Immer über den Pass

Heute Dienstag komme ich nicht aufs Hahnenmoos. Der Sturm lähmt die Bahn. Die Webcam zeigt grau. Gut, ich könnte jetzt auch zu Fuss durch den Neuschnee hoch stapfen. Da wäre ich nicht der erste, wie die Geschichte zeigt. Zur Erinnerung einige gute und weniger gute Gründe, die Passhöhe aus eigener Kraft zu erreichen:

  • Flucht: Vor knapp 500 Jahren schloss sich Adelboden der Reformation an. Der katholische Dorfpfarrer musste übers Hahnenmoos nach Freiburg flüchten. Hoffentlich nicht bei Tiefschnee.
  • Durst: Vor 300 Jahren brachten Säumer Wein von der Romandie hinüber ins Engstligtal. Anscheinend war der Spiezer Rebensaft manchen doch zu sauer.
  • Verteidigung: Vor 150 Jahren trafen sich Adelbodner und Lenker öfters auf der Passhöhe. Anders als beim heutigen Tarifverbund ging es damals aber wohl weniger darum, möglichst viele, sondern möglichst wenige hinüber zu lassen 😉
  • Training: Sportler wie Chrigel Maurer verzichten gerne auf die Bahn. Denn für die Vorbereitung der X-Alps stapft der Flieger momentan freiwillig durch den Tiefschnee aufwärts.

Ich persönlich mag mich gerade mit keinem dieser Gründe anfreunden. Zu faul. Zu untrainiert. Zu friedlich. Zu satt. Zum Glück fahren andere Bahnen.

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