Ein Batzen für Stein und Besen

Das Curlingteam Adelboden Veriset will an den Schweizermeisterschaften 2015/16 sowie an den Olympischen Spielen 2018 ganz vorne mitmischen. Das geht natürlich nur mit viel Unterstützung. Aber wer genau greift den vier Jungs auf dem Eis denn unter die Arme? Und wo sind die Gemeinsamkeiten, die Firmen und Curler beim Sponsoring motivieren? Ich habe mich für Sie da einmal schlau gemacht:

Da wäre erstens Hauptsonsor Veriset (klar, darf die Küchenfirma dabei auch ihren Namen prominent platzieren). Der Luzerner Betrieb ist auf Einzelausführungen, Sonderanfertigungen und Schnellaufträge spezialisiert – Fähigkeiten, die eigentlich auch auf dem Eis ganz nützlich sind. Denn damit der Curlingstein im Haus sitzt, muss der einzelne Spieler schliesslich ebenfalls jede besondere Spielsituation schnell antizipieren.

Es folgt Sponsor Axians, zuständig für Informations- und Kommunikationstechnik. Es geht hier um Mobilität, Sicherheit und Networking – ebenfalls Attribute, die unsere Curler gut gebrauchen können. Sponsor Pfister steht dann für Möbel und Einrichtung – da wären wir wieder bei den Steinen, die perfekt ins Haus passen sollen. Edox wiederum produziert Uhren: Timing ist auch auf der Spielbahn zentral. Sponsor Fischer wiederum baut Spindeln für Werkzeugmaschinen, mit Fokus auf «hohen Drehzahlen, höchster Präzision und starker Leistung»… noch Fragen zu möglichen Parallelen? Es folgt die axxeva Gruppe – die spezialisierte Personaldienstleister vermitteln Fachkräfte und Spezialisten – so wie etwa einen Curling-Skip?

Etwas schade, wird Adelboden-Frutigen erst ganz zum Schluss auf der Webseite der Curler aufgeführt – immerhin ist es der einzige Sponsor, bei dem ich mir nicht das Hirn zermartern muss, wo denn die Gemeinsamkeiten liegen könnten. Denn sie liegen auf der Hand – und auf dem lokalen Eis.

Wie viel Euphorie ist angebracht?

Silleren 100 Zentimeter Schnee. Engstligenalp 120 Zentimeter Schnee. Solche Pegel bringen die Skifahrer natürlich ins Schwärmen. «War heute ein Hammertag!» – «Perfekte Pisten.» – «Wish I was there» – «Adelboden – ein Traum in Weiss!» – «Endlich Schnee!» – «This is where I’m going.» – «Frau Holle hat gute Arbeit geleistet.» Das sind nur einige der begeisterten Kommentare, welche kürzlich in den Sozialen Medien von Adelboden-Frutigen gepostet worden sind. Also alles perfekt? Nicht ganz:

Diese überschwänglichen Feedbacks sollten einen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wintertourismus seit Langem herbe Einbussen einstecken muss. Damit also auch künftig fleissig solche Kommentare gepostet werden, sind neue Ansätze gefragt. Welche das sein könnten, wird am 2. Februar auf dem Adelbodner Dorfplatz diskutiert – und zwar in einer Live-Sendung von Radio SRF unter dem Motto «3715 Adelboden – Schweizer Wintertourismus in Gefahr?»*.

Brisant: Ausser Touristikern wird sich in der Diskussion auch Lois Hechenblaikner zu Wort melden. Der Tiroler ist schliesslich ein vehementer Kritiker des Massentourismus. «Wir erleben ein Herdenmanagement, härter als im Sommer mit den Kühen auf der Alp», beschrieb er etwa einmal in der «Berner Zeitung» den alpinen Wintersport. Wer Hechenblaikner aber als blossen Spielverderber und Skibanausen abtut, verkennt den kritischen Fotokünstler, wie ein weiteres Zitat aus einem «Spiegel Online»-Interview zeigt: «Wenn du bei schönem Wetter oben auf einem schneebedeckten Berg stehst, dann hat das eine Kraft, der du dich nicht entziehen kannst.» Wir dürfen also gespannt sein, welches Gesicht der Tiroler in Adelboden zeigen wird.

*www.adelboden.ch/de/w/hoerpunkt

Fit wie ein Vogel

Unser Furggi kam letzte Woche in den Genuss, des Gleitschirmpiloten- Daseins. Wie Du, lieber Leser, seinem Blogpost entnehmen kannst, fühlte er sich dabei “Frei wie ein Vogel”…apropos Vogel:

Der einheimische Gleitschirmpilot Chrigel Maurer ist auch bekannt als „Adler von Adelboden“. Er gewann die Red Bull X-Alps vier Mal in Folge. Dieser internationale Wettkampf gilt als der härteste Gleitschirm- Wettkampf der Welt da er über mehrere Tage ohne Pause und Erholung geht. Der Wettbewerb hat den Status einer “inoffiziellen Weltmeisterschaft”.

Auf der Seite von Adelboden Tourismus, gibt der trainingserfahrene Maurer, seine Fitnesstipps weiter. Für euch, liebe Blogleser, habe ich seine vier erwähnten Trainingsmethoden ausprobiert:

  1. Einbeinstand (eine neue Dimension des Zähneputzens)
  2. Rumpfmuskulatur (Planking vor dem Fernseher)
  3. Winterwandern / Joggen (Meine Empfehlung: Wanderweg entlang der Engstligen ins Unter dem Birg oder auf dem Vita Parcours ins Bärgläger
  4. Erholung (toller Tipp – auf zum Wellness im Solebad im Parkhotel Bellevue)

Die Bewegungstipps in voller Ausführung und mit Bildern findet ihr bei Adelboden Tourismus

Geschickt eingefädelt

Gestern habe ich mit einem Torposten diskutiert. Er achtete beim Weltcup-Slalom vom letzten Sonntag darauf, dass die Athleten die Tore korrekt durchfahren und nicht einfädeln. Also schon im Normalfall eine Herkules-Aufgabe, wenn sich Kristoffersen, Hirscher & Khoroshilov duellieren. Der Nebel vom Wochenende machte die Sache jedoch noch einmal kniffliger. Dazu sind die Anweisungen der FIS ebenfalls herausfordernd. So heisst es in der Internationalen Skiwettkampfordnung (IWO) etwa: «Jede von einem Torrichter gemachte Aussage muss klar und unparteiisch sein. Der Torrichter muss den Fehler nur angeben, wenn er überzeugt ist, dass ein Fehler begangen wurde.»

Ganz schön schwierig, im Nebel innert Sekundenbruchteilen zu entscheiden, ob man jetzt wirklich überzeugt ist oder nicht … Und wenn man schliesslich doch überzeugt ist und einen Einfädler disqualifiziert, macht man sich auch keine Freunde. Niemand fädelt gerne ein. Das gilt für Nadel und Faden, das gilt fürs Einfädeln bei der Autobahnauffahrt, und das gilt eben auch für die Tore beim Slalom.

Gibt es nun eine Möglichkeit, die Torposten zu entlasten, die Rennfahrer nicht zu drangsalieren und dennoch auf der Weltcup-Piste ein Rennen zu veranstalten? Die Lösung liegt auf der Hand: Man nimmt das Chuenisbärgli einfach in der Woche vom 18. bis 23. Januar in Angriff. Dann steht die legendäre Strecke nämlich für jedermann offen. Und weil jeder für sich fährt und es dabei keine Weltcup-Punkte zu verlieren gibt, kann mein Torposten für einmal ausschlafen. Das hat er sich auch verdient.

Frei wie ein Vogel

Wenn Chrigel Maurer, der Adler von Adelboden, über dem Chuenisbärgli seine Runden dreht ist wieder Weltcup angesagt. Dieses Wochenende werden er und sein Bruder Michael vor den Läufen ihr Können im Gleitschirmfliegen unter Beweis stellen.  Letzte Woche konnte ich das Gefühl des Fliegens selber erleben. Zuerst gings mit der Bahn auf die Tschentenalp und danach zu Fuss weiter zum Startplatz. Der Aufstieg war kurz aber intensiv. Ich hatte im Vergleich zu meinem Pilot einen einfachen Weg, dieser trug nämlich einen riesigen Rucksack auf dem Rücken. Oben angekommen wurde zuerst die Aussicht genossen und wir schauten anderen Piloten beim Start zu. Der Rucksack wurde vom Piloten ausgepackt und der Gleitschirm ausgebreitet. Danach kontrollierte er die Leinen und mir wurde das Gurtzeug befestigt, in welchem ich vor dem Piloten sitzen werde. Nun wurde ich instruiert wie ich mich beim Start zu verhalten habe. Langsam aber sicher bekam ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Als der Schirm nach oben gerissen wurde, waren wir nach wenigen Metern laufen in der Luft. Meine Nervosität legte sich schnell und ich konnte die Welt von oben geniessen. Das Gefühl frei zu fliegen war unbeschreiblich, der Ausblick auf das Tal atemberaubend und ich bin mir sicher, dass meine Jauchzer auch in der Lenk gehört wurden. Von unten habe ich mir das Gleitschirmfliegen immer sehr langsam vorgestellt, wir waren aber beinahe mit 40 km/h unterwegs. Was für ein Gefühl! Der Pilot fragte mich, ob ich gerne ein paar Drehungen machen würde. Kaum hatte ich ja gesagt, ging es in einer Spirale abwärts. Unglaublich, welche Kräfte beim Drehen wirken! Ich wurde regelrecht in mein Gurtzeug gedrückt und konnte nach wenigen Sekunden weder rechts noch links unterscheiden. Kaum war mein Kopf wieder bei Sinnen, waren wir schon im Landeanflug. Mit seinen beiden Steuerleinen landete der Pilot uns federleicht auf einer grossen Matte. Trotz weichen Knien war ich überglücklich über dieses Erlebnis. Gleitschirm-Tandemflüge werden von der Flugschule Cloud7 durchgeführt. Aber Vorsicht, dieser Sport kann süchtig machen!