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Karbon statt Kondition?

Samstagmorgen. Bestes Herbstwetter. Wir sehen die Wanderscharen auf der Dorfstrasse vorbeiziehen. Doch statt zu Fuss entscheiden wir uns, die Adelbodner Berglandschaft auf zwei Rädern zu erkunden. Mit elektrischer Unterstützung.

Zugegeben, wir waren sehr skeptisch. Mountainbikes mit Motor, also so genannte E-Mountainbikes? Braucht es das?

Jeder von uns hat schon viel über E-bikes gehört: „Warmdüschelergerät“, „ich brauche das nicht, denn ich will noch etwas für meine Kondition tun“, „nur was für Unsportliche“. Doch wir liessen uns auf das Experiment ein und durfen einen Tag lang Thömus E-Moutainbikes bei BikeEmotion in Adelboden testen.

Thömus ist die Kult-Velomanufaktur aus dem bernischen Niederscherli welche in Zusammenarbeit mit einheimischen Partnern eine neue Bikestation im Vorschwand eröffnet hat. Die E-Bikes, sogenannte Lightrider E1 haben einen leistungsstarken Motor von Shimano und besitzen weltweit (noch) einzigartige Einstellungen betreffend die Unterstützungsstufen. Das Fahrrad war zu unserer Überraschung auch sehr leicht: mit 18 Kilogramm und einem Vollkarbon-Rahmen das weltweit leichtestes E-Mountainbike.

Ausgestattet mit vielen Zahlen und Fakten und einer kompetenten Einführung gingen bzw. fuhren wir los Richtung Sillerenbühl.

„Äs würd stotzig“

Kaum auf der Strasse verliessen wir diese schon bald und nahmen den Wanderweg Aebi-Silleren unter die Räder – steil wurde es, doch „Challenge accepted“ mit unseren Lightrider zwar noch technisch anspruchsvoll doch gut zu schaffen. Vom Sillerenbühl ging es weiter aufs Hahnenmoos wo uns eine wohlverdiente Rast erwartete. Spannend war zu merken, dass Thömus Lightrider E1 auffallen: wird wurden auf dem Weg einige Male auf die E-Bikes, unsere Geschwindigkeit aber auch technische Daten angesprochen.

„Vom Rägäpöli ids Bütschi“

Etwas Heimatkunde vorweg: Via Hahnenmoos ging es Richtung Fitzer, vorbei am Rägäpöli (nicht unserem Blogger sondern einer markanten Erhebung in Adelboden) ins Bütschi. Dort entschieden wir uns spontan über den Tronegggrat und das Chuenisbärgli nach Adelboden zurückzufahren.

 

Wie in der Ausschreibung versprochen, sorgen die Lightrider E1 für ein völlig neues Fahrgefühl. Dank seinen 3 Stufen (eco, trail und boost) kann die elektrische Unterstützung individuell gewählt werden und passt sich jeweils an die Trittfrequenz des Fahrenden an. Wir waren sehr positiv überrascht, wie leicht es war, steilere Passagen, technisch anspruchvolles Gelände und Geländeübergänge zu meistern und vor allem war es ein tolles Erlebnis, da man mit den E-Bikes eine viel weitere Strecke zurücklegen kann. Wir erkundeten innerhalb von 4 Stunden ganz Adelboden.

Lightrider E1 – viel Fahrgefühl, Abwechslung und ein Erlebnis für alle – wir waren begeistert und kommen bestimmt wieder!

 

*Der Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Bike Motion entstanden.

Lauf, Lisi, lauf!

Ach, Bergrennen sind eigentlich nicht so meins. Aber wahrscheinlich ist es der pure Neid, der mich als Wanderer umtreibt. Da wollte ich zum Beispiel kürzlich in vier Stunden den Niesen besteigen und hielt das für sportlich. Auf halber Strecke im Vorderen Ahorni überholte mich dann eine gleissende Lichtgestalt in Radlerhosen und mit Trinkflasche am Gürtel. Im Laufschritt. Noch während ich mich an der Bergflanke weiter abquälte, kam mir der Jogger bereits wieder im Abstieg entgegen. Immer noch ohne gross zu schnaufen.

Und damit sind wir beim Grund, warum ich heute blogge: Im April hatte ich vollmundig von den vielen Vogellisi-Auftritten in diesem Jahr geschwärmt (neues Buch, neues Theater, neue Konzerte). Und dabei ganz den 14. Vogellisi-Berglauf vom 16. Juli vergessen. Und da sind wir wieder beim Thema. Der neue OK-Präsident des Laufs, Jonathan Schmid, ist nämlich selber auch so ein Senkrechtstarter am Hang. Der Adelbodner gewann das Vertical-up über die Lauberhorn-Abfahrtsstrecke. Ist Schweizermeister. Hat soeben am 13. Blüemlisalp-Lauf mit grossem Vorsprung gesiegt. Und kämpft beim kommenden Vogellisi-Lauf ebenfalls um den Titel.

Ach, Bergläufe sind eigentlich nicht so meins. Aber wenn ich solche Leistungen sehe, beschleunigt sich mein Wandertempo im Engstligtal unwillkürlich. Wird es irgendwann im Laufschritt enden?

Wenn nichts los ist ausser dem Wetter

Bekanntlich startet in Adelboden ja bald die Zwischensaison. Schon nach dem vermeintlichen Saisonende ist das im Winter so zahlreich besuchte Dorf, zu einem kleinen Geisterdorf geworden. Doch was machen, wenn nichts mehr läuft?

Zum einen ist es ja noch bis Anfang Mai möglich, das unglaublich schöne Frühlingsskifahren auf der Engstligenalp zu geniessen. Und falls man den Ski Anzug schon weit weit weg gepackt hat, lohnt es sich auch so, die Sonne auf dem Hochplateau zu geniessen (bitte aber das Eincremen nicht vergessen, liebe Leute).

Zum anderen bietet uns auch das Wetter in diesem Jahr einige spektakuläre Saltos und Pirouetten. Ist es nicht wunderbar zu beobachten, dass Blumen spriessen, sich dann wieder Schnee darüber legt, trotz Sonnenschein herrschen eisige Temperaturen. Das Wetter hat jeden Morgen eine Überraschung für uns parat.
Trotz all dem, freuen wir uns auf eine warme Zwischen- und danach eine vielseitige Sommersaison in unserem schönen Alpendorf. Darum unbedingt schon die Wanderschuhe eintragen, das Bike in den Service geben, die Badehose bereit legen, denn schon bald geht es los!

 

 


 

 

 

Vorwärts in die Vergangenheit

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, steht die Event-Serie «Chuenis bi Nacht» unter dem Motto «Zurück in die Zukunft II». Denn in diesem Film aus den 1980er-Jahren benutzt der Wissenschaftler Dr. Brown eine Zeitmaschine, um von 1985 nach 2015 zu reisen. Vom heutigen 2017 aus gesehen reisten sie also eigentlich von der Vergangenheit in die Vergangenheit. Es ist trotzdem – oder gerade deswegen – interessant zu sehen, wie die Drehbuchautoren von damals unsere Gegenwart einschätzten.

Im Film werden die Strassentrottoirs der Zukunft von Leuchtflächen erhellt. Auch das Chuenisbärgli wird diese Nächte wieder erstrahlen. Dafür sorgen die Laser während der Schneesport-Show. Und LED-Leuchten auf den Strassen werden bald überall Standard sein. Im Film tragen die Kinder der Zukunft zudem Videobrillen, die ihnen zusätzliche Informationen bei Telefonanrufen liefern. Mit dieser Vision können wir heute mit der Entwicklung des Internets und der Smartphones spielend mithalten. Sonst hätte das «Chuenis bi Nacht»-OK kaum bereits ein Video des Events online stellen können.

Fliegende Personenwagen wie im Film haben wir dagegen nicht. Doch die berühmte Szene aus «Zurück in die Zukunft II», wo Marty McFly mit einem Hoover-Board übers Wasser flitzt, kommt mir dafür bekannt vor. Am Chuenisbärgli ist das Wasser allerdings gefroren, und Bretter sausen dort unzählige herum. Filmreife Szenen eben.

Ein Brett ist Geschichte

Es gibt beim Snowboarden Situationen, da kann einem kein Kantenfehler mehr unterlaufen. Weil da gar keine Kante mehr ist. Es gibt auf der Piste Momente, da können selbst grobe Kiesel keine Kratzer mehr in den Belag ritzen. Weil da gar kein Belag mehr ist. Und Bodenhaftung ist ja was Schönes, aber zumindest etwas gleiten sollte ein Brett dann trotzdem noch. Bei mir Fehlanzeige.

Es war also wieder einmal Zeit für mich, mein uraltes Snowboard in den Service zu geben (das hätte ich natürlich schon vor dem Saisonstart erledigen sollen, aber item). Im Geschäft traf ich auf einen Mitarbeiter, der wie ich ein Erzfeind der Wegwerfgesellschaft ist. Wir verglichen stolz unsere verstaubten Handys, die explodieren, wenn man mit ihnen ins Internet will. Und der Ski-Experte rühmte eben auch meinen Willen, mit demselben Material über Jahrzehnte auf die Piste zu gehen. Bis er mein Brett in die Hand nahm. Stirnrunzeln.

Unmöglich: Da könne selbst er nichts mehr machen, keinen neuen Belag mehr aufbauen. Es tue ihm sehr leid. Ich war überrumpelt, ratlos, konsterniert. Ich hatte zu lange gewartet. Das Brett war klinisch tot. Zum Trost und zum Glück bot mir der Service-Mann dafür dann ein ordentliches Occasion-Board an. Ich griff nach kurzem Zögern dankbar zu. Bei diesem gebrauchten Gerät würde mich der erste Kratzer im Belag deutlich weniger schmerzen als bei einem neuen. Weil es nicht der erste wäre.