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Ab ins Freie

Endlich ist der Sommer ganz nah. Wir können ihn teilweise auch schon spüren. Die Temperaturen steigen, der Schnee schwindet langsam dahin, die Tage sind länger und am Morgen muss man auch nicht mehr bei Dunkelheit das Haus verlassen.

Solch wunderbare Tage wollen gut genutzt sein und noch viel mehr wollen das die Abendstunden. Mein Tipp: Schnappt euch eine Bratwurst, eine Grillschnecke oder sonst was, einige Freunde und macht euch auf den Weg zu einer schönen „Brätlistelle“. Von diesen gibt es in Adelboden nämlich so einige. Und was kann es schöneres geben, als mit Freunden am Feuer zu sitzen, seine Wurst mit einem Stecken ins Feuer zu halten und Pläne für den Sommer zu machen. So verbringt man sicher einen gelungenen Abend oder auch Tag. Falls man bereits auf den Wanderwegen unterwegs ist, begegnen einem unterwegs vielleicht auch die eine oder andere Möglichkeit, sich an ein Feuerchen zu setzen. Oder wie wäre es mit einem schönen Picknick im Freien.

Also los, macht euch auf die Socken! Ab ins Freie!

 

 


 

 

 

Kräutersammeln für Dummies

Was das alte Vogellisi kann, kann ich schon lange. Gut, ich verfüge über kein mentales Lexikon für Heilpflanzen. Ich habe keine Ahnung, wie Johanneskraut, Beifuss oder Giersch eigentlich aussehen. Ich würde Echtes Labkraut nicht einmal erkennen, wenn es bis zu meiner Wohnung im zweiten Stock hinauf wuchern würde. Aber das muss ich auch gar nicht. Manchmal sind es banale Unkräuter, die einem weiterhelfen.

So fehlt mir auf Vogellisis Spuren zum Beispiel die Kondition der rüstigen Dame – zack, schon zwickt’s im Bein. Da hilft das krampfstillende Gänseblümchen am Wegesrand. Kurze Zeit später stösst mir das Frühstück sauer auf – der Frischkäse war doch nicht mehr so frisch. Gut, wirkt die Brennnessel an der Böschung auch bei Magen- und Darmproblemen. So, jetzt wird die Kräuterexpedition aber richtig anstrengend. Der Atem rasselt, die Kehle brennt. Immerhin windet sich dort Efeu die Tanne hinauf: Nützlich bei Katarrhe der Luftwege und entzündlichen Bronchialerkrankungen. Es wird Abend, und am Waldrand stürzen sich die Mücken auf mich. Da kommen nun zerriebene, abschwellende Blätter vom Spitzwegerich zum Einsatz.

Wieder zu Hause, scheine ich dem Vogellisi ein ganzes Stück nähergerückt. Jetzt nur noch einen Schafgarbentee gegen meine furchtbar geschwollenen Füsse. Und dann ein bisschen Radio RaBe hören.

„Dr Himmel brennt“ – Sonnenaufgang auf dem Bunderspitz!

“Man muss durch die Nacht wandern, wenn man die Morgenröte sehen will” – Khalil Gibran (1883-1931)

Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund. Goldig ist auch der Anblick eines Naturspektakels, das Adelboden immer und immer wieder zu bieten hat: der Sonnenaufgang auf dem Bunderspitz, zwar längts kein Geheimtipp mehr, aber dennoch, immer und immer wieder atemberaubend.

So schwer die Beine morgens um Vier sind, so kalt die Nase vom frischen Morgenwind auch sein mag, die Genugtuung, auf dem Gipfel zu stehen und zu bestaunen, wie sehr der Himmel brennt, entschädigt jegliche Strapazen und die Überwindung aufzustehen.

Darum,weil es so schön ist: bitte immer und immer wieder!

Raclette im Sommer!?

Fast zuhinterst im Tal steht es, das beschauliche Alphüttli. Es duftet nach frischem Gras, warmem Sommerregen, nach Wald. Ruhig, abgeschieden und friedlich erscheint die Kulisse, man hört das Rauschen des Baches und der Bütschifälle. Die letzten Sonnenstrahlen lassen die Felswände glühen. Die perfekte Location also, für einen Sommerabend “am Bärg”. Für einen Freitagabend, der aufs Wochenende einstimmen soll. Für einen Racletteabend.

Nichts könnte besser zu einem solchen Abend passen, als ein Raclette. Dass ich dies jemals selbst behaupten würde, hätte ich wohl vor einer Woche noch nicht unterschrieben, doch ich wurde gänzlich vom Gegenteil überzeugt:

Nach ganz urtümlicher Art wurde das Raclette zubereitet. Der frische Käselaib wurde halbiert und so nahe ans offene Feuer gelegt, dass dieser langsam zu schmelzen begann. Da bei wird er nicht nur geschmolzen, sondern gleichzeitig auch geräuchert und gegrillt.

So entstand der unverwechselbare Geschmack eines “echten” Raclettes, der kaum besser in diese unvergleichbare Kulisse gepasst hätte.

Fazit: So authentisch mir Adelboden an diesem Abend auch vorkam, so sehr stellte ich auch fest, dass das Vogellisi in mir noch nicht ausgelernt hat.

Wenn man beim Joggen kurz zum Gärtner wird…

Eigentlich war ich fest überzeugt, dass ich den Hörndliweg doch nun schon lange genug und eigentlich in- und auswendig kenne, bis ich gestern Abend Folgendes entdeckte: Auf der Holzterrasse eines Stafels (kleine Berghütte) oberhalb des Dorfes stehen rote, grosse Topfpflanzen. Nichts Aussergewöhnliches, oder? Nun, das dachte ich im ersten Moment auch, bis ich zwischen den Blättern und Blüten eine kleine Giesskanne mit folgender Aufschrift entdeckte: „Bitte Blumen giessen“.

Schmunzelnd bin ich diesem Rat gefolgt, habe die Kanne am nebenstehenden Brunnen neu aufgefüllt und gut sichtbar am selben Ort für den nächsten „Gärtner“ wieder platziert.

Wer auch immer auf diese erfrischende Idee gekommen ist, die Blumen werden es ihm oder ihr während den andauernden Hitzetage mit Sicherheit danken.