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… und die übernächsten Schritte

Ich habe ja schon im letzten Post vom Wert guter Vorbereitung gesprochen (es ging ums Wandern). Heute bleibe ich beim Thema, spanne den Bogen aber etwas weiter. Denn selbst mit einer halben Tube Sonnencreme im Nacken, einem neuen Rucksack und dem Wanderpass (Vorverkaufsstart 7. Mai) ist die neue Saison noch nicht fertig aufgegleist.

Diese Wochen gehören natürlich den Revisionsteams, welche die Bergbahnen auf Herz und Nieren prüfen. Diese Wochen gehören auch den Sennen, welche die kommende Alpzeit planen (die Bärgrächnig findet am 1. Juni) statt. Das ist alles recht weitsichtig und lobenswert. Richtig raffiniert wirds aber erst, wenn die letzten Zeichen des letzten Winters genutzt werden, um bereits den nächsten vorzubereiten.

Zu den Weitsichten gehört Dario Cologna, der diese Woche auf der Engstligenalp Langlauf trainiert. Dazu gehört Reto Däpps Team, das auf der Tschentenalp 24’000 Kubikmeter Schnee für herbstliche Pisten eingelagert hat. Diese Beispiele von Frühlings-Langlauf und Snowfarming zeigen, dass es Zukunft haben kann, etwas zu bewahren. Es zeigt, dass der Winter den Sommer überdauern kann, gespeichert in Muskeln, zugedeckt unter Matten. Das wird übrigens ja auch jeder einsehen, der in der Hitze an einem kühlen Glacé schleckt.

Mögen die Spiele beginnen

Warum sollte ich von Pyeongchang träumen? Was ich von den Olympischen Spielen in Südkorea zu sehen bekomme, scheint seinen Ursprung eigentlich in der Schweiz zu haben. Halfpipe-Olympiasiegerin Chloe Kim entdeckte ihre Leidenschaft fürs Snowboarden bei uns. Die Sturmtiefs Burglind und Evi gingen den Stürmen in Fernost voraus. Der zu 90 Prozent technisch produzierte Schnee in Südkorea nimmt sich ein Vorbild an den zu 60 Prozent beschneiten Pisten im Skigebiet Adelboden-Lenk. Und dass Marcel Hirscher auch 2018 gerne gewinnt, wissen wir nicht nur seit Olympia, sondern bereits seit seinem Auftritt am Weltcup Adelboden.

Warum sollte ich also von Olympia träumen? Gerade weil es das alles auch hier gibt. Die aktuelle Laser- und Schneesportshow von «Chuenis bi Nacht» läuft nämlich ebenfalls unter dem Motto «Olympic Dreams». Und während die Athleten schon am 25. Februar wieder von Südkorea heimfliegen, können sie am Chuenisbärgli noch lange weitermachen. «Chuenis bi Nacht» gibts nämlich jeden Freitag bis am 2. März.

Anzeichen für den Saisonstart

Woran erkennt man, dass in Adelboden die Saison wieder gestartet hat? Nun es gibt verschiedene Anzeichen dafür.

Schnee liegt.

Soziale Medien werden überhäuft mit Skibildern.

Die Gondeln bewegen sich.

Skiständer vor den Bars und Geschäften.

Skis und Snowboards sind an die Skiständer vor den Bars und Geschäften angelehnt (je nach Tageszeit).

Mehr Leute unterwegs zu Tag- und Nachtzeiten.

Volle Parkplätze.

Stau! Von Frutigen bis Reichenbach ein Auto nach dem andern. Von der Gegenfahrbahn her gesehen ein prächtiges Lichterspektakel.

In diesem Sinne wünsche ich allen Tagesbesuchern für die Saison: Viel Geduld und natürlich eine tolle Saison auf den Brettern!

 

 

 

 


 

 

 

Phönix aus dem Schnee

Ich habe in diesem Blog weiss Gott schon einige Winter-Revivals beschrieben: Die Rückkehr des Snowboards, des Skigibels, des Holzskis, des Müssiggangs im Schnee usw. Vielleicht hat die schiere Masse dieser Appelle gefruchtet. Was weiss ich. Jedenfalls scheint 2017 auch ausserhalb meiner Post-Reichweite die Saison der grossen Comebacks zu sein:

So kehrt im Skigebiet Elsigen-Metsch der unbequeme und daher vom Aussterben bedrohte Skibügel in neuer Form zurück: Dank breiter, bequemer Sitzflächen könnte sich dieses Transportmittel wieder im Alpenraum ausbreiten. Einfach ohne blaue Flecken.

Auch Olympia-Sieger Mike Schmid verkündete rund zwei Jahre nach seinem Rücktritt sein Comeback im Skicross-Geschäft – allerdings nicht als Fahrer, sondern als Swiss-Ski-Trainer. «Nun kann ich wieder das machen, was ich als Sportler am besten konnte», beschreibt der gebürtige Frutiger seinen Einstand im Magazin «SnowActive». Wie heisst das Sprichwort: Skier, bleib bei deinen Latten? Einfach ohne blaue Flecken.

Ach ja, und dann feiert demnächst sogar der Schnee selbst sein Revival. Auf der Tschentenalp sollen nächstes Jahr dank Snowfarming zwei Trainingspisten eingerichtet werden – mit eingelagertem Schnee vom Vorwinter. Da können wir nur hoffen, dass der Schnee-Jahrgang 2017 ein guter sein wird. Denn der wird in einem Jahr aus dem Tschenten-Keller bzw. -Hügel zur Verkostung geholt. Hoffentlich mehr als weisse Flecken.

Immer über den Pass

Heute Dienstag komme ich nicht aufs Hahnenmoos. Der Sturm lähmt die Bahn. Die Webcam zeigt grau. Gut, ich könnte jetzt auch zu Fuss durch den Neuschnee hoch stapfen. Da wäre ich nicht der erste, wie die Geschichte zeigt. Zur Erinnerung einige gute und weniger gute Gründe, die Passhöhe aus eigener Kraft zu erreichen:

  • Flucht: Vor knapp 500 Jahren schloss sich Adelboden der Reformation an. Der katholische Dorfpfarrer musste übers Hahnenmoos nach Freiburg flüchten. Hoffentlich nicht bei Tiefschnee.
  • Durst: Vor 300 Jahren brachten Säumer Wein von der Romandie hinüber ins Engstligtal. Anscheinend war der Spiezer Rebensaft manchen doch zu sauer.
  • Verteidigung: Vor 150 Jahren trafen sich Adelbodner und Lenker öfters auf der Passhöhe. Anders als beim heutigen Tarifverbund ging es damals aber wohl weniger darum, möglichst viele, sondern möglichst wenige hinüber zu lassen 😉
  • Training: Sportler wie Chrigel Maurer verzichten gerne auf die Bahn. Denn für die Vorbereitung der X-Alps stapft der Flieger momentan freiwillig durch den Tiefschnee aufwärts.

Ich persönlich mag mich gerade mit keinem dieser Gründe anfreunden. Zu faul. Zu untrainiert. Zu friedlich. Zu satt. Zum Glück fahren andere Bahnen.