Ich bleibe beim Original

Anfang Woche wurde der aktuelle Gastroführer «Gault Millau» publiziert. Erfreulich: Das Adelbodner Restaurant «Alpenblick» hat sich von 14 auf 15 Punkte gesteigert und führt die lokale Liste an Gourmet-Tempeln neu an. Erstaunlich: Drüben in der Zentralschweiz steht Franz Wiget ganz an der Spitze mit 18 von 20 möglichen Punkten. Wobei – so überraschend ist dieser Triumph nicht. Schliesslich heisst sein Schwyzer Restaurant «Adelboden».

Nichts ist schmeichelhafter als ein Plagiat. Wird jemand kopiert, hat er es geschafft: Er wirkt als Vorbild. Genau wie Adelboden in diesem gastronomischen Fall. Natürlich will ich nun keinesfalls unterstellen, Franz Wiget wolle sich am Herd mit fremden Federn schmücken. Dass der Koch des Jahres 2012 unter anderem auch zwei Michelin-Sterne hat, spricht für solides Handwerk. Trotzdem impliziert der Name «Restaurant Adelboden», dass sich der Gastgeber irgendwie am Engstligtal orientiert.

Mit der Wahl eines Adelbodner Namens ist Wiget notabene nicht alleine. In Wikon (Luzern) existiert ebenfalls ein Hotel-Restaurant Adelboden. Hier können 30 Personen im «Adubodestöbli» gutbürgerlich tafeln. Es heisst, die Produkte stammten «teils aus eigener Produktion». Naja. Weiter führt mich die Recherche zu einem Hotel Lohner in Davos: Allerdings finde ich dazu nur sehr wenig Information. Es wird mir nicht recht klar, ob es den Betrieb überhaupt noch gibt. Und dann das Hotel Lohner’s Kaffeehaus in Linz… auch dort erfahre ich nicht viel Gluschtiges.

Ich glaube, ich bleibe doch beim Original. 14 oder 15 Gault-Millau-Punkte in Adelboden sind mehr als genug.

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