagen, ist die Spezialität der Chumihütte, welches im Sommer ganz in der Nähe grast. Ich habe diese wunderbaren Geschöpfe bereits zu Gesicht bekommen bei einer sommerlichen Wanderung. Eigentlich ein Grund den Highlandbeef-Burger nicht zu probieren, aber die Versuchung ist zu gross. So bestelle ich meinen Burger plus eine Grillkartoffel. Aber auch für Vegis gibt es tolle Alternativen wie zum Beispiel ein guter «Käsbrägel» oder eine exotische Nudelsuppe! 😉
Während der nächsten Wartezeit habe ich die Gelegenheit, mich noch ein wenig mehr umzuschauen, während ich an meinem köstlichen «Rägäpöli» nippe. Hinter mir entdecke ich breite Holzliegen mit einer Schaumstoffmattratze darauf. Einmal Probeliegen kann ja nicht schaden. Und tatsächlich: Die Liegen sind unheimlich bequem und für mich einer der schönsten Plätze für ein Mittagsschläfchen gleich nach dem Essen.

Bevor mein Burger den Weg auf den Tisch findet, schaut der Chef der Chumihütte Hansueli Hari noch bei mir vorbei und erzählt mir, dass er eigentlich auch bei schlechtem Wetter eine gute Zufluchtsstelle sei. In der Hütte drinnen habe es nämlich tatsächlich Kapazität für ungefähr 70 Leute. Für mich völlig neu. Ich kannte das Chumi bis heute nur von aussen. Ebenfalls hilft in der Chumihütte die ganze Familie mit. Der Betrieb wird mir immer sympathischer!:)
Als dann der Burger vor mir steht und mein Magen mich noch einmal anknurrt heisst es dann: «Ä Guetä». Glaubt mir liebe Leute, dieser Burger war definitiv ein Highlight meiner bisherigen kulinarischen Erfahrungen.:)
Nach dem guten «Z’Mittag» lasse ich mich dann mit einem 2. «Rägäpöli» auf die Sonnenliege niedergleiten und geniesse die wunderbare Mittagssonne.
Oniborg ä Grund zum verbiiguggä!

In DEM Park wirds kein Spaziergang

Ein Park für Snowboarder und Freeskier ist ein kleines Universum für sich. Hier fahren keine Züge auf den Rails, sondern Kufen. Da wird kein Senf aus der Tube gequetscht, sondern es gleiten die Schneesportler darüber. Im Park wird beim Corner oder beim Kicker kein Fussball gespielt, sondern Airtime genutzt. Hindernisse sind hier nicht unerwünscht, sondern werden einem als Obstacles sogar absichtlich in den Weg gelegt. Man sitzt nicht zusammen am Table, man überfliegt ihn.

Wer jetzt bei all dem Insider-Slang nur noch Bahnhof versteht: Das sind alles Kunststücke, wie sie im Gran Masta Park am Hahnenmoospass aufgeführt werden.

Soweit die Theorie. Ich kann aber keine Tricks wie den Double McTwist locker in den Pulver legen. Ich bin schon froh, wenn ich einen biederen 180er mit zaghaftem Grab sicher lande. Das ist im Park jedoch kein Problem. Wer wie ich den Zug verpasst hat, um noch ein richtiger Überflieger zu werden, sollte dennoch dort auftauchen. Bis Ende März finden bei der Gran Masta Bar schliesslich noch jede Menge Konzerte und Partys statt. Da stehen dann nicht nur Bretter auf dem Table – sondern auch Gläser.