Beiträge

Anzeichen für den Saisonstart

Woran erkennt man, dass in Adelboden die Saison wieder gestartet hat? Nun es gibt verschiedene Anzeichen dafür.

Schnee liegt.

Soziale Medien werden überhäuft mit Skibildern.

Die Gondeln bewegen sich.

Skiständer vor den Bars und Geschäften.

Skis und Snowboards sind an die Skiständer vor den Bars und Geschäften angelehnt (je nach Tageszeit).

Mehr Leute unterwegs zu Tag- und Nachtzeiten.

Volle Parkplätze.

Stau! Von Frutigen bis Reichenbach ein Auto nach dem andern. Von der Gegenfahrbahn her gesehen ein prächtiges Lichterspektakel.

In diesem Sinne wünsche ich allen Tagesbesuchern für die Saison: Viel Geduld und natürlich eine tolle Saison auf den Brettern!

 

 

 

 


 

 

 

Ein Brett ist Geschichte

Es gibt beim Snowboarden Situationen, da kann einem kein Kantenfehler mehr unterlaufen. Weil da gar keine Kante mehr ist. Es gibt auf der Piste Momente, da können selbst grobe Kiesel keine Kratzer mehr in den Belag ritzen. Weil da gar kein Belag mehr ist. Und Bodenhaftung ist ja was Schönes, aber zumindest etwas gleiten sollte ein Brett dann trotzdem noch. Bei mir Fehlanzeige.

Es war also wieder einmal Zeit für mich, mein uraltes Snowboard in den Service zu geben (das hätte ich natürlich schon vor dem Saisonstart erledigen sollen, aber item). Im Geschäft traf ich auf einen Mitarbeiter, der wie ich ein Erzfeind der Wegwerfgesellschaft ist. Wir verglichen stolz unsere verstaubten Handys, die explodieren, wenn man mit ihnen ins Internet will. Und der Ski-Experte rühmte eben auch meinen Willen, mit demselben Material über Jahrzehnte auf die Piste zu gehen. Bis er mein Brett in die Hand nahm. Stirnrunzeln.

Unmöglich: Da könne selbst er nichts mehr machen, keinen neuen Belag mehr aufbauen. Es tue ihm sehr leid. Ich war überrumpelt, ratlos, konsterniert. Ich hatte zu lange gewartet. Das Brett war klinisch tot. Zum Trost und zum Glück bot mir der Service-Mann dafür dann ein ordentliches Occasion-Board an. Ich griff nach kurzem Zögern dankbar zu. Bei diesem gebrauchten Gerät würde mich der erste Kratzer im Belag deutlich weniger schmerzen als bei einem neuen. Weil es nicht der erste wäre.

In DEM Park wirds kein Spaziergang

Ein Park für Snowboarder und Freeskier ist ein kleines Universum für sich. Hier fahren keine Züge auf den Rails, sondern Kufen. Da wird kein Senf aus der Tube gequetscht, sondern es gleiten die Schneesportler darüber. Im Park wird beim Corner oder beim Kicker kein Fussball gespielt, sondern Airtime genutzt. Hindernisse sind hier nicht unerwünscht, sondern werden einem als Obstacles sogar absichtlich in den Weg gelegt. Man sitzt nicht zusammen am Table, man überfliegt ihn.

Wer jetzt bei all dem Insider-Slang nur noch Bahnhof versteht: Das sind alles Kunststücke, wie sie im Gran Masta Park am Hahnenmoospass aufgeführt werden.

Soweit die Theorie. Ich kann aber keine Tricks wie den Double McTwist locker in den Pulver legen. Ich bin schon froh, wenn ich einen biederen 180er mit zaghaftem Grab sicher lande. Das ist im Park jedoch kein Problem. Wer wie ich den Zug verpasst hat, um noch ein richtiger Überflieger zu werden, sollte dennoch dort auftauchen. Bis Ende März finden bei der Gran Masta Bar schliesslich noch jede Menge Konzerte und Partys statt. Da stehen dann nicht nur Bretter auf dem Table – sondern auch Gläser.

Ein Brett gegen zwei

Diese Saison stand ich seit über 20 Jahren zum ersten Mal wieder auf Skiern. Eigentlich bin ich ja eingefleischter Snowboarder. Aber diverse meiner Boarder-Kollegen sind wie so viele über 30 inzwischen wieder auf zwei Latten umgeschwenkt. Da wollte ich halt auch einmal auf den Zug bzw. den Ski aufspringen. Also Schuhe, Stöcke und Bretter für einen Tag gemietet und ab auf die Piste.

Es war wie beim Velo – Skifahren verlernt man ebenfalls nie. Allerdings kam ich mir trotzdem uralt vor. Das lag einerseits am Material. Als ich damals aufgehört hatte, war Carving nämlich noch kein Thema. In den frühen 90ern gehörte das Board zudem fest zur Jugendkultur und schien den uncoolen Ski zu verdrängen. Auch wenn sich der Wind schon seit Langem wieder gedreht hat, und auch wenn breite Freeskier, lockere Skidresse und Carving-Technik die Grenzen zwischen den Disziplinen verwischt haben – ein bisschen fühlte ich mich wie ein Verräter am eigenen, überdrehten Lifestyle von damals.

Item. Ich überstand den Probetag unfallfrei, machte mit breitbeiniger Haltung und Vorlage aber sicher keine gute Figur auf der Piste. Dazu kommt, dass einige meiner Neo-Ski-Kollegen inzwischen wieder zum Board zurückgekehrt sind («weisst du, ich lasse es jetzt einfach etwas gemütlicher angehen»). Schon den nächsten Trend verschlafen? Naja, dann probiere ich doch erneut etwas aus, das ich bereits kann.