Schnapsideen

Ich mag Single-Malt-Whiskys. Das soll jetzt kein Fachvortrag über Spirituosen werden, nur eine kleine Anekdote dazu: Ich suchte also einen 25-jährigen «Glenfarclas» in der Stadt Bern. Sherrylastiger und eichentöniger Saft aus der Speyside. In einer winzigen Seitengasse fand ich im zweiten Stock endlich einen Schnapsladen, der mir eine Flasche dieses malzigen Wunders versprach. Ebenerdig sucht man in der Hauptstadt ja sonst vergeblich nach schottischen Bränden. Item, viele Wochen vergingen, und nach mehreren Anrufen wurde mir schliesslich eröffnet, der Glenfarclas sei vergriffen. Enttäuscht bestellte ich das starke Wässerchen halt im Internet.

Später fiel mir in der Adelbodner Dorfstrasse auf, wie viele edle Single-Malts da eigentlich in den Schaufenstern warten. Ich meine, ich rede jetzt nicht von 4-Sterne-Bars und Fachgeschäften, die es hier ja auch gibt. Nein, die «Bruichladdichs» und «Highland Parks» und «Auchentoshans» stehen hier buchstäblich neben dem Dörrfleisch in der Auslage oder bereichern das kleine Pub von nebenan. Sind das die Nachwehen der englischen Touristenflut von anno dazumal? Oder liegt es daran, dass das Berner Oberland auch so eine Art «Highland» ist? «Angus»-Rinder werden hier ja ebenfalls gezüchtet, und Hochprozentiges gehört vielleicht einfach in die höheren Lagen. Ich weiss es nicht. Aber in Sachen Single-Malt ist Adelboden sicher mehr Hauptstadt als Bern.

 

 

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