Zum Znüni, Zmittag, Znacht u derna – Wy passt ging!

„Wein muss Spass machen und darum sind wir heute Abend hier“. Mit diesen Worten begrüsste uns Weinakademiker Thomas Hari zu einem seiner beliebten und sehr gut besuchten Seminaren. An diesem eiskalten Freitagabend mischten wir vom Vogellisi Blog uns unter eine Gruppe (mehr oder weniger) angehende Weinkenner und versuchten der Faszination „Genuss dank Wissen“ auf den Grund zu gehen.

Yvorne weiss Clos du Rocher, Chablais AOC, Vevey

„so schmeckt die Schweiz“

„leicht, nicht mollig“

„perfekt zu Fondue und Racelette“

Sancerre AOC, Verdigny Loire, Frankreich

„Passionsfrucht“

„mittlerer Körper“

Chardonnay de Peissy, Genève AOC,Peissy Genf

„Eichenfass“

Muscat Les Laudes, Valais AOC, Riddes

„Litschi“

„zumnä Cheesplätti u Nüss“

„halbtrocken“

Nebst den Ausführungen, welche Thom zu den jeweiligen Weinen, zum Weinanbau und der Produktion gab, wollte er auch immer wieder wissen, weshalb die Teilnehmenden da waren. Unsere Truppe war bunt gemischt – Mann und Frau, jung und alt, Einheimische und Gäste. Einige erhofften sich Vokabular aus dem Fachjargon, Tipps beim Einkauf oder wie ich: spannende Anekdoten zur Person hinter dem Seminar.

Santenay, 1ere Cru, Clos Rousseau, Santenay Burgund, Frankreich

„dezente Menge Gerbstoffe auf der Zunge“

„streng“

„Himpeni“

Pinot noir, Vendémiaire, Valais AOC, Sion, Wallis

„frühreife Rebsorte“

„kein Senkrechtstarter“

„zu Stock und Braten“

Amüsant war, dass Thom Hari die Weinanbaugebiete immer wieder mit Adelbodner Fluren assoziierte. So verglich er das Burgund und seine reinen Weinsorten mit der Noromatte im Dorf und immer mal wieder musste ein „Medli“ oder „Wiidli“ zur Visualisierung  hinhalten.

Cabarnet Sauvignon, Marseillette Pays d’Oc, Frankreich

„rauchig“

„sortentypisch“

„etwas Vanille“

Merlot Ticino DOC, Vallombrosa, Lamone Sottoceneri, Tessin

„Holz“

„nicht viel Fleisch am Knochen“

„braucht Zeit“

Barolo DOCG, Audance, Neviglie Piemont, Italien

„Erdbeer mit Pfeffer“

„schwerer Körper“

„wie Whiskey“

Der Weg zum Weinakademiker, welcher Thomas Hari sowohl in der Schweiz als auch im Südtirol, Österreich und Deutschland ging, dauerte fünf Jahre. Die Ausbildung an der Weinakademie Österreich gilt als wichtigste und bekannteste Qualifikation für Weinexperten. Die Durchfallquote von ca. 70% spricht für ihn und sein Können. Zurück in Adelboden ist es ihm ein Anliegen Berührungsängste und Hemmschwellen gegenüber dem Wein zu überwinden und seine Passion weiter gegeben. Denn Wein sollte vor allem Eines: Spass machen“.

Seine Seminare, auch zu Whiskey und Rum scheinen den Nerv der Zeit und ein Bedürfnis der Adelbodner zu treffen – sie sind fast immer ausgebucht. Hari wunderts wenig, denn mehr Wissen erhöhe auch den Genuss und irgendein Hobby müsse man ja haben.

Rossobastardo IGT, Assemblage Sangiovese, Merlot, Cabernet, Umbrien, Italien

„modern“

„nicht ganz trocken“

„zu Tomaten“

Johannisberg Valais AOC, Sion, Wallis

„leicht und süffig“

„mega süss“

„saftig und nicht mollig“

Die Weinseminare legen jeweils gewisse Schwerpunkte wie Anbauregionen, Basiswissen und Grundlagen und sind für Anfänger, wie auch Weinkenner zugleich geeignet. Und von schweren, erdigen Weinen zu leichten und sehr süssen Tropfen, welche ehere dem weiblichen Geschlecht munden, kann jeder die für sich passende Quintessenz daraus ziehen und für alle hat Thom stets den richtigen Tipp. Heute Abend legt er uns ans Herz, bei den roten Weinen doch jeweils schlankere zu bevorzugen, denn „mä cha de o chli meh trinkä“.

Gerade richtig gabs für alle, welchen der Wein rote Bäckchen bescherte – passend – „Ches u Brot“.  Und bei der Frage, wie man denn im Geschäfts nun den wirklich passenden Wein zum Essen aussuche, meinte Thom: „Entweder kaufst du bei mir ein oder du kannst 30 30 anrufen“.  „033 673 30 30“ als Adelbodens neue Weinhotline?

Nach so vielen Gerüchen und Geschmäcker stauten wir ob der Passion und dem grossen Wissen Haris und können, das Weinseminar jedem ans Herz legen, denn wie könnte man einen Freitagabend besser verbringen und sowieso: „ob zum Znüni, Zimttag, Znacht u derna – Wy passt ging“! 

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