Wie viel Euphorie ist angebracht?

Silleren 100 Zentimeter Schnee. Engstligenalp 120 Zentimeter Schnee. Solche Pegel bringen die Skifahrer natürlich ins Schwärmen. «War heute ein Hammertag!» – «Perfekte Pisten.» – «Wish I was there» – «Adelboden – ein Traum in Weiss!» – «Endlich Schnee!» – «This is where I’m going.» – «Frau Holle hat gute Arbeit geleistet.» Das sind nur einige der begeisterten Kommentare, welche kürzlich in den Sozialen Medien von Adelboden-Frutigen gepostet worden sind. Also alles perfekt? Nicht ganz:

Diese überschwänglichen Feedbacks sollten einen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wintertourismus seit Langem herbe Einbussen einstecken muss. Damit also auch künftig fleissig solche Kommentare gepostet werden, sind neue Ansätze gefragt. Welche das sein könnten, wird am 2. Februar auf dem Adelbodner Dorfplatz diskutiert – und zwar in einer Live-Sendung von Radio SRF unter dem Motto «3715 Adelboden – Schweizer Wintertourismus in Gefahr?»*.

Brisant: Ausser Touristikern wird sich in der Diskussion auch Lois Hechenblaikner zu Wort melden. Der Tiroler ist schliesslich ein vehementer Kritiker des Massentourismus. «Wir erleben ein Herdenmanagement, härter als im Sommer mit den Kühen auf der Alp», beschrieb er etwa einmal in der «Berner Zeitung» den alpinen Wintersport. Wer Hechenblaikner aber als blossen Spielverderber und Skibanausen abtut, verkennt den kritischen Fotokünstler, wie ein weiteres Zitat aus einem «Spiegel Online»-Interview zeigt: «Wenn du bei schönem Wetter oben auf einem schneebedeckten Berg stehst, dann hat das eine Kraft, der du dich nicht entziehen kannst.» Wir dürfen also gespannt sein, welches Gesicht der Tiroler in Adelboden zeigen wird.

*www.adelboden.ch/de/w/hoerpunkt

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