Die Alpendohle ist der vorbildliche Rabe

Es heisst ja, ein Rabe oder ein Adler habe das Vogellisi beim Kräutersammeln begleitet. Ich denke, das hätte geradeso gut auch eine Alpendohle sein können. Ich meine, das ist ein geselliger Allesfresser, der seinem Partner / seiner Partnerin bis zum Tod treu bleibt, der Wind und Wetter trotzt, der im Winter trotz Frankenstärke in der Destination bleibt und der stets pfeift, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Ich beobachte die Dohle gerne, wie sie ihren Teil vom Tourismus-Kuchen einfordert, wenn sie etwa im Bergrestaurant Pommes vom Teller stibitzt. Danach segelt sie akrobatisch hinunter nach Frutigen, wo bei der Igelstation im Oberdorf ja auch noch der ein oder andere Leckerbissen zu holen ist.

Ja, diese Vögel aus der Familie der Raben sind vorbildlich für die Region. Bei Gefahr schliessen sie sich zu wehrhaften Gruppen zusammen (dieses Verhalten habe ich in Adelboden in letzter Zeit auch bei Menschen beobachtet). Und bei der Balz breitet das Dohlen-Männchen elegant die Flügel aus, um sich vor dem Weibchen zu verneigen. Da könnte der eine oder andere beim holprigen Flirt an der Aprés-Ski-Bar sicher noch was dazulernen, oder?

 

 

Wo Fuchs und Hase miteinander anstossen

Was ist das Beste am Wochenende? Viele würden jetzt natürlich sagen: man muss nicht zur Arbeit gehen sondern man kann auf die Piste und den Tag so richtig geniessen. Nun nicht so, wenn man in der Gastronomie beschäftig ist. Wochenende bedeutet viel Arbeit, Stress und später Feierabend. Normalerweise verabredet man sich nicht unbedingt, um danach noch in den Ausgang zu gehen.

Dümmer nur, wenn man dann plötzlich schon um 23:00 Uhr die Türe des Betriebs, zwar müde aber trotzdem voller Energie, verlässt. Es gibt also nur einen Ausweg: Ausgang!

Alles schön und gut doch wenn man keine Ahnung hat, wo sich die anderen befinden, ist es doch etwas unangenehm. An einem Samstagabend alleine unterwegs zu sein, würden doch die meisten als armselig bezeichnen. Doch kein Problem! Man geht einfach in den: „Place to be“… wo sich Jung und Alt treffen, wo Fuchs und Hase mit einem Bier anstossen und wo man bestimmt jemanden kennt und so der Einsamkeit entfliehen kann. Im Herzen des Dorfes befindet sich das Lokal, welches dich rettet! Die Alpenrose, im Volksmund liebevoll „Rösi“ genannt.

Man muss vielleicht gestehen, dass das „Rösi“ nicht von allen nur geliebt wird… Man geniesst nicht die frischeste Luft drinnen… Die Decke ist, sagen wir kunstvoll aufgepimpt und das Hotel ist vielleicht nicht das ruhigste. Doch trotz all dem ist es für uns Einheimische „The place to be“ und ich bin überzeugt davon, dass niemand dieses Lokal missen möchte. Man trifft sich, trinkt etwas zusammen, spielt ein Billard oder ein Dart, gibt sein Geld unnötig für Musik oder neuester Dings um Plüschtiere aus einem Kasten raus zu fischen aus und hat einfach immer eine gute Zeit!

Also: Unbedingt einmal vorbeischauen und mitfeiern!

 

Flämmli

Schon wieder ein Beitrag über Schnaps? Sorge dich nicht schöner Leser! Sogar für mich sind bei diesem Wetter keine Heldentaten auf der Piste möglich. Kaffee fertig und Kaffe Lutz sind veraltet, Flämmli ist das Kultgetränk. Das Getränk wird nicht einfach bestellt und runtergespült, man muss es sich erarbeiten. Das Ritual wird folgendermassen zelebriert: Eine Tasse Espresso mit Zucker trinken und eine kleine Schicht am Boden der Tasse übrig lassen. Nun wird der Schnaps (Williams) in die Tasse gefüllt und zusammen mit einem Würfelzucker angezündet, bis dieser caramelisiert ist. Wegen Verbrennungsgefahr wird das Feuer nicht ausgepustet, sondern mit der Hand erstickt. Obwohl sich diese Anleitung einfach liest, ist schon manches Flämmli in die Hosen gegangen. Am besten kurz einem Profi zuschauen und sich erst danach an das erste Flämmli wagen.

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Der Vorteil von einem Flämmli? Warme Hände und einen fantastischen Geschmack auf der Zunge!

 

Schnapsideen

Ich mag Single-Malt-Whiskys. Das soll jetzt kein Fachvortrag über Spirituosen werden, nur eine kleine Anekdote dazu: Ich suchte also einen 25-jährigen «Glenfarclas» in der Stadt Bern. Sherrylastiger und eichentöniger Saft aus der Speyside. In einer winzigen Seitengasse fand ich im zweiten Stock endlich einen Schnapsladen, der mir eine Flasche dieses malzigen Wunders versprach. Ebenerdig sucht man in der Hauptstadt ja sonst vergeblich nach schottischen Bränden. Item, viele Wochen vergingen, und nach mehreren Anrufen wurde mir schliesslich eröffnet, der Glenfarclas sei vergriffen. Enttäuscht bestellte ich das starke Wässerchen halt im Internet.

Später fiel mir in der Adelbodner Dorfstrasse auf, wie viele edle Single-Malts da eigentlich in den Schaufenstern warten. Ich meine, ich rede jetzt nicht von 4-Sterne-Bars und Fachgeschäften, die es hier ja auch gibt. Nein, die «Bruichladdichs» und «Highland Parks» und «Auchentoshans» stehen hier buchstäblich neben dem Dörrfleisch in der Auslage oder bereichern das kleine Pub von nebenan. Sind das die Nachwehen der englischen Touristenflut von anno dazumal? Oder liegt es daran, dass das Berner Oberland auch so eine Art «Highland» ist? «Angus»-Rinder werden hier ja ebenfalls gezüchtet, und Hochprozentiges gehört vielleicht einfach in die höheren Lagen. Ich weiss es nicht. Aber in Sachen Single-Malt ist Adelboden sicher mehr Hauptstadt als Bern.

 

 

Nachtskifahren für Fortgeschrittene

Chuenis bi Nacht findet jeden Freitag bis am 6. März 2015 statt. Nachtskifahren, Schneesport- und Lasershow, gemütliches Beisammensein? Ein klarer Fall für mich! Diesen Gedanken hatten auch zahlreiche andere Schneesportfreunde, welche an diesem Freitagabend auf das Chuenisbärgli pilgerten. Liebe Leute, kommt doch nächstes Mal bitte etwas früher damit die Show pünktlich beginnen kann. Mit einem warmen Getränk in der Hand und Musik von DJ Nell ist das Warten jedoch nur halb so schlimm. Die Show begeisterte Gross und Klein. Kein Wunder, es wird einiges geboten. Alles was irgendwie den Berg runterfährt wurde präsentiert. Zu sehen gab es unter anderem: Freestyle skiing, Schneemobil, Langlauf, Skigibel, Telemark, Snowboard, Horäschlittä, Pistenfahrzeuge und spektakuläre Stürze.

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Abgerundet wurde das Ereignis mit erfrischender Moderation (Bemerkung zum Telemark: “Das Leben ist zu kurz für eine feste Bindung.”), einem Feuerwerk und natürlich der Laser-Show. Diese vermochte aber nur die jungen Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.

Wer sich nun auf ein paar gemütliche Fahrten am Weltcuphang freute, wurde enttäuscht. Nicht etwa wegen der Beleuchtung, sondern den eisigen Verhältnissen auf der Piste. Nachtskifahren für Fortgeschrittene war angesagt.

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Alles in Allem ein super Ereignis. Die Rutschpartie auf der Piste war kein Problem, hatte ich doch nun mehr Zeit für das gemütliche Beisammensein.