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Türchen 22: Das Einmaleins mit Nadeln

So, langsam gehts definitiv in den Advents-Endspurt. Wer jetzt noch keinen Christbaum hat, sollte sich sputen. Die grosse Tanne auf dem Adelbodner Dorfplatz leuchtet schliesslich bereits seit dem «Winterylüte», und das ist schon fast zwei Wochen her. Wer dagegen bereits über ein buschiges Exemplar verfügt, sollte gut darauf achtgeben. Hier noch einmal die wichtigsten Tipps für die richtige Pflege eines Weihnachtsbaums:

– Frisch macht Freude: Importierte Gewächse sind oft bereits ausgetrocknet.
– Der Umfang zählt: Baumständer und Stamm sollten gleich dick sein.
– Zuspitzen ist out: Die Rinde brauchts für die Wasserversorgung.
– Das Netz ist in: Ein noch verpackter Baum lässt sich einfacher aufstellen.
– Durst ist doof: Also öfters Wasser im Ständer nachfüllen.
– Hitze macht dürr: Die Heizung in der Stube eher tief einstellen.

Die Liste liesse sich natürlich beliebig erweitern. Ganz schön aufwendig, nicht? Clevere Baumliebhaber schmücken deshalb einen lebendigen Baum im Wald. Der schaut für sich selbst. Und sie schmücken ihn mit Nüssen, Rüebli und Körnern. Dann sind die Waldtiere auch gleich beschenkt.

Türchen 12: „Gutes Geläut“

Glocken machen gesellig, das weiss jedes Kind. Mal rufen Kirchenglocken die Adelbodner für Taufen und Hochzeiten zusammen, mal locken Kuhglocken Hunderte zum Alpaufzug Richtung Engstligenalp. Man betätigt die kleine Tischglocke, um an der Rezeption im Hotel nicht alleine zu bleiben, man läutete die grossen Glocken zur Feier von Mike Schmids Olympia-Sieg. Bereits in der Schule wissen die Schüler, dass Pausenglocken ein Zeichen zur Gruppenbildung sind.

Natürlich gibt es in der Schweiz auch einzelne Ausreisser. Geläut kann manches vertreiben statt einladen. So diente das sogenannte Wetterläuten vielerorts dazu, Unwetter abzuhalten. Und im Engadin wollen Schellenurslis Nachfahren den Winter mit Treicheln verjagen.

Adelboden indes gibt sich da ganz anders. Wenn am 12. Dezember das Winterylüte stattfindet, werden die kalte Jahreszeit und der Schnee mit lautstarkem Geläut willkommen geheissen. Hier machen die Treicheln wieder gesellig, und das ist gut so. Wer den lärmigen Umzug jetzt für trivial hält, kann sich übrigens bei Schillers «Lied von der Glocke» eines besseren belehren lassen, heisst es darin doch: «Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine / Versammle sich die liebende Gemeine.» Und wo versammelt sie sich? Zum Beispiel auf dem Adelbodner Dorfplatz.

Türchen 11: „Stigelschwander Lebkuchen“

Mmmhhhh, meiner Meinung nach die besten Lebkuchen weit und breit. Hausgemacht in einer Küche im Stigelschwand. Das Rezept konnte ich entlocken und verrate es euch weiter. Viel Spass beim Testen!

Rezept „Stigelschwander Lebkuchen“

ZUTATEN

  • 5 Eier
  • 250 Gramm Honig
  • 500 Gramm Zucker
  • 1 Kilogramm Mehl
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 1 Messerspitze Nelkenpulver
  • 1 Esslöffel Kakao
  • 1 gestrichener Kaffeelöffel Kardamon
  • 2 gestrichene Kaffeelöffel Natron

ZUBEREITUNG

  1. Die Eier schaumig schlagen, den Honig schmelzen und beigeben. Zucker, Mehl und die Gewürze inklusive Natron in die Schüssel geben. Alle Zutaten gut mischen und zu einem geschmeidigen Teig kneten.
  2. Backofen auf 200 °C vorheizen. Teig portionenweise auf wenig Mehl ca. 8 mm dick auswallen. Lebkuchen ausstechen oder in Rechtecke schneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Mit Kaffeerahm bestreichen. In der Ofenmitte ca. 10 Minuten backen. Herausnehmen. Auf dem Blech auskühlen lassen.

Türchen 3: Der Adventskranz stammt aus Bern

Kühne These, ich weiss. Aber ich gebe zur Entstehung des Adventskranzes Folgendes zu bedenken: 1767 begann der bekannte Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi in Bern eine Lehre in «moderner Landwirtschaft». Auf Berner Land führte er anschliessend einen eigenen Bauernbetrieb. Im Keller dieses Hauses installierte er Webstühle, an denen sich die arme Landbevölkerung seiner Nachbarschaft ein Zubrot verdienen konnte. Angesichts der wachsenden Armut rundum gründete Pestalozzi dann 1774 eine Anstalt für arme Kinder. Die Berner Tage hatten ihren Eindruck hinterlassen.

Zeitsprung: 1816 besucht der deutsche Theologe Johann Hinrich Wichern eine Privatschule, wo Pestalozzis Pädagogik umgesetzt wurde. Auch das machte Eindruck. In der Nähe von Hamburg baute Wichern 1833 nun ebenfalls eine Anstalt für benachteiligte Kinder auf – wieder in einem alten Bauernhaus. 1839 endlich hatte er die Fragen seiner Schützlinge satt, wann denn endlich Weihnachten sei. Also baute er den ersten Adventskranz als Kalender aus einem alten Wagenrad sowie 20 roten und 4 weissen Kerzen.

Na? Da soll nun einer noch sagen, die traditionelle Berner Landwirtschaft habe diesen alten Lichtbrauch nicht mitgeprägt …

Türchen 2: „Dr Adelbodner Wiehnachtswäg“

Entdecken Sie entlang dem Zwischenpörternweg in den verschiedenen, beleuchteten Scheunen die Adelbodner Weihnachtsgeschichte…
Die Wegbeschreibung finden Sie hier.