Wie giftig ist die Tastatur?

Bis zum 19. August kann man sich noch fürs «Digital Detox Camp» in Adelboden bewerben. Hm. 4 Tage entgiften ohne Internet & Co. – kribbelt es da in meiner Hand? Einerseits nein: Mein uraltes Handy schreibt in Keilschrift und explodiert, wenn ich damit ins Netz will. Ich scheine also nicht suchtgefährdet zu sein. Andererseits ja: Bin ich nicht gerade dabei, den Nachmittag mit einem Social-Media-Auftritt zu bestreiten? Arbeite ich nicht die meiste Zeit vor dem Bildschirm? Das schreit doch einfach nach einer Auszeit im Grünen. Dann wieder nein: Gerade hatte ich doch eine Woche Ferien in der Natur, ohne in dieser Zeit nur einmal meine Mails zu checken. Ich komme analog also bestens klar. Dann wieder ja: Habe ich in dieser Zeit nicht neidisch auf jeden Bildschirm im Blickfeld geschielt? Und Smartphone-Besitzer mit Fragen gelöchert? Nun aber nein: Ich besitze ja nicht einmal ein Tablet, das ich fürs Camp weglegen müsste. Oder schliesslich doch ja? Fernseher sind heutzutage halt ebenfalls so smart wie interaktiv, und ohne TV halte ich’s nicht lange aus.

Ich weiss nicht, wie es anderen Interessenten geht. Bei mir endet dieser Vergleich irgendwie unentschieden. Da ich in dieser Angelegenheit als Vogellisi-Blogger jedoch ohnehin befangen bin, ziehe ich meine Kandidatur fürs «Detox-Camp» hiermit zurück. Mögen würdigere Teilnehmer mit klarerer Absicht die reinigenden Stunden auf der Alp geniessen: Ich schreibe dann vielleicht  einen neidischen Post darüber – hoffentlich nicht allzu giftig.

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