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„Bergführer aus Leidenschaft“ – dr Vogellisichopf vam ugstä

Im Dezember Skilehrer, Reiseführer in Patagonien im Januar. Februar und März auf Skitouren. Im Mai Bergführer in den umliegenden Alpen. Anfangs Juni Ausbildner und den Rest des Sommers Wander-, Kletter- und Bergführer. Oktober und November Leiter von Expeditionen nach Nepal oder Kapverden. Dazwischen rekognoszieren und organisieren bevorstehender Reisen. So ungefähr sieht ein Jahresverlauf von Peter Schmid aus – Bergführer als „Fulltime-Job“.

Der gelernte Elektriker widmet sich seit 1977 vollumfänglich dem Beruf als selbstständiger Bergführer, wobei dies für Peter Schmid ein weiter Begriff ist. Wandern, Klettern, Bergsteigen, Skitouren, Skibegleitungen, Skiunterricht, Trekkings, Expeditionen oder Reisen in ferne Länder –  sein Angebot ist gross. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth führt er das Unternehmen „International Mountaineering“.

Es ist seine Leidenschaft – sein Traumberuf. Eine Möglichkeit die gesamte Welt sehen zu können. Peter Schmid strotzt nur so von Abenteuerlust und ist noch lange nicht müde. Er erzählt von seiner ersten Erklimmung des Mt. McKinley als Bergführer oder seiner „schwierigsten“ Besteigung – dem Alpamayo in Peru. Nicht fehlen darf der Shishapangma mit einer Höhe von 8046 M.ü.M im Himalaya. Nicht minder leidenschaftlich berichtet er von seinen Expeditionen in Island, Kenia oder den Nordlichtern in Norwegen. Auf allen 4000-er der Alpen war er und bis auf Ozeanien, mehrmals auf jedem Kontinent.

Alpamayo, Peru

Alpamayo, Peru

Und doch, seine Heimat ist Adelboden. Unzählige Male war er auf dem Wildstrubel, jeden Winter verbringt er als Skilehrer auf den Pisten der Skiregion. Adelboden – sein Rückzugsort.

„Muesch chönä verzichtä u wes passt – muesch zueschlaa“ (Man muss verzichten können und wenn`s passt – muss man zuschlagen), antwortet er auf die Frage, wie er auf die Gefahren am Berg eingeht. Seine Entscheidungen kann er vertreten, die anderer Personen am Berg jedoch nicht. So ist nicht etwa die Natur die grösste Gefahr, sondern wir Menschen und unsere individuellen Entscheidungen.

 

Peter Schmid – Bergführer aus Leidenschaft, familienmensch und vielseitig.

 

Einige Fragen zum Schluss:

Kochen oder Essen?

„Essen – ich bin nicht der Kocher“

 

Strubel oder Lohner?

„Lohner – er ist technisch schwieriger, zudem ist der Strubel über die Jahre hinweg gefährlicher geworden“

 

Winter oder Sommersaison?

„Beruflich gesehen der Winter, der Sommer ist hektischer – Privat eher der Sommer“

 

Kapverden oder Kilimandscharo?

„Kilimandscharo –  in mir steckt nach wie vor Bergsteiger-Feuer“

 

 

 

 

Die Engstligenalp – ein Ort der Superlative

Egal ob Winter, Frühling, Sommer oder Herbst, der Anblick unseres Talabschlusses ist jedes Mal eine Augenweide. Doch nicht nur der imposante “Strubel” ist sehenswert, auch die Engstligenalp selber muss man besucht haben.

Ganz bescheiden wird das schönste Hochplateau der Welt auch gerne als Winterparadies von Adelboden bezeichnet. Die Engstligenalp ist die grösste Hochebene der westlichen Schweizer Alpen und auch die Engstligfälle gehören zu den höchsten Wasserfällen der Schweiz und sind nach dem Rheinfall die meistbesuchten.

Ein weitere Fact der Superlative: Der Strombedarf der Bahn-, Ski- und Gastronomiebetrieben auf der Engstligenalp wird zu 100% durch die Stromprodukton im eigenen Wasserkraftwerk gedeckt

Nebst dem Fondue-Iglu, und vielen weiteren Attraktionen bietet die Engstligenalp, das schneesicherste Skigebiet der Region, tollste Gegebenheiten für Winterwanderungen oder zum Langlaufen.

Egal ob mit oder ohne Kindheitserinnerungen, ob Adelbodner oder nicht, ob Winter, Frühling, Sommer oder Herbst: Die Engstligenalp ist und bleibt ein Kraftort weit ab von Autolärm und Hektik.

 

Fit wie ein Vogel

Unser Furggi kam letzte Woche in den Genuss, des Gleitschirmpiloten- Daseins. Wie Du, lieber Leser, seinem Blogpost entnehmen kannst, fühlte er sich dabei „Frei wie ein Vogel“…apropos Vogel:

Der einheimische Gleitschirmpilot Chrigel Maurer ist auch bekannt als „Adler von Adelboden“. Er gewann die Red Bull X-Alps vier Mal in Folge. Dieser internationale Wettkampf gilt als der härteste Gleitschirm- Wettkampf der Welt da er über mehrere Tage ohne Pause und Erholung geht. Der Wettbewerb hat den Status einer „inoffiziellen Weltmeisterschaft“.

Auf der Seite von Adelboden Tourismus, gibt der trainingserfahrene Maurer, seine Fitnesstipps weiter. Für euch, liebe Blogleser, habe ich seine vier erwähnten Trainingsmethoden ausprobiert:

  1. Einbeinstand (eine neue Dimension des Zähneputzens)
  2. Rumpfmuskulatur (Planking vor dem Fernseher)
  3. Winterwandern / Joggen (Meine Empfehlung: Wanderweg entlang der Engstligen ins Unter dem Birg oder auf dem Vita Parcours ins Bärgläger
  4. Erholung (toller Tipp – auf zum Wellness im Solebad im Parkhotel Bellevue)

Die Bewegungstipps in voller Ausführung und mit Bildern findet ihr bei Adelboden Tourismus

Kreatives Adelboden, Teil 2: Bäckerparadies und Geniesser-Adresse an der Dorfstrasse

Die Nebensaison meint es gut mit Adelboden: nebst Prachtswetter, dem Indian Summer gibt es diese Woche ein weiteres Highlight für Einheimische und Gäste und wer denkt, Adelboden lege sich im November schon mal vorzeitig in den Winterschlaf, der irrt: Die Pforten der Bäckerei Schmid sind aufgegangen. „O gugg – ds Tearoom Schmid isch umhi offe“ , ziert als Slogan die neue Speise- & Getränkekart. Der Vogellisiblog hat für Dich, lieber Leser, den wiedereröffneten und neugestalteten Bäckertempel erkundet und den Besitzern Nadja Bieri und Marc Schmid ein Wenig über die Schultern geschaut und auf den Zahn gefühlt:

Ein kühler, klarer November Morgen in Adelboden. Die Sonne versteckt sich noch hinter dem Lohner, doch auf der Dorfstrasse herrscht schon reges Treiben. So auch in der Bäckerei Schmid. Nach monatelangen Bauarbeiten und einem intensiven Endspurt, wurde diese Woche die Ladentüre wieder aufgemacht. Für die Besitzer Nadja und Marc eine Genugtuung.

Ein sattes, warmes Orange, welches sich durch das ganze Lokal zieht, prägt das Design und ist ein wahrer „Eyecatcher“, der förmlich dazu einlädt, in die Bäckerei hereinzutreten. Gekonnt wurde die moderne Ausstattung mit nostalgischen Elementen ergänzt, der rustikale Charme sollte etwas erhalten bleiben, und so entstand ein Mix zwischen modernstem Design und rustikalen Elementen, wie einer alten Kommode für Marcs Whiskeysammlung oder einem Werkbank, auf dem hausgemachte Güetzli und andere Köstlichkeiten ihren Platz gefunden haben.

Ich setze mich in einen der orangen Ledersessel, der neu vorhandenen Lounge Ecke. Beste Aussicht auf das morgendliche Geschehen im Dorf. Bald strömen die ersten „Gelben“ bereits zum Znüni ins Tearoom, Einheimische treffen sich zum Kaffeeschwatz, an der Ladentheke hat man alle Hände voll zu tun und auch viele neugierige Bekannte kommen mit Glückwünschen vorbei. Nadja und Marc sind sehr gefragt an diesem Morgen, dennoch nehmen sie sich Zeit, ihre Passion mit dem Vogellisiblog zu teilen.

Was hat geändert? Was bleibt?

Weiter Bestandteil ihres Tearooms bleibt die eigene hausgemachte Kaffeemischung, welche immer noch nach Rezept von Marcs Urgroßvater geröstet wird. Das Brotsortiment wurde erweitert: nebst Basler- Walliser-, Tessiner- und vielen weiteren Brotsorten bietet er fort zu auch eine saisonale Kreation aus der Backstube an. Momentan aktuell: ein herbstliches Marronibrot. Auch will er, ein Teil seines Handwerkes von der Backstube ins Ladenlokal verlegen, gegen die Adventszeit werde es vermutlich die Lebkuchenproduktion sein. „So hat unsere Kundschaft einmal die Möglichkeit, zu sehen, wie viel Handarbeit und Zeit ins „Läbchüechelä“ investiert wird“.

Ein weiterer Hingucker: Das Teeregal mit einer riesen Auswahl an offenen Teemischungen. Das neu umgebaute Tearoom Schmid lädt zum Verweilen ein, sei es für ein ausgiebiges Frühstück, ein Mittagessen oder einen Aprés-Ski-Drink in gemütlichem Ambiente: bei Nadja und Marc und ihrem rund 10-köpfigen Team sind Jung und Alt herzlich willkommen.

Was ich unbedingt noch erwähnen solle, frage ich die beiden. Natürlich, die offizielle Wiedereröffnung, welche am Samstag 14. November gefeiert wird. Auf die Gäste warten viele Attraktionen, wie frischgebackenes Holzofenbrot und die Möglichkeit einem Kaffeeröster über die Schultern zu schauen.

Gross ist das Funkeln in den Augen der Beiden, wenn sie von ihrem „neuen“ Juwel sprechen, beeindruckt von so viel Leidenschaft und Enthusiasmus verlasse ich das Ladenlokal.

Goldig ist der angebrochene Tag im Spätherbst, der Vogellisiblog wünscht den beiden mit Jungunternehmern eine ebenso goldige Zukunft und alles Gute an der Dorfstrasse 45. Oder wie Nadja und Marc selber sagen: „Wir sind nun in der vierten Generation da und wollen versuchen, unseren Platz an der Dorfstrasse neu zu beleben“.

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Kreatives Adelboden, Teil 1: Briefe aus der „Hiimat“

Berühmt und wohl in aller (einheimischen) Munde: „Es grudlet äs Gräbli“. Dieses Gedicht erschien in der ersten Nummer des „Heimatbriefs“ im Jahre 1947. Die Pioniere und die Herausgeber waren damals der Bodenschullehrer Christian Aellig und dessen Sohn Jakob.

Sinn und Ziel wurden damals wie folgt definiert:

«… die uns von Gott anvertraute irdische Heimat besser zu hüten, schöner zu gestalten, kräftiger zu ehren. Unsere Heimatbriefe wollen dieser Erkenntnis festen Ausdruck verleihen. Sie möchten anregen zu altem, bodenständigem Sinn, der das Gute vom Neuen für unsere Berggegend passend und würdig verwendet, ohne dabei das heimatlich Überlieferte wahllos preiszugeben … Unsere Briefe entsprechen einem Bedürfnis vieler aus allen Geschlechtern, Bäuerten, Berufen, Parteien und religiösen Gruppen des Tales …»

Während Jahrzehnten war Jakob Aellig Redaktor der Briefe. Im Jahr 2009 erschien die Nummer 70 des Hiimatbriefes. Sinn und Ziel haben sich bis heute kaum geändert. Jedoch versucht das Redaktionsteam aktuelle Themen und Probleme anzusprechen.

Der Hiimatbrief ist politisch und konfessionell unabhängig. Um die Unabhängigkeit zu wahren, wurde bis heute bewusst auf einen Inseratenteil verzichtet.

Der Hiimatbrief wird allen Gemeindegliedern automatisch zugestellt. Interessierte ausserhalb der Gemeinde (Schweiz, Ausland) können den Brief auf Anfrage hin ebenfalls beziehen (gegenwärtig sind es 415 Personen).  Heute ist der Hiimatbrief in die Stiftung Dorfarchiv integriert.

Der Hiimatbrief ist wichtiges Wissensgut, welches hoffentlich noch viele weitere Jahre Teil des Lohnerdorfs bleibt. Ein grosser Verdienst, viel Pioniergeist und ein Schatz, welcher es zu bewahren gilt

 

Mehr Infos zum berühmten Hiimatbrief findest du unter:

Quelle: https://hiimatbrief.wordpress.com