Perfektion trifft Leidenschaft – dr Vogellisichopf vam Brachet

 

Freitagmorgen. Es riecht nach Kaffee und der Duft nach frischem Brot liegt in der Luft. Es geht ruhig zu und her an diesem Morgen in der Bäckerei Haueter. Hier trifft der Vogellisi Blog ein weiteres kreatives Gesicht, welches Adelboden und das Dorfbild prägt – Susan Haueter,

Als ich „den Haueter“ betrete, steht Susan gerade hinter der Kaffeemaschine – die neuste Anschaffung im Hause Haueter – und tüftelt mit Mitarbeiterinnen am perfekten Milchschäumchen. Ich schaue mich um, Kreativität in jeder Ecke und die Handschrift der Geschäftsführerin lässt sich in der ganzen Bäckerei und im Café lesen. Doch woher die Ideen? „Ich schaue mich jeweils nach Schaufenstern von Floristen um, bin sehr gerne in Innendekorationsgeschäften oder entdecke im Ausland neue Gerichte, Speisen und Dekorationen – das inspiriert sehr“.


Die Herzensangelegenheit von Susan ist aber das Brot. Wer hier nach dem klassischen „Pfünderli“ sucht, wird dieses nur am Rande finden, denn bei Haueters ist das Slow Bread Trumpf. Slow Bread als Trend in der schnelllebigen Foodszene? „Nein“, wiederlegt Susan, „mit dem Handwerk der langen Teigführung kehren wir zum Ursprünglichen zurück, es entspricht eigentlich der traditionellen Herstellung von Brot“. Das Brot ist es dann auch, welches Susan mir empfiehlt, auf die Frage, welches Produkt man in der Bäckerei Haueter unbedingt probieren muss. „Wir wollen unseren Kunden ein Geschmackserlebnis bieten – sie sollen das ursprüngliche Brot kennenlernen“.

Und dass das Slow Bread ankommt, bestätigt sich jeweils auch durch regelmässige Brotbestellungen, welche schweizweit per Post verschickt werden. Oder an den Reaktionen der Kunden. „Slow Bread ist dank der langen Teigführung sehr verträglich, da sich die Glutenstruktur verändert und problematische Bestanteile bis zum Backen bereits abgebaut sind. Hinzu kommt: wenn Teige länger ruhen, können sich mehr Aromen entfalten“.

Die Bäckerei ist über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Das verdankt sie vielen 2. Wohnungsbesitzern, aber auch der Präsenz am Brotmärit und den Slow Food Markets in Bern und Zürich, an welchen Susan ein paar Mal jährlich einen Stand betreut. Dabei gehe es nicht primär darum „unäus“ präsent zu sein, sondern ein breiteres Publikum für unsere Mentalität zu begeistern und die Leute für gutes, handgemachtes Brot zu sensibilisieren“.

Wie viel Liebe und Zeit die Brote brauchen, erklärt mir Susan am neu kreierten Weizensauerteig-Brot, welches ganz ohne Hefe auskommt; dieser wird einmal pro Tag aus dem Kühlschrank genommen, gefüttert, wiederum kaltgestellt und so weiter und so fort…kaum auszudenken, wie viel Arbeit hinter dem Laib Brot, welches wir im Regal vor uns haben, steckt.

Nebst viel Liebe und Passion für das Handwerk leben die Haueter vor allem eines: Perfektion und Veränderung. „Den Haueter gibt es seit 31 Jahren – Stillstand gibt es nicht, wir wollen immer wieder etwas Neues ausprobieren, probieren uns stets zu verbessern“. Die Kreativität von Susan ergänzt sich optimal mit ihrer Schwiegermutter Yvonne. „Sie hat oft neue Vorschläge und sieht jeder Cremeschnitte sofort an, ob sie luftig genug ist – ich bin sehr ambitioniert, so vereinbaren wir Innovation und Perfektion in einem Guss“.

Dass die Bäckerei Haueter sehr innovativ ist, macht sich nebst dem Slow Bread auch in der Produkteauswahl bemerkbar. So findet man beispielsweise Chiasamen und glutenfreie Produkte. Diese Innovationen seien jedoch schwierig an die Kunden zu bringen und benötigen schon viel Aufklärungsarbeit, was im Winter – mit einem etwas urbanerem Publikum – sicher einfacher sei. Die gelernte Köchin hat es noch nie bereut, eine Bäckerei zu führen. „Die Tage sind zwar kraftraubend, vergehen aber im Flug und ich liebe den Kundenkontakt. Was man leider von aussen nicht wahrnimmt sind die vielen Stunden, welche ich im Büro verbringe“.

 

Und wenn wir schon bei den Innovationen sind – mit was darf im Haueter als nächstes gerechnet werden?

„Gerade bekamen wir unsere neue Kaffeemaschine und in Adelboden werden jetzt Baristas ausgebildet, als nächstes hätten wir gerne einen Backofen im Laden, damit wir unsere Produktion noch näher an den Kunden bringen können“. Dies sei aber noch nicht spruchreif, meint Susan lächelnd.

 

Man kann die Passion ihren funkelnden Augen ablesen und bin mir sicher: Perfektion trifft Leidenschaft – das sind wohl die treffendsten Worte, um unseren Vogellisichopf vom Juni zu beschreiben. Vielen Dank für den Einblick in deinen Alltag, welchen Adelboden sehr bereichert!

 

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