Einer hinterlässt Spuren…

Lieber Leser, bestimmt kennst du den Adelbodner “Place of Fame” beim Dorfplatz, bestimmt ist dir die Wandmalerei am Restaurant Stock’s in Mülenen beim Vorbeifahren schon aufgefallen und bestimmt hast du die Holzskulpturen bei der Alten Taverne und vor der Dorfkirche beim Vorbeigehen bereits einmal betrachtet.

Egal ob auf Leinwand, in Stein, auf Hausmauern oder mit Holz, so vielseitig wie seine Werke, so vielseitig ist der Künstler dahinter: Bei einem Rundgang durch den “Schwand” stellt man schnell fest, Björn Zryd hinterlässt Spuren, prägt und bereichert das Dorfbild an etlichen Ecken. Seine favorisierten Sujets sind “Chüä u Gissi”, sein neustes Werk: Die Holzskulptur “Der Datenhüter” beim Gemeindehaus. Björn und seine Werke findet man auch ennet der Gemeindegrenze, wer aber sein Schaffen von Nahem betrachten will, besucht das Stall Depot 40 im Gilbach.

Bildhauer – Maler – Gestalter: Björn Zryd gehört genauso zum Lohnerdorf, wie das Vogellisi, nur das passende Lied fehlt bisweilen noch…

Check it out: www.bjoernzryd.ch oder auf Facebook: Björn Zryd

Feilschen am Jahrmarkt – Bärgrächnig

Verabschiedet sich der Schnee definitiv, ist die Adelbodner “Bärgrächnig” nicht mehr weit. Der Jahrmarkt im Brachet (Juni) erscheint auf den ersten Blick nicht aussergewöhnlich, Kinder verhandeln mit ihren Eltern um einen “Märitbatzen”, doch auch anderswo wird tüchtig geschäftelt. Schaut man genau hin, fällt auf dass auffällig viele Bauern im “Schwand” unterwegs sind. Wie jedes Jahr, handeln die Landwirte auch diesen Freitag wieder um die letzten Kuhrechte für den anstehenden Alpsommer. Es wird eifrig diskutiert und Informationen werden auf Zetteln notiert.

Adelbodens Alpen sind seit jeher in Kuhrechte eingeteilt. Diese wiederum unterteilen sich in Geissrechte. Jeder “Bärg” verfügt über so viele Kuhrechte wie sie Kühe den Sommer über zu ernähren vermag. Weil der Viehbestand von Jahr zu Jahr variiert, bleiben vor dem Alpaufzug einige Kuhrechte unverteilt – um diese wird an der Bärgrächnig gehandelt.

Hoffen wir, dass die Rechnung auch dieses Jahr aufgeht – auf einen schönen Alpsommer!

 

Wo geht Tell baden?

«Es lächelt der See, er ladet zum Bade» – das singt der Fischerknabe ganz am Anfang von  Schillers «Wilhelm Tell». Gut, der Junge hat gut singen, tuckert er doch im Kahn über den Vierwaldstättersee. Aber wo soll ich jetzt baden? Der Thunersee ist zu weit und die Engstlige zu wild. Es bleiben das Freibad von Frutigen und das von Adelboden… Kurzes Abwägen: Ein 25-Meter-Becken haben beide, ein Beachvolley-Feld auch. Ab diesem Wochenende sind beide Betriebe geöffnet. Und oben wie unten werden die Abende mit diversen kulturellen Angeboten bereichert. Mein geliebtes «Winnetou»-Wasserglacé werde ich wohl ebenfalls in beiden Dörfern lutschen können.

Wo also sind die wässrigen Unterschiede? Wie würde sich Schiller entscheiden? Gut, das Freibad in Frutigen verfügt noch über einen grossen Fussballplatz. Dafür gehört das 1933 gebaute Gruebi-Bad zur Liste der Kulturgüter regionaler/kantonaler Bedeutung. Beim Sportzentrum kann ich hingegen bei Regen auch aufs Hallenbad zurückgreifen. Aber in Adelboden ist andererseits der Eintritt frei (wie es «Freibad» eigentlich ja schon vorwegnimmt – Tell hätte seine helle Freude an diesem Wort). Allerdings wirkt der Friede dort hinten im Lohnerdorf etwas gar abgeschieden. Jedoch könnte man umgekehrt am gut erschlossenen Frutiger Bad wiederum kritisieren, dass es dadurch eben mitten zwischen Bahngleis und Schnellstrasse liegt.

OK – so einfach ist die Entscheidung nicht. Aber das muss sie auch nicht sein. Denn wie meint doch selbst Söldner Friesshardt gegen Ende von Schillers Drama: «Wir haben mit dem See gefochten, Freund, und fürchten uns vor keinem Alpenwasser.»